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a nation

„Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt
es so an: Die Menschen werden zuerst treulos
gegen die Heimat, treulos gegen die Vorfahren,
treulos gegen das Vaterland. Sie werden dann
treulos gegen die guten Sitten, gegen den Näch-
sten, gegen Frauen und gegen Kinder.“

Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

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Ernst Moritz, Schriftsteller, Historiker und Politiker, Arndt, Ernst Moritz* Schoritz (bei Garz auf Rügen) 26. 12. 1769,  Bonn 29. 1. 1860; trat für die Einheit Deutschlands und eine Verfassung ein, schrieb antinapoleonische, patriotische Schriften (»Geist der Zeit«, 4 Bände, 1806-18) und Lieder, die von christl. } -konservativem Geist geprägt waren (»Was ist des Deutschen Vaterland?«, »Der Gott, der Eisen wachsen ließ«); floh 1806-09 vor Napoleon nach Schweden, war 1812-15 Privatsekretär des Freiherrn vom Stein; 1848/49 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.
 
 Weitere Werke: Fragmente über Menschenbildung, 3 Bände (1805-19); Lieder für Teutsche (1813); Der Rhein, Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Grenze (1813); Erinnerungen aus dem äußeren Leben (1840); Schriften für und an seine lieben Deutschen, 4 Bände (1845-55); Meine Wanderungen und Wandelungen mit dem Reichsfreiherrn H. K. F. vom Stein (1858).

(c) wissenmedia GmbH, 2010

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Im Nationalsozialismus

Die Nationalsozialisten betrachteten Arndt als einen ihrer Vordenker, etwa wegen solcher Ausführungen:

„Es wird ja hoffentlich einmal eine glückliche deutsche Stunde für die Welt kommen und auch ein gottgeborener Held, […] der mit scharfem Eisen und mit dem schweren Stock, Scepter genannt, [das Reich] zu einem großen würdigen Ganzen zusammenschlagen kann.*

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Was ist des Deutschen Vaterland?

Die patriotischen Lieder Ernst Moritz Arndts (1769-1860) sind geprägt von leidenschaftlichem Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft und von der Parteinahme für die nationale Sache der Deutschen. 1813 veröffentlichte er seine »Lieder für die Teutschen«, darunter das Gedicht »Des Teutschen Vaterland«, dessen sechs erste Strophen jeweils mit dem Vers beginnen »Was ist des Teutschen Vaterland?« Diese rhetorische Frage und der Schlussvers der beiden letzten Strophen »Das ganze Teutschland soll es sein« dienten in der Folgezeit häufig dazu, mit stark nationalistisch gefärbtem Unterton eine Standortbestimmung Deutschlands und der Deutschen vorzunehmen. So nahm zum Beispiel Ferdinand Freiligrath (1810 bis 1876) das Zitat in seinem 1870 geschriebenen Gedicht

»Hurra, Germania!« in der 5. Strophe auf:

»Was ist des Deutschen Vaterland -/Wir fragen’s heut nicht mehr!/Ein Geist, ein Arm, ein einz’ger Leib,/Ein Wille sind wir heut!«

(c) wissenmedia GmbH, 2010

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Brockhaus, 2010

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[…] Source: Ernst Moritz Arndt über die Ursachen der Selbstzerstörung einer Nation […]

ionwhite
30/11/2016 07:32

Reblogged this on ionwhite.

ubenuaH
09/01/2014 18:07

Hat dies auf ubenuaH rebloggt.

urpils666
09/01/2014 08:40
haunebu7
09/01/2014 08:34

Reblogged this on Haunebu7's Blog .

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