Märchen haben auf dieser Seite bereits öfters als Grundlagen für Text-Beiträge gedient ( meist moderne Märchen wie z. B. „In der BRD läuft alles rund“, oder „Die Integration der Neu-Bürger aus dem islamischen Raum verläuft nach Plan“, oder „Die progressive Abgabe von staatlicher Souveränität an Brüssel ist zum Wohle Deutschlands“). Neuerdings wird auf Themensuche auch schon mal der historische deutsche Sagenschatz angezapft (nur der Vollständigkeit halber: Märchen haben, im Gegensatz zu Sagen, keinerlei Wurzel in der Realität). Ich möchte mich heute diesem neuen Trend anschließen und ebenfalls in die Schatzkiste der deutschen Sage greifen – wobei ich mir die Freiheit nehme, den verwendeten Sagenstoff etwas der deutschen Realität anzupassen.

 

medien, audio

Des Kaisers Ausfluga1

Das Krächzen der drei Raben weckt ihn aus dem Schlaf. Wo bisher nur ein Hauch von Helligkeit durch die kleine Öffnung drang, welche die Vögel für ihr Kommen und Gehen benutzen, flutet jetzt Tageslicht die felsige Kammer, den Ort seiner langen Ruhe: der Fels muss sich aus irgend einem Grund gespalten haben, um jetzt eine zweifach mannshohe Öffnung nach draußen freizugeben.

Er blinkt gegen die ungewohnte Helligkeit und versucht von seinem steineren Sitz aufzustehen, doch sein – zwar immer noch roter, aber erstaunlich lang gewordener – Bart scheint sich irgendwie in dem vor ihm stehenden, ebenfalls steinernen Tisch verfangen zu haben. Nachdem der Versuch ihn mit den Händen frei zu bekommen fehlschlägt, zieht er das mächtige Schwert, welches er an vertrauter Stelle an seiner Seite findet, schneidet den Bart zwei Handspannen unter seinem Kinn ab und erhebt sich in seiner ganzen, immer noch imposanten Größe. Die drei Raben haben sich während der ganzen, seit seinem Erwachen vergangenen Zeit darin abgewechselt, krächzend um seinen Kopf und dann zu der neu entstandenen Ausgangspforte zu fliegen – ganz offensichtlich fordern sie ihn auf, sich nach draußen zu begeben.

Die Außenwelt – seltsame Eindrücke

Barbarossa erwacht – die Raben fliegen davon: Wandbild von Hermann Wislicenus im Bilderzyklus der Kaiserpfalz Goslar (um 1880), der die Kyffhäusersage auf die Reichsgründung von 1871 bezieht

Ins volle Tageslicht tretend, und nachdem sich seine Augen der ungewohnten Helligkeit angepaßt haben, findet er sich auf einer erhöhten, offensichtlich von Menschenhand geschaffenen Terrasse, mit Blick auf eine weite Waldlandschaft. Sich umdrehend sieht er über sich eine Art Bergfried aufragen, welcher von Ringmauern umgeben ist, die seinem militärisch geschulten Auge etwas dürftig erscheinen (Anm. d. Erzählers: Es handelt sich um das Kyffhäuser-Denkmal im Harzvorland; einschlägige Abbildungen sind bei Google verfügbar). Auf halber Höhe des Bergfrieds steht die metallene Figur eines Reiters, tiefer, in einer Nische, sitzt eine überlebensgroße Gestalt – diese aus Stein gehauen – welche seltsamerweise ein Abbild der ihn so vertrauten Krone des Heiligen Römischen Reichs trägt.800px-Kyffhäuserdenkmal_um_1900

Den Kopf schüttelnd geht er zum Rand der Terrasse und blickt, etwas tiefer, auf einen großen freien Platz, welcher menschenleer ist, auf dem sich aber mehrere gedeckte Wagen von seltsamer Form befinden – Wagen müssen es ja wohl, angesichts der jeweils vier Räder, sein. Er steigt eine breite Treppe hinunter und schickt sich an den Platz zu überqueren, um die eigenartigen Vehikel in Augeschein zu nehmen, als er ein sich näherndes, brummendes Geräusch wahrnimmt, welches von den Klängen einer Art von Musik überlagert wird. Die Musik weckt lange verschüttete Erinnerungen, bis es plötzlich dämmert: Er hat Klänge dieser Art auf seinem nie vollendeten Kreuzzug, im Land der Seldschuken (Anm.: teilweises Vorläufer-Element der heutigen Türken) gehört.Karte_Kyffhäuser

Ein weiteres der seltsamen Fahrzeuge birst, offenbar von Geisterhand bewegt, in vollem Lauf auf den Platz, hält auf ihn zu, schert erst wenige Schritte von ihm entfernt aus und kommt, schlitternd und Staub aufwirbelnd, dicht vor ihn zum Stehen. Während dieses Manövers dringen weiterhin ohrenbetäubende Klänge der fremden Musik aus dem Vehikel. Türen mit offensichtlich gläsernen Scheiben von einem Umfang, welcher jeden Glasmacher seiner Zeit vor Neid hätte erblassen lassen, öffnen sich und vier junge Männer in seltsamer Gewandung entsteigen dem Gefährt. Ihre Haare sind, nach der Art von Hörigen, kurzgeschoren, nicht höfisch lang; ebensowenig höfisch ist ihre Art sich zu bewegen und, ganz allgemein, ihr gesamtes Gebaren.

