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Je mehr Wissenschaftler erklären können, umso unheimlicher wird das Leben. Klar ist, dass genetischer Code und unser Leben kein Zufall sind.

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Der genetische Code besteht nach der bahnbrechenden Arbeit von James D. Watson und Francis Crick in den 1950er-Jahren aus einem Alphabet von 64 Buchstaben (Codons). Sie entstehen durch die unterschiedliche Anordnung von vier Basenpaaren. Jahrzehntelang wurden unsere Vorstellungen über die Rolle der Gene bei der Entwicklung des Menschen durch den 1976 erschienenen Bestseller Das egoistische Gen des britischen Vulgär-Darwi-nisten Richard Dawkins geprägt.

genetischer Code

Danach sind Gene Abschnitte auf der spiralförmig angeordneten Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure (DNS bzw. engl. DNA), welche die Anordnung der Aminosäuren in Proteinen programmieren. Dawkins nahm an, jedes einzelne Gen strebe nach maximaler Verbreitung in der Bevölkerung, wodurch es zum permanenten Kampf ums Dasein komme. Demgegenüber hat schon der Freiburger Neurogenetiker Joachim Bauer in seinem anlässlich des Darwin-Jahres 2008 erschienenen Buch Das kooperative Gen darauf hingewiesen, dass es weniger auf das bloße Vorhandensein bestimmter Gene im Erbgut (Genom) ankommt als vielmehr auf deren Expression (Ausdruck).

Diese hängt vom Kontext ab, in dem sie stehen. Gene können vom Organismus durch Methylierung kaschiert beziehungsweise abgeschaltet und durch Hormonsignale auch wieder aktiviert werden. Damit beschäftigt sich die Epigenetik, eine Forschungsdisziplin, die stark an Bedeutung gewonnen hat. Sie kann erklären, warum auch durch Lernen oder Konditionierung erworbene Eigenschaften eines Organismus in gewissem Umfang vererbt werden können.

Der orthodoxe Neo-Darwinismus nach Dawkins und anderen hatte das ausgeschlossen. Nun hat der US-Genetiker Dr. John Stamatoyannopoulos von der University of Washington (UW) im Rahmen des vom US National Genome Research Institute geförderten mehrjährigen ENCODE-Projekts (Encyclopedia of DNA-Elements) mit seinem Team herausgefunden, wie die Gen-Expression gesteuert wird.

Dem Forscherteam gehörten neben Stamatoy-annopoulos noch Andrew B. Stergachis, Eric Haugen, Anthony Shafer, Wenqing Fu, Benjamin Vernot, Alex Reynolds und Joshua M. Akey vom UW Department of Genome Sciences, Antony Raubitschek von der UW-Abteilung für Immunologie und vom Bena-roya Research Institute, Steven Ziegler vom Benaroya Research Institute und Emily M. LeProust von der Firma Agilent Technologists beziehungsweise Twist Bioscience an.

Ihre Veröffentlichung im führenden US-Wis-senschaftsmagazin Science vom Dezember 2013 sorgte für internationales Aufsehen, weil sie dort zeigten, dass der genetische Code eine doppelte Bedeutung hat: Hinter dem sichtbaren Text der Codons verbirgt sich ein zweiter aus Duons, der gleichzeitig die Transkriptionsfaktoren (TF) für die Genexpression zur rechten Zeit steuert.

Der Bauplan des Lebens Bauplan des Lebens

Das Genom besteht zu etwa 15 Prozent aus doppeldeutigen Duons. Das ist viel mehr, als Genetiker früher vermutet hatten. In ihrem Artikel weisen die Forscher darauf hin, dass die Duons bei der Entwicklung des Genoms eine konservative Rolle spielen, denn Mutationen an diesen Stellen führen unweigerlich zum Durcheinander bei der Gentranskription und damit zu Krankheiten.

Es erscheint also nach dieser Entdeckung als noch weniger wahrscheinlich, dass der genetische Code durch Zufall entstanden ist. »Während mehr als 40 Jahren sind wir davon ausgegangen, dass Veränderungen des genetischen Codes sich nur im Aufbau der Proteine niederschlagen«, erklärt Stama-toyannopoulos. »Nun wissen wir, dass das nur die halbe Wahrheit war.

Wir konnten zeigen, dass die DNS ein noch viel effizienterer Informationsspeicher ist.«

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nachzulesen bei Kopp-Exklusiv 01-2014

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Eric der Wikinger
07/01/2014 21:13

Hat dies auf Matthiass Space rebloggt.

haunebu7
03/01/2014 00:19

Hat dies auf Haunebu7's Blog rebloggt.

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