Der
Wohl-Täter

Michael Vesper.

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Nach ihrem
Krisengespräch mit dem DOSBChef
reiste Ruderin Drygalla ab.

RONALD BERTHOLD

Dieser Mann hat sich Respekt
verschafft: Als es dieser Tage
darum ging, Sippenhaftung und
den „Kampf gegen Rechts“ auf
politisch korrekte Weise zu
verbinden, hat Michael Vesper
„konsequent“ gehandelt – das
wird ihm von Medien und Politik
einhellig bescheinigt. Nach
der Einbestellung der deutschen
Olympia-Ruderin Nadja Drygalla
(Bericht Seite 4) zum Krisengespräch
mit Vesper reiste
die 23jährige „freiwillig“ aus
London ab. Der Generaldirektor
des Deutschen Olympischen
Sportbundes (DOSB) gilt jetzt
als so etwas wie der Retter des
olympischen Gedankens, denn
Vesper habe den „Nazi-Skandal“,
der die Spiele „verdunkele“, wie
es in den Medien hieß, energisch
und elegant gelöst.
Dabei war Vesper pikanterweise
vor vier Jahren, bei den
Olympischen Spielen in Peking,
selbst dem kommunistischen Regime
beigesprungen, als es dafür
kritisiert wurde, Internetseiten zu
zensieren. Damals hatte er in Interviews
gesagt: „In jedem Land
der Welt, auch in Deutschland,
werden Internetseiten gesperrt.“
Dies sei „natürlich“ auch in China
so. Im übrigen: „Es geht um
Sport, nicht um Politik.“ Wie
wahr, mag mancher, der sich nun
mit der Sippenhaftung im Fall
Drygalla noch nicht anfreunden
kann, ihm heute beipflichten.
Und wie damals versucht Vesper
auch heute auf allen Hochzeiten
gleichzeitig zu tanzen: 2008
indem er flugs nachschob, daß
er trotz seiner Rechtfertigung
der Zensur natürlich „ein strikter
Gegner von Internetzensur“
sei und, als die Kritik an ihm
zu groß wurde, seine Äußerungen
gar widerrief. Jetzt, indem
er Nadja Drygalla zwar auch in
Schutz nahm, ihr etwa attestierte,
„auf dem Boden demokratischer
Grundsätze“ zu stehen, gleichzeitig
aber ihre Abreise – sprich
Abservierung – „begrüßte“.
Bekannt ist der Name Vesper
aber nicht nur in Zusammenhang
mit dem DOSB. Der
Diplom-Soziologe ist mit der
Journalistin Ferdos Forudastan
verheiratet, die jüngst für Aufmerksamkeit
sorgte, als sie zur
Sprecherin von Bundespräsident
Gauck berufen wurde (JF 29/12),
und Bruder Stefan ist seit 1999
Generalsekretär der einflußreichen
„linkskatholischen“ Laienorganisation
Zentralkomitee der
deutschen Katholiken. Geboren
1952 in Köln, war Michael Vesper
einst Gründungsmitglied
der Grünen, saß für diese im
Landtag von NRW, brachte es
gar zum Bauminister und Vize-
Ministerpräsidenten. Manch alter
Weggefährte wirft ihm heute
Verrat an den Idealen von einst
vor, um den Posten des DOSBDirektors
zu ergattern. Laut Financial
Times Deutschland hat
Vesper tatsächlich „den DOSB
mit harter Hand in ein zentralistisches
Organ verwandelt“,
während dieser in einem Selbstportrait
verlauten läßt: „Michael
Vesper ist ein Funktionär, aber
das bürokratische Image des Begriffs
paßt nicht zu ihm. Er ist
sprachlich und gedanklich sehr
beweglich.“ Was das genau zu bedeuten
hat, hat er im Fall Drygalla
nun eindrucksvoll gezeigt.
Michael Vesper. Nach ihrem
Krisengespräch mit dem DOSBChef
reiste Ruderin Drygalla ab

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aus Junge Freiheit Ausgabe online Nr. 33-2012

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Bendolf Junker
Bendolf Junker
09/08/2012 18:46

Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht.
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
wenn unerträglich wird die Last – greift er
hinauf getrosten Mutes in den Himmel
und holt herunter seine ew`gen Rechte,
die droben hangen unveräußerlich
und unzerbrechlich wie die Sterne selbst-
der alte Urstand der Natur kehrt wieder,
wo Mensch dem Menschen gegenübersteht-
zum letzten Mittel, wenn kein anderes mehr
verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben –
Der Güter höchstes dürfen wir verteid`gen
gegen Gewalt – wir stehen für unser Land,
wir stehen für unsere Weiber, unsere Kinder !

Friedrich Schiller

Nordhesse
Nordhesse
09/08/2012 10:54

„Herr“ Vesper ist das Spiegelbild der Moral der Politik und der Medien unserer Zeit!
Deshalb wird dieser Staat untergehen, nebst seinem degeneriertem Herrn, der U.S.A.!

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