.

In ganz Nordeuropa sind sie als Dessert beliebt. Doch jetzt droht den »Kanelsnegle«, in anderen Ländern als »Zimtschnecken« bekannt, das Ende durch neue EU-Bestimmungen, wonach sie als gesundheitsschädlich eingestuft werden. Und das nicht etwa wegen des raffinierten Zuckers, des bromierten weißen Mehls und anderer industriell verarbeiteter Zutaten – nein, die EU-Bürokraten sorgen sich über den vollkommen natürlichen Cassiazimt, der angeblich eine leberschädigende Substanz enthält.

 

Diese Substanz ist bekannt als »Cumarin«. Dabei handelt es sich um ein natürliches blutverdünnendes und appetitzügelndes Mittel, das sich in vielen Pflanzen und Kräutern findet. Doch da eine zuvor in der Zeitschrift Journal of Agriculture and Food Chemistry veröffentlichte Studie ergeben hat, dass das Cumarin in der am häufigsten verwendeten Zimtsorte, dem Cassiazimt, das Risiko einer Leberschädigung erhöhen könnte, begeben sich die EU-Gesundheitsbehörden jetzt auf den Kriegspfad, um es verbieten zu lassen.

Laut der amerikanischen Zeitschrift The Atlantic ist schon jetzt durch EU-Verordnungen festgelegt, wie viel Zimt bestimmten Lebensmitteln zugegeben werden darf. Für traditionelle oder saisonale Backwaren dürfen Bäcker in Europa beispielsweise einem Kilo Teig höchstens 50 Milligramm Zimt zugeben, bei normalen Teilchen und Plätzchen ist der Wert auf nur 15 Milligramm pro Kilo Teig begrenzt. Jedes EU-Mitgliedsland muss selbst bestimmen, welches Gebäck in welche Kategorie fällt.

In Dänemark haben die Gesundheitsbehörden kürzlich entschieden, Kanelsnegle von nun an als normales, das heißt nicht mehr als saisonales oder traditionelles, Gebäck zu klassifizieren. Deshalb müssen die Bäcker den Zimtanteil jetzt um mindestens 79 Prozent kürzen. Das ist natürlich problematisch für ein Festtagsgebäck, das normalerweise geradezu verschwenderische Mengen an Zimt enthält.

»Das bedeutet das Ende für die Zimtschnecken, wie wir sie kennen«, schimpft Hardy Christensen, Chef des dänischen Bäckereiverbands, in der britischen Tageszeitung Daily Mail. »Natürlich sind Zimtschnecken ein traditionelles dänisches Bäckereiprodukt. Wir backen seit 200 Jahren Brot und Kuchen mit Zimt.«

Unsinnige Bestimmungen ignorieren industriell verarbeiteten Junk, verteufeln aber gleichzeitig ein natürliches Gewürz

Diese jüngste Gouvernantenstaats-Posse wird dadurch noch lächerlicher, dass sie von den Gesundheitsbehörden als Schutzmaßnahme verteidigt wird, während dieselben Behörden all die vielen anderen ungesunden Zutaten in den Zimtschnecken ignorieren. Ironischerweise ist der Zimt wahrscheinlich der gesündeste Inhaltsstoff in Zimtschnecken, die letztendlich nichts anderes sind als industriell verarbeitetes Junk Food.

»Um deswegen krank zu werden, müsste jemand so viele Zimtschnecken essen, dass er mit Sicherheit längst an Fettleibigkeit gestorben wäre, bevor ihm das bisschen Zimt schaden würde«, erklärte Paul Nuttall, der stellvertretende Vorsitzende der britischen United Kingdom Independence Party, in der Zeitung The Telegraph. Die Independence Party setzt sich offen für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ein, die für solchen Bestimmungs-Irrsinn berüchtigt ist.

»Wir brauchen keinen Gouvernantenstaat und keine EU, die uns sagt, was wir zu tun haben, geschweige denn, wie viele Plätzchen wir zu Weihnachten essen sollten«, empört sich Nuttall.

Berichten zufolge geben die dänischen Lebensmittelbehörden den Bäckern Zeit bis März, sich an die neuen Bestimmungen anzupassen, durch die – wie sie in lächerlicher Manier erklären – die »Risiken« im Zusammenhang mit zu viel Zimt gesenkt werden. Britische Lebensmittelbehörden räumen ein, die wenigen Untersuchungen, die Cumarin als unsicher einstufen, seien »fragwürdig«; deshalb werden britischen Bäckern keine ähnlichen Auflagen für die Verwendung von Zimt gemacht.

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

TheAtlantic.com

Bustle.com

Telegraph.co.uk

//

NEWSLETTER
0 0 vote
Article Rating
2 Comments
Most Voted
Newest Oldest
Inline Feedbacks
View all comments
Hans Huckebein
Hans Huckebein
14/01/2014 21:22

„…Ironischerweise ist der Zimt wahrscheinlich der gesündeste Inhaltsstoff in Zimtschnecken…“ Das steht für mich unumstößlich fest. Darum auch diese (sicherlich von der Pharma-Mafia inszenierte) Hexenjagd auf Zimt. Vermindert der Zimt doch den Pillen-Profit! H.H. Zimt und Honig Man kann wohl wetten, daß die Arzneimittelfirmen es nicht so gerne sehen, wenn dies hier die Runde macht. Die Fakten hinsichtlich Honig und Zimt: Man hat herausgefunden, daß eine Mixtur aus Honig und Zimt die meisten Krankheiten kuriert. Honig wird in den meisten Ländern der Welt produziert. Heutige Wissenschaftler akzeptieren bereits die Tatsache, daß Honig ein sehr wirksames Abwehrmittel gegen alle möglichen Krankheiten… Weiterlesen »

deutschelobby
15/01/2014 00:11
Reply to  Hans Huckebein

Danke für die ausführliche Zusammenstellung….

Wiggerl

Translate »