Zerstören Feministinnen unsere Kultur? Wer heute so etwas sagt, der wird schnell angegriffen. Doch was passiert, wenn eine Feministin sich so äußert? Eine solche Dissidentin gibt es tatsächlich.

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Was halten Sie von der folgenden Aussage: »Junge Männer werden von unserer Gesellschaft kastriert.« Und weiter: »Der zunehmende Mangel an Männern mit militärischer Erfahrung wird das Rezept sein für eine gesellschaftliche Katastrophe.« Ist das nicht harter Tobak? Doch dies sind nicht die politisch unkorrekten Worte eines vermeintlich rechtspopulistischen Männerrechtlers oder eines homophoben Rückwärtsgewandten.

Nein. Diese Worte stammen aus dem Mund der weltweit bekanntesten Feministin, von Camille Paglia.

Die in den USA berühmt gewordene Kunst- und Kulturhistorikerin und Professorin an der Universität von Philadelphia bezeichnet sich selbst als »Feminismus-Dissidentin«. »Unsere Gesellschaft begeht Selbstmord«, urteilte sie zuletzt gegenüber dem Wall Street Journal. Die Versuche der Feministen und Gender-Lobbyisten, Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu leugnen und von der kollektiven Wahrnehmung fernzuhalten,

seien der Grund für vieles, das sich in der westlichen Welt zum Schlechten wandle.

Auch, dass viele politische und wirtschaftliche Eliten der USA den Militärdienst verweigerten, sieht Paglia als großen Fehler: »Diese Menschen verstehen es nicht, militärisch zu denken. Sie haben keinen Sinn für das Böse und für Kriminalität. Sie sehen alles rosarot und denken, wenn nur alle so rosarot sähen, dann würde sich alles zum Guten wenden.

Doch genau das ist das Rezept für die gesellschaftliche Katastrophe.«

Das Desaster nehme dabei schon im Kindergarten seinen Lauf, jungen werden nach Paglias Auffassung im staatlichen Bildungssystem massiv benachteiligt. »Jeder mit starker physischer Energie wird hier unterdrückt«, sagte sie dem amerikanischen Wall Street Journal. »Die Grundschulen unternehmen alles in ihrer Macht Stehende, um Jungen in Kastraten zu verwandeln.« Es sei »eine toxische Umwelt für die Männlichkeit«.

Die Entindustrialisierung sieht Paglia als einen weiteren wichtigen Faktor. Sie beraube junge Männer ihren Vorbildern. Männlichkeit sei nur noch etwas, das auf Grundlage von Fernsehsendungen nachgeahmt werde. »Ansonsten gibt es nichts mehr. Es gibt keinen Platz mehr für Männlichkeit«, so Paglia.

Doch auch das zeitgeistkonforme Frauenbild kritisiert die etwas andere Feministin: »Die weibliche Elite der oberen Mittelklasse ist nur noch eine Klonbatterie, verdammt zu 30 Jahren Pilâtes.« Der neue Zeitgeist erlaube auch Frauen nicht mehr »zu wissen, was weiblich ist«.

Darf man so diffamieren?

Und während selbst die deutsche Berliner Zeitung einer dokumentarischen US-Fernsehserie über den wertkonservativen Selfmade-Millionär Phil Robertson eine »reaktionäre Vorstellung von Gesellschaft« attestiert, in der »die weiße Südstaatenweit noch in Ordnung« sei, springt die lesbische Camille Paglia dem Chef der »Duck Dynasty« mutig zur Seite:

»In einem demokratischen Land haben die Menschen genauso das Recht, homophob zu sein, wie sie das Recht haben, Homosexualität zu unterstützen – so, wie ich das hundertprozentig tue. Und wenn Homophobe in ihrer Kritik die Bi-
bel zu Rate ziehen, ist dies ihr gutes Recht. Es besteht schließlich Religionsfreiheit.«

Die Systemschreiberlinge in den Vereinigten Staaten würden Camille Paglia gerne in eine Ecke stellen mit den zahlreichen kontroversen wertkonservativen Radiomoderatoren des Landes, wie Rush Limbaugh, Alex Jones und Howard Stern. Doch so leicht schreibt sich die Diffamierung diesmal nicht von der Hand.

Denn Camille Paglia hat eine beachtliche akademische Laufbahn hinter sich. Schon in der Vergangenheit kritisierte sie immer wieder die Feministinnen des Establishments scharf. Wissenschaftlich untersucht Paglia das Bild der Frau in Kultur und Kunst. Sie sieht amoralische und pornographische Elemente zwar als wichtige Bestandteile der hohen Kunst, doch auf der anderen Seite warnt sie ausdrücklich davor, diesen Elementen freien Lauf zu lassen.

Paglia sieht sich selbst als kämpferische Feministin und setzt sich für die politische, berufliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frau ein. Doch sie vertritt ebenso die Auffassung, dass eher die Männer Kunst, Kultur, Wissenschaft und Zivilisation vorangetrieben hätten.

Sie begründet dies in ihren wissenschaftlichen Arbeiten mit der biologischen Rolle von Mann und Frau. Die Männer seien anatomisch für solche Kulturleistungen prädestiniert. »Wenn die Zivilisation in weiblichen Händen gelassen worden wäre«, schreibt sie, »würden wir immer noch in Grashütten leben.«

Eine Auffassung, die in feministischen Zirkeln gar nicht gern gelesen wird. Der These von der zunehmenden Bedeutungslosigkeit der weißen Europäer und auch den bedrohlicher werdenden Normen der Politischen Korrektheit trifft Paglia damit tief ins Mark. Dass ihr aktuelles Buch zunächst von sieben Verlagen abgelehnt wurde, ist vor diesem Hintergrund nur die logische Konsequenz.

Doch nicht nur intellektuell hebt sich Camille Paglia von anderen Feministinnen ab. Es gibt bei ihr einen deutlichen Unterschied zu anderen Feministinnen. Paglia hat schließlich neben ihrer akademischen Karriere richtig gearbeitet. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie beim Hubschrauberhersteller Sikorsky in Stratford, Connecticut.

Sie weiß also, wovon sie redet, wenn sie über »Männerarbeit« spricht.

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nachzulesen bei Kopp-Exklusiv 03-2014

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Runenkrieger11
18/01/2014 10:57

Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

neuesdeutschesreich
18/01/2014 03:10

Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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