 Zusammenstoß der Kulturen

Einer der Vier baut sich vor dem Mann aus dem Kyffhäuser auf; die anderen drei gruppieren sich, den hechelnden jüngeren Mitgliedern eines Wolfsrudels gleich, hinter ihm. Der Anführer ist zwar massiv gebaut, aber mindestens einen Kopf kleiner als sein Gegenüber. „Wo is Rest von Zirkus, Opa?“ eröffnet der Anführer die Unterhaltung, noch in relativ neutralem Gesprächston. Barbarossa erwidert: „Was ist dein
Begehr mit mir, Schalk?“ Angesichts der Haartracht und des wenig höfischen Gebarens der Gruppe, wählt er die im Umgang mit den niederen Schichten gebräuchliche Form der Anrede. (Anm. d. Erzählers: Das Wort „Schalk“ ist nicht dahingehend zu verstehen, dass der Kaiser sein Gegenüber besonders amüsant oder verschmitzt findet – es ist vielmehr die altdeutsche Bezeichnung für „Knecht“ bzw.. generell eine Person von niedriger sozialer Stellung.)SANYO DIGITAL CAMERA

Der Anführer sagt, indem er auf eine – ganz offensichtliche goldene – Kette an Barbarossas Hals zeigt, diesmal in bedeutend schärferem Ton: “ Opa, schieb‘ das da über oder, schwör, isch disch mach‘ Messer“. Und, als sein Gegenüber verständnislos schaut, stößt er Barbarossa mit beide Handflächen hart gegen die Brust. Der Kaiser tritt einen Schritt zurück, das breite Schwert macht ein schnarrendes Geräusch, als es aus der Scheide fährt, gefolgt von einem dumpfen, Schlachthofbesuchern vertrauten Laut; die beiden, von der Hirnschale bis zum Schritt säuberlich getrennten Hälften des Anführers stehen noch einen Augenblick aufrecht da, ehe sie nach rechts und links zu Boden sinken. Barbarossa nimmt aus dem Augenwinkel wahr, dass ein zweites Mitglied  der Gruppe in seine Jacke greift, verkehrt die Richtung seiner Klinge mit einer Drehung des Handgelenks und ein Kopf rollt über die festgestampfte Erde des Platzes, während ein zweiter Körper, mit fontänenartig aus dem Hals spritzendem Blut, ebenfalls zu Boden fällt. Die beiden restlichen Mitglieder der Gruppe starren den Kaiser für einige Sekunden mit aufgerissenen Augen an, geben dann unisono ein Geräusch von sich, welches halb Wimmern, halb Entsetzensschrei ist, drehen sich auf den Hacken um und rennen in den Wald.

Barbarossa schickt ihnen ein „Steht und kämpft, ehrlose Neidlinge!“ hinterher, schüttelt den Kopf, reinigt sein Schwert an der Kleidung eines der beiden Toten ehe er es wieder in die Scheide steckt und beginnt nach der Quelle der weiterhin laut schallenden Musik zu forschen, mit dem Ergebnis, dass diese wohl aus der Innenwand der seltsamen Gefährts kommen muss. Seine Untersuchung wird von den drei Raben unterbrochen, welche beginnen unter lautem Krächzen um seinen Kopf und von diesem immer wieder hin zu der Architektur auf dem Hügel  fliegen: sie wollen ihn mit dieser Gestik ganz offensichtlich auffordern, dorthin zurückzukehren.

Ein – wenig befriedigender, aber zu erwartender – Ausklang

Während er sich, dieser Aufforderung folgend, wieder auf die Terrasse und zur ins Berginnere führenden Pforte begibt, vernimmt Barbarossa aus verschiedenen Richtungen rasch näher kommende Geräusche, welche an den Klang von Kriegs-Hörnern erinnern. Wie sich rasch herausstellt, werden diese Geräusche durch weitere Vehikel der seltsamen Art erzeugt, welche sich auf den großen Platz vor der „Burg“ ergießen;  im Gegensatz zu den anderen Vehikeln sind diese jedoch uniform weiß und blau gefärbt. Die Fahrzeuge spucken Scharen von  – ebenfalls uniform gekleideten – Männern aus, die teils seltsame Armbrüste ohne Bogen und Sehne, teils kleine schwarze Gegenstände in den Händen halten und sich rasch im Kreis und im Schutz der diversen Vehikel verteilen.Kyffhaeuser_Tilleda

