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Dumm und hässlich / Wieso das Volk nie hätte Lesen lernen dürfen, was Bildungsreformen wirklich bezwecken, und warum Schönheit verboten gehört

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Misstrauische Kirchenmänner und skeptische Adelige hatten uns gewarnt, schon vor mehr als 250 Jahren! Damals gingen deutsche Fürsten, die sich für „aufgeklärt“ hielten, daran, überall in ihrem Land Schulen einzurichten, damit ihre Völker Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Der Preußenkönig war wie häufig ganz vorne mit dabei.

Das wird böse enden, mahnten die Warner. Wenn der Pöbel erst lesen kann, infiziert er sich über kurz oder lang mit umstürzlerischen Gedanken. Wenn er schreiben lernt, wird er derlei gefährlichen Unfug auch noch verbreiten. Überhaupt gewänne er einen ganz eigenen Überblick über den Gang der Dinge, auch der großen, und aus sei’s mit der alleinigen Deutungshoheit der hohen Herren.

Wie sich zeigen sollte, hatten die Skeptiker vollkommen recht, genauso kam’s. Auf die Epoche des Lesenlernens folgte unmittelbar die der Revolutionen.

Grund: Wo sich eben noch folgsame, weil „bildungsferne“ Untertanen artig duckten, trafen die Herrscher plötzlich auf widerborstige Freigeister, die Bildung besaßen und sich daher ihre Gedanken nicht mehr vorschreiben ließen, weshalb es mit denen dauernd Scherereien gab. Zudem erkannten die Leute, dass sie nicht allein waren, sondern einer Nation angehörten. Da war das Giftgemisch des Aufruhrs komplett, die Idee von Freiheit und Demokratie nicht mehr aufzuhalten.

Schulen verrotten,
Schüler verblöden:
Wie aus aufmüpfigen
Bildungsbürgern
Untertanen werden

Diesen historischen Hintergrund sollte sich jeder vor Augen halten, der sich über Bildungsreformen wundert, die seit mehr als vier Jahrzehnten das Niveau der Schulbildung und der Universitäten planvoll in den Ruin pressen. Da wird etwas rückabgewickelt: Aus dem aufmüpfigen Bildungsbürger soll wieder der artig-ahnungslose Döskopp werden, mit dem die Herrschenden all die Jahrhunderte vor der verhängnisvollen Massenbildung so wundervoll gefahren sind.

An die Stelle der alten, untereinander kreuz und quer verwandten europäischen Herrscherhäuser ist eine neue Elite getreten, die ihren historischen Vorfahren recht ähnlich sieht, wenn man genauer hinschaut. Was ihre Altvorderen im 19. Jahrhundert vor Ekel speiend als „Demokraten“ verdammten und verfolgten, das brandmarken sie heute als „Populisten“. Demokraten oder Populisten waren und sind diejenigen, die mit ihren verwerflichen Ideen die „Stabilität der europäischen Ordnung gefährden“, nach dem Wiener Kongress nicht minder als vor den EU-Wahlen.

Dummerweise kann man die Entmachtung des Pöbels nicht öffentlich beim Namen nennen, weil es noch zu viele gibt, die sich Restbestände an Bildung und Überblick erhalten haben und an ihren „Rechten“ hängen. Die könnten Ärger machen. Daher sollte man eine gewisse Fassade wahren. Allerdings sind sich die Herrscher ihrer Macht mittlerweile dermaßen sicher, dass sie sich bei der Tarnung ihrer wahren Absichten kaum noch Mühe geben.

Auf ihrem Parteitag im November warnte beispielsweise die SPD vor „Renationalisierung“ in der EU, denn die „bedroht das institutionelle Gefüge der EU und spielt den Populisten in die Karten“. Was das übersetzt heißt, schimmert deutlich hindurch: Die Sozialdemokraten wollen unbedingt verhindern, dass Machtbefugnisse vom Brüsseler Hofstaat zurück in die Hand der Völker gehen („Renationalisierung“), weil dies demokratischen Kräften („Populisten“) Auftrieb geben und die Macht des Hofes („institutionelles Gefüge“) schwächen könnte.

Indes: Dass wir den wahren Gehalt dieser Aussage so leicht durchschauen, ist ein alarmierendes Signal dafür, dass unsere Entbildung noch lange nicht hinreichend vollendet ist. Aber uns gehört ja auch nicht die Zukunft, sondern der Jugend.

Was deren Verdummpöbelung angeht, hat die deutsche Hauptstadt mit den Nachrichten über die Rütli-Schule bereits vor Jahren bewiesen, dass Berlin immer noch Maßstäbe setzen kann. Dabei bemühen sich die Verantwortlichen nicht allein um die Zerschlagung jeder halbwegs erfolgversprechenden Unterrichtssituation oder die Zersetzung des Lehrstoffs durch sinnfreie Inhalte wie „Gender“. Nein, wie eine Elterninitiative aufdeckt, verwandeln Behörden die Berliner Lehranstalten zudem in stinkende Pesthöhlen. Fadenwürmer auf den Toiletten legen glitschiges Zeugnis ab von sagenhaften hygienischen Zuständen an den Schulen.

Lange konnte man den Eltern weismachen, die Sauerei in ihrer Schule sei ein „Einzelfall“. Dann aber haben sie sich zu einem demokratischen Mob zusammengerottet und erkannt, dass die Verdreckung offenbar System hat. Nun setzen sie dem „institutionellen Gefüge“ der Schulverwaltung heftig zu und fordern gemeinsam Besserung. Üble Populisten eben.

