Fidel Müller

 

 

An dieser Stelle haben wir unlängst geschrieben: »Wollen Sie die Wahrheit wissen? Dann lesen Sie doch einfach aktuelle Polizeiberichte, die für sich sprechen.« Die Resonanz auf diesen Bericht war gewaltig. Viele haben uns dazu aufgefordert, eine Serie daraus zu machen und immer wieder die Realität da draußen anhand von aktuellen Polizeimeldungen zu skizzieren. Dieser Bitte kommen wir nun nach.

Im idyllischen Norderstedt soll eine Türkin eine Mutter mit Kinderwagen bestohlen und mit Pfefferspray angegriffen haben, so ein aktueller Polizeibericht: »Mit einer guten Täterbeschreibung sucht die Polizeistation Norderstedt Mitte nach einer Diebin. Diese hat gestern Nachmittag gegen 15.30 Uhr im Herold-Center nach einem Geldbörsendiebstahl die bestohlene

Mutter mit Kinderwagen mit Pfefferspray angegriffen. Die Diebin hatte in einem Bekleidungsgeschäft im ersten Obergeschoss eine Geldbörse aus dem Kinderwagen gestohlen.

 Doch eine Zeugin hatte es der bestohlenen Frau erzählt. Die 34-Jährige stellte die Diebin zur Rede und nahm ihre Geldbörse wieder an sich. Dann wollte sie die Polizei verständigen. Als die Diebin flüchten wollte, versuchte die 34-Jährige, die Frau festzuhalten.

Die Diebin sprühte ihr jetzt Pfefferspray ins Gesicht und verschwand. Leicht verletzt kam die Geschädigte vorsorglich in ein Krankenhaus. Zu der Diebin, die sich öfter im Herold-Center aufhalten dürfte, ist folgendes bekannt: Sie spricht fehlerfrei Türkisch und nur gebrochen Deutsch. Sie ist zwischen 40 und 50 Jahre alt und mit 1,60 Meter relativ klein.

Sie ist korpulent und hat eine bräunliche Haut. Im Gesicht fallen Augenringe und schwarze Pigmentstörungen auf. Sie hat schwarze lange Haare (im Ansatz grau), die sie gestern offen trug. Gestern trug die Frau eine schwarze Lederjacke, einen schwarzen Pullover und eine schwarze Hose.«

 In Buxtehude soll ein Türke ein 14 Jahre altes Mädchen vergewaltigt haben, heißt es im aktuellen Polizeibericht: »Am vergangenen Sonntag, den 02.02. wurde zwischen 09:50 h und 12:30 h in Buxtehude hinter der Sporthalle der Stieglitzgrundschule eine 14-jährige Jugendliche Opfer eines bisher unbekannten Vergewaltigers.

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen hat der Unbekannte sich in dem Bereich aufgehalten und sich dann dem zufällig vorbeikommenden Mädchen in den Weg gestellt. Er zwang sie dann, mit ihm auf eine Fläche auf dem Schulgelände hinter die Sporthalle in Richtung Dresdener Straße zu gehen und verging sich dort an ihr. Die Ermittler suchen nun mit einer Phantomzeichnung nach dem mutmaßlichen Vergewaltiger.

 Der Unbekannte konnte wie folgt beschrieben werden: 16 Jahre oder älter, ca. 1.80 m groß und schlank mit breitem Kreuz, kurze dunkelbraune Haare und Dreitagebart, sprach Deutsch mit türkischem Akzent, Bekleidung zur Tatzeit: schwarze Mütze, schwarze Jacke mit weißem Strich am Kragen, blaue Hose mit schwarzem Schild der Firma ›Karl‹, blau-weiße Boxershorts mit einem gelben Gummiband, weiße Schuhe mit schwarzem Strich an der Seite, auf der Lasche ›Air Swiss‹ über einer halben gestreiften gelb-grün-türkisfarbenen Eichel, – Schmuck: nicht gesehen, maskiert mit einem blauen zum Dreieck gefalteten Tuch mit weißen – nicht zu beschreibenden – Zeichen, hatte einen schwarzen Strickschal sowie ein Handy der Marke  Samsung Galaxy-S 3-Handy dabei.«

 Auch die Polizei in Herne bittet um Ihre Mithilfe, sie sucht nach einem brutalen Raubüberfall auf eine Seniorin »Südländer«. Im Polizeibericht heißt es: »In den Morgenstunden des heutigen 6. Februar kam es im Herner Stadtteil Horsthausen zu einem brutalen Raubüberfall auf eine Seniorin (70). Gegen 07.45 Uhr schellten zwei noch unbekannte Männer an dem an der Horsthauser Straße gelegenen Einfamilienhaus der Frau an und gaben sich als Mitarbeiter einer Firma aus. Anschließend drängten die Kriminellen die Hernerin in ihre Wohnung.

