17-jähriger Jugendlicher vorläufig als Verdächtiger festgenommen.

Brand Telekomfahrzeug 1Brand Telekomfahrzeug 3StadtsparkasseGymnasiumIn den letzten Wochen wurde in München eine Serie von Sachbeschädigungen begangen. Neben mehreren Schmierereien, Farbattacken und Steinwürfen auf Fensterscheiben kam es auch zu einem Brandanschlag auf zwei Autos der Telekom in München. Der Sachschaden summiert sich inzwischen auf etwa 80.000 Euro. Weitere Ziele waren unter anderem eine Filiale der Stadtsparkasse, zwei Gymnasien, das Freigängergefängnis der Justizvollzugsanstalt, ein Immobilienbüro, ein Bürgerbüro, ein Supermarkt, die Technische Universität, ein Center der Deutschen Bahn, mehrere Zeitungsverkaufskästen sowie das Kreiswehrersatzamt. Aufgrund der Tatbeschreibungen, die auf dem von Linksextremisten genutzten Infoportal „indymedia.linksunten“ eingestellt worden sind, ist von Tätern aus der autonomen Szene auszugehen. Darüber hinaus wurde am 12. Juni ein 17-jähriger, der Brandbeschleuniger mit sich führte und im Verdacht steht, drei Zeitungsverkaufsständer in Brand gesetzt zu haben, vorläufig festgenommen. Zwischenzeitlich wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bewertung:

In den Taterklärungen werden verschiedene linksextremistische Aktionsfelder berührt. Neben dem für die autonome Szene typischen Erklärungsmuster von Angriffen auf „Symbole des kapitalistischen Systems“ werden auch antimilitaristische Motive verwendet. Die Telekom wird beispielsweise als „neoliberaler und ausbeuterischer Akteur innerhalb der kapitalistischen Krisenpolitik“ sowie als „Profiteur der kapitalistischen Kriegs-Logik“ diffamiert. Die Sachbeschädigung an der Justizvollzugsanstalt wird als „Auflehnung gegen Machtstrukturen und Unterdrückungsverhältnisse“ erklärt. Die Inbrandsetzung der Zeitungsverkaufskästen ist als Reaktion auf die Berichterstattung zur genannten Straftatenserie einzuschätzen. Die kurze Abfolge der Straftaten, die breite Auswahl der Tatobjekte und die ungewöhnlichen Bandbreite der damit verbundenen Aktionsfelder, wie Antimilitarismus, Antikapitalismus und Antirepression, verdeutlichen in hohem Maße die extremistische Einstellung und die Gewaltaffinität der Akteure.

Den Tätern kann aufgrund der zahlreichen und zeitnahen Veröffentlichungen ein starkes Geltungsbedürfnis unterstellt werden. Die mediale Präsenz in eigenen Foren sowie in öffentlichen Medien scheint für sie von besonderer Bedeutung.

https://www.bayern-gegen-linksextremismus.bayern.de/news/serie-linksextremistisch-motivierter-sachbeschaedigungen-in-muenchen-1
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