Doch Gemach: Auch dieser Aufruhr geht vorüber, und sobald sich das Getöse gelegt hat, kann das „Gefüge“ in aller Ruhe fortfahren mit der planvollen Zerstörung der Schulen. Eine entnervte Mutter räumt die Übermacht des Apparats unumwunden ein: „Es ist dieses Gefühl, immer wachsam sein zu müssen. Nie davon ausgehen zu können, dass die Dinge korrekt ausgeführt werden und auch langfristig bestehen. Man lebt ständig in der Sorge: Was kommt als nächstes?“

Dieses Eingeständnis sollte den Funktionären der Berliner Schulverwaltung und den Bildungspolitikern der Stadt die Brust vor Stolz platzen lassen. Berlin! Das war einmal das Herz der Humboldtschen Bildungsrevolution und der Nabel preußischer Ordnung und Berechenbarkeit! Und nun? Rütli-Schule, Fadenwürmer, und „nie davon ausgehen können, dass die Dinge korrekt ausgeführt werden“ oder „was als nächstes kommt“. Fabelhaft: Sie haben die reaktionären Kaderschmieden des gebildeten und selbstdenkenden Staatsbürgers in verrottete Ruinen verwandelt. Wer durch so eine Hölle gegangen ist, dem sollte zu Vokabeln wie „Bildungsideal“ nur noch lauer Spott einfallen. Berlin ist nicht allein, Hamburg will auch eine fortschrittliche Metropole sein und müht sich mit Erfolg: Neulich beschied mir hier eine Jugendliche, so um die 18: „Ich les’ keine Bücher!“ Sie äußerte das mit sichtbarem Stolz, Dummstolz sozusagen. Die wird sich nie über „Entdemokratisierung der Entscheidungsprozesse im Rahmen der EU“ aufregen oder gegen den Bruch irgendwelcher europäischen Verträge protestieren. Sowas interessiert sie nicht die Bohne. Sprich: Das Mädel ist der perfekte Untertan.

Das heißt natürlich nicht, dass sich der verdummpöbelte Zeitgenosse gegen gar nichts mehr wehrt, oh nein! Werbung interessiert uns doch alle, und da haben die Grünen im Bezirksparlament von Friedrichshain-Kreuzberg einen echten Skandal entdeckt, dem sie, unterstützt von Linken, SPD und Piraten, energisch zuleibe rücken wollen. In dem Mehrheitsantrag heißt es: „Das Bezirksamt wird beauftragt, die Präsentation von sexistischer, diskriminierender und frauenfeindlicher Außenwerbung auf bezirkseigenen Flächen zu untersagen.“

Was wirklich gemeint ist: Werbung mit schönen Frauen ist den Grünen ein Dorn im Auge. Warum? In der Begründung zum Antrag schreiben sie, solche Werbung habe zur Folge, dass sich „Mädchen und Frauen dem konstruierten Bilde der zurückhaltenden, angenehmen, schönen und dekorativen Frau fügen“.

Was Grüne, Linke, SPD und Piraten also anstreben, sind Mädchen und Frauen, die sich am Bilde der aufdringlichen, unangenehmen, hässlichen und unansehnlichen Frau orientieren. Um es klar zu sagen: Es geht ihnen nicht bloß darum, ihr Frauenideal von der aufdringlichen und hässlichen wirkungsvoller zu propagieren. Nein, alles andere soll strikt verboten werden auf bezirkseigenen Werbeflächen in Friedrichshain-Kreuzberg. Unter welche Losung stellt man so eine Kampagne wohl am besten? Mein Vorschlag: „Offensive für mehr Toleranz und Vielfalt in unserem Bezirk: Wer Schönheit schön findet, ist ein Rechtspopulist! Kein Fußbreit dem Faschismus!“

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nachzulesen bei preussische-allgemeine-zeitung 05-2014

 

 

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Hans Huckebein
Hans Huckebein
01/02/2014 22:34

Zitat: „Was Grüne, Linke, SPD und Piraten also anstreben, sind Mädchen und Frauen, die sich am Bilde der aufdringlichen, unangenehmen, hässlichen und unansehnlichen Frau orientieren.“ Nun, da hat es in dieser VS-Kolonie aber wahrlich keinen Mangel an derartigen Vorbildern. Vornweg natürlich die holde Kanzerette, dichtauf gefolgt von solchen Schönheitsidealen wie Claudia Roth oder der wunderhübschen Alice Schwarzer. Vom Zentralrat der Dauerempörten empfiehlt sich noch die zarte Knobloch… (ich hör hier lieber auf, sonst kotz ich noch auf die Tastatur). Ich habe mittlerweile den Eindruck gewonnen, daß eine Frau, die nicht diesen hären Schönheitsidealen entspricht, schon mal garnicht in politische Führungsetagen… Weiterlesen »

deutschelobby
02/02/2014 06:39
Reply to  Hans Huckebein

lieber den „Arsch einer alten Kuh“, als irgendeine grüne Schlampe……

Edelwolf
01/02/2014 16:41

Hat dies auf ϟ Edelwolf´s Echo ✠ rebloggt.

igitt
igitt
01/02/2014 09:32

Ist jetzt Angie das neue Frauenideal?
Physikerin: Da lache ich ja – die verpennt gerade alle Chancen für Deutschland
Regentin: Da lache ich auch – die hat vor lauter selbstverliebt und sich schmeicheln lassen gar keine Zeit zum regieren.
Ich bin lieber häßlich.
Das mit dem Adelspöbel ist mir aus der Seele geschrieben. Zeit das Mittelalter endgültig hinter uns zu lassen, das erweitere sogar ich auch auf den Vatikan. Kirchen in der Gemeinde würde ich als Atheist sogar verteidigen. Christentum gibt es nur unter den Einzelnen nicht vom Stuhl diktiert.

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