Danach fesselten und knebelten die rücksichtslosen Räuber zunächst die 70-Jährige und suchten dann in den Räumlichkeiten nach Beute. Erst gegen 09.00 Uhr verließ das Räuberduo das Haus. Eine Rettungswagenbesatzung brachte die Seniorin zur Untersuchung in ein örtliches Krankenhaus.

Die intensive Fahndung nach den beiden Tätern dauert zurzeit noch an. Die Männer, augenscheinlich Südländer, die gutes Deutsch sprachen, sind ca. 30 Jahre alt, 175 cm groß, haben eine normale Figur und trugen schwarze Jacken. Einer der Räuber war mit einem schwarzen Pullover und einer schwarzen Mütze bekleidet, der andere mit einem grauen Pullover sowie einer grauen Mütze.«

 Auch die Polizei Ulm sucht einen »Südländer«, der einen 81 Jahre alten Rentner als Opfer wählte: »Der unbekannte Mann sprach gegen 15.00 Uhr den Rentner auf einem Parkplatz an der Stuttgarter Straße an. Als der dem Unbekannten mit etwas Kleingeld aushelfen wollte, lenkte der Täter ihn geschickt ab. Er nutzte die Gelegenheit und stahl unbemerkt mehrere Geldscheine des Opfers.

Das bemerkte der 81-Jährige erst viel später. Das Opfer beschrieb der Polizei den Täter als etwa 40-jährigen Südländer, der ca. 175 cm groß ist. Er war dunkel gekleidet und wirkte gepflegt. Der Mann ist sehr beleibt, hat ein rundes Gesicht und schwarze, kurze Haare. Als mögliche Komplizin kommt eine gleichaltrige, ebenfalls südländisch aussehende Frau in Betracht.«

 Die Polizei Siegen warnt vor südländischen Fachkräften: »Aus aktuellem Anlass warnt die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein vor Wechselfallenbetrügern. Am Mittwoch ereigneten sich im Kreisgebiet allein drei solcher Delikte, die der Polizei angezeigt wurden. Gegen 14:40 Uhr meldete sich in Siegen eine Verkäuferin eines Schreibwarengeschäfts fernmündlich bei der Polizei und machte Angaben über einen versuchten Wechselbetrug durch eine unbekannte, nunmehr flüchtige Frau.

Im Rahmen einer von der Polizei unverzüglich eingeleiteten Fahndung konnte die 25-jährige Osteuropäerin kurze Zeit später von Beamten in einem anderen Geschäft in der City-Galerie angetroffen und im Anschluss der Wache zugeführt werden.

Nach der schon hinlänglich bekannten Masche hatte die 25-Jährige zunächst in dem Schreibwarengeschäft versucht, beim Bezahlen einer gekauften Kleinigkeit derart Verwirrung zu schaffen, dass die Kassiererin ihr 50 Euro Wechselgeld zu viel herausgibt.

Nachdem dies jedoch an der Aufmerksamkeit der Kassiererin gescheitert war, suchte die 25-Jährige flugs das nächste Geschäft auf, wo sie dann an der Kasse die gleiche Masche wiederum mit einem 50-Euro-Schein ›abziehen‹ wollte. Diesmal kamen ihr allerdings die Beamten zuvor.

 Auch in Hilchenbach un
d in einer Kreuztaler Apotheke schlugen am Mittwochnachmittag Wechselfallenbetrüger zu. So um 13.40 Uhr in der Hilchenbacher Dammstraße.

Dort wurde ein 70-jähriger Senior in gebrochenem Deutsch von einem Unbekannten angesprochen und gebeten, ihm eine Zwei-Euro-Münze in Kleingeld zu wechseln.

Als der hilfsbereite ältere Herr daraufhin das Kleingeldfach seiner Geldbörse öffnete, verdeckte der unbekannte Südländer geschickt mit einem Werbeflyer das Portemonnaie des Hilchenbachers und zog mit gut trainierten langen Fingern schnell mal 120 Euro aus der Geldbörse.

Der Senior bemerkte zwar noch recht bald, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zuging, wollte das Geldwechseln deshalb auch abbrechen, letztlich war es aber schon zu spät und der etwa 20 Jahre alte, schlanke und mit heller Hose bekleidete Täter hatte schon mitsamt seiner Beute das Weite gesucht.

Das Siegener Kriminalkommissariat 2 und das Kreuztaler Kriminalkommissariat ermitteln nun gegen die Wechselfallenbetrüger und warnen gleichzeitig vor derart dreisten Betrügern, die unter anderem in Geschäften die gutgemeinte Serviceleistung von Kassenangestellten rücksichtslos ausnutzen.

 Die Polizei rät zu ganz besonderer Vorsicht, wenn eine Person immer wieder andere Stückelungen verlangt. Ziehen Sie, wenn möglich