Eine Person, die über beträchtliche Stimmgewalt verfügen muss, ruft: „Hier spricht die Polizei! Werfen Sie die Waffe weg, legen Sie die Hände hinter den Kopf und gehen Sie langsam in die Knie.“ Während der Kaiser noch verständnislos blickt, wird die Aufforderung wiederholt und, als er immer noch nicht reagiert, vernimmt er einen hellen Knall. Irgend etwas trifft die Mauer neben ihm und ein abgesprengter Steinsplitter ritzt seine Wange. Das Krächzen der Raben ist inzwischen zum Crescendo angeschwollen, sie zerren mit den Schnäbeln an seinen Haaren und und ihre Absicht ihn in den Berg zurückzuholen ist inzwischen unmissverständlich. Da ruft BarbarossaBarbarossa der uniformierten Schar zu: „Was für ein Narrenschiff habt ihr Ärschlinge aus dem Reich gemacht, das ich euch wohlbestellt zurückgelassen habe. Ihr könnt es haben, ich will keinen Teil daran.“ Spricht’s und tritt zurück in die Felswand, welche sich mit einem donnernden Knall von Stein auf Stein hinter ihm schließt.

So endet der erste Ausflug des Schläfers vom Kyffhäuser in sein einstmaliges Reich. Vielleicht kommt er ja nochmals wieder, um – wie es die Sage verheißt – dieses Land zu retten. Aber falls Du diese Absicht haben solltest, o Friedrich, dann komme bald – sonst gibt es nichts mehr zu retten!

Quo usque tandem

P. S.: Mancher Leser der vorstehenden Zeilen wird sicher fragen „Hat der alte Quo jetzt endgültig ein Rad ab?“ Hierzu sei mir die Gegenfrage erlaubt „Hat man in diesen Zeiten des Ausverkaufs und Verfalls von Nation, Heimat und  eigener Kultur nicht das Recht, ab und zu ein wenig zu träumen?“.

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http://michael-mannheimer.info/2014/01/13/migrantengewalt-oder-was-waere-wenn/

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Aktuell gibt es auch Helden, Stürzenberger als Beispiel….

Aber national-übergreifende…..nein. Ohne Helden stirbt jedes Volk. Deshalb müssen wir auf die alten Sagen und auf die Großen außergewöhnlichen Helden unserer Vergangenheit zurück-greifen….laßt uns beten, laßt uns beschwören, laßt uns hoffen das die Helden der Vergangenheit wiederkommen.

Auch der grausam verunglimpfte Mann aus der Ostmark, 18, AH, oder deutlich Adolf Hitler wäre ein solcher…..nur mal so als Idee….oder?

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im Kyffhäuser ist der zentrale Punkt einer Sage der Bergentrückung, in der sich der über Jahrhunderte populäre Volksglaube an die Rückkehr eines Friedenskaisers ausdrückt. Nach dieser Sage schläft in einer Höhle des Kyffhäuserbergs der Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, mitsamt seinen Getreuen, um eines Tages zu erwachen, das Reich zu retten und es wieder zu neuer Herrlichkeit zu führen.

Während er schläft, wächst sein Bart um einen Steintisch. Bis jetzt reicht er zweimal herum und wenn die dritte Runde beendet ist, beginnt das Ende der Welt. Alle hundert Jahre wacht der Kaiser auf und wenn dann noch immer Rab
en um den Berg kreisen, schläft er ein weiteres Jahrhundert. Sobald er erwacht, reitet er zum Walserfeld, wo der vertrocknete Walser Birnbaum, an welchen der Kurfürst von Bayern seinen Wappenschild hängt, wieder erblüht. Dort schlägt er die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse, welche (hoffentlich) das Gute gewinnt.

In der Höhle sollen Besucher mit viel Vorstellungsvermögen den Kaiser sehen können, wie er auf einer Bank sitzt und schläft. Sein roter Bart sei schon durch den steinernen Tisch gewachsen. Bis zum 16. Jahrhundert nahm nicht Barbarossa, sondern Kaiser Friedrich II. die Rolle des schlafenden Kaisers in der Sage ein, später auch Karl der Große.[10] Vor allem im Mittelalter gab es immer wieder Hochstapler, die sich als auferstandener Kaiser ausgaben und viele damit täuschten. Das vielleicht bekannteste Beispiel hierfür ist das des Tile Kolup.

Besonders im 19. Jahrhundert wurden mit der Sage auch aktuelle politische Forderungen verknüpft. Vor der deutschen Einigung 1871 hegten viele Deutsche den Wunsch nach einem Nationalstaat, wie er nach damaliger Auffassung zu Zeiten Friedrichs I. existierte.

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mehr über Barbarossa—historisch

Barbarossa

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