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soll die Offenlegung weiterer Informationen über einen Felsbrocken auf dem Roten Planeten erstritten werden

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Ist dies der langersehnte Beweis für Leben auf dem Mars oder handelt es sich nur um einen einfachen Felsbrocken? Der Astrobiologe Dr. Rhawn Joseph will nun die amerikanische Weltraumbehörde NASA und ihren Leiter Charles Bolden auf dem Rechtsweg dazu zwingen, umfassendere Informationen über einen mysteriösen Gesteinsbrocken offenzulegen, der am 8. Januar auf Bildern zu sehen war, die vom Marsrover Opportunity aufgenommen worden waren. In seiner Klageschrift forderte er die NASA auf, »einen möglicherweise biologischen Organismus gründlich wissenschaftlich zu untersuchen«.

Die NASA bezeichnet das fragliche Objekt als einen »Stein« und erklärt sein plötzliches Auftauchen in späteren, aber nicht in früheren Fotos damit, dass er vermutlich durch einen Stoß mit den Rädern des sich in der Umgebung bewegenden Rovers in das Blickfeld der Kamera

 »geschubst« worden sei.

 Der Stein ist auf seiner Außenseite weiß und auf seiner Innenseite rot. Daher meinten NASA-Wissenschaftler schmunzelnd, er ähnele ein wenig dem bekannten amerikanischen Gebäck Jelly doughnut (vergleichbar mit dem Berliner Ballen). Dann aber entschied sich die Weltraumbehörde doch für die Bezeichnung »Pinnacle Island«.

 »Wir haben ihn mit unserem Mikroskop in Augenschein genommen. Es handelt sich mit Sicherheit um einen Gesteinsbrocken«, sagte der leitende Rover-Wissenschaftler Prof. Steve Squyres in der letzten Woche im Rahmen einer Veranstaltung zum zehnten Jahrestag des Beginns der Opportunity-Mission auf dem Mars. »Es scheint, als habe er sich von selbst vollständig gedreht.«

 Aber Joseph hält dies für eine übereilte Schlussfolgerung. Seiner Ansicht nach sieht das Objekt eher wie ein »Champignon-ähnlicher Pilz, wie ein zusammengesetzter Organismus aus, der aus Kolonien von Flechten und Cyanobakterien besteht, die auf der Erde als Apothecium bekannt sind«, schrieb er in seinem Antrag. Weiter meinte er, der Gesteinsbrocken sei bereits auf früheren Fotos zu sehen gewesen, die die NASA veröffentlicht habe. Joseph veröffentlichte eine starke Vergrößerung des früheren Fotos auf der Internetseite Cosmology.com, in der seiner Ansicht nach der Brocken bereits teilweise zu sehen gewesen sei. In seinem Antrag erklärt er dazu:

»Aufgrund wechselnder Wetterbedingungen auf dem Mars waren die Sporen Feuchtigkeit ausgesetzt. In den folgenden zwölf Tagen wuchsen die Sporen und entwickelten die abgebildete Struktur… Diese Beweise stimmen mit bekannten biologischen Aktivitäten überein und legen nahe, dass hier möglicherweise Leben auf dem Mars entdeckt wurde.

Fehlt allerdings Feuchtigkeit, trocknen biologische Exemplare wie Apothecium aus, werden spröde und brechen auseinander. Dies ist offenbar mit der abgebildeten Struktur geschehen.«

 Joseph warf der NASA darüber hinaus vor, keine weiteren Nahaufnahmen veröffentlicht zu haben, von deren Existenz er ausgehe. »Jeder intelligente Erwachsene, Heranwachsende oder jedes intelligente Kind, jeder Schimpanse, Hund oder jedes Nagetier mit auch nur einer Spur von Neugier hätte sich dieser schüsselartigen Struktur, die nur wenige Dezimeter vor ihnen auftauchte und die sie zwölf Tage zuvor dort noch nicht bemerkt hatten, genähert und sie genauer untersucht. Ganz anders die NASA und ihre Rover-Gruppe, die sich weigern, auch nur eine einzige Nahaufnahme zu machen«, schimpfte er. Es wäre »unfassbar, eine Form rücksichtsloser Nachlässigkeit und einfach grotesk«, wenn die NASA keine mikroskopischen, hochauflösenden Bilder aus verschiedenen Richtungen aufnähme.

 Die NASA erklärte am Donnerstag lediglich, sie nehme zu laufenden Verfahren keine Stellung, sie veröffentliche aber weiter Aufnahmen und werde die Forschungen zur Zusammensetzung von »Pinnacle Island« fortsetzen. »Wie bei allen unseren wissenschaftlichen Missionen wird die NASA auch in diesem Fall alle neuen Daten zum Gesteinsbrocken sowie andere Bilder und Informationen weiterhin diskutieren, sobald neue Daten verfügbar sind«, erklärte NASA-Sprecher Bob Jacobs in einer Stellungnahme gegenüber Popular Science.

 Ein anderer Sprecher sagte gegenüber der Huffington Post, die NASA werde sich mit gewagten Behauptungen zurückhalten. Die Entdeckung von Hinweisen auf Leben auf anderen Himmelskörpern als der Erde sei sicherlich ein wichtiges Ziel der NASA, meinte Allard Beutel. »Aber diese Beweise müssen auch stichhaltig sein.«

 Mit der Zurückhaltung der NASA in diesem Fall dürften sich diejenigen nicht zufriedengeben, die unbedingt weitere Informationen zu möglichen Beweisen für Leben auf dem Roten Planeten einfordern.

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http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/neue-wissenschaften/redaktion/ausserirdisches-leben-auf-dem-mars-in-einem-rechtsstreit-gegen-die-nasa-soll-die-offenlegung-weiter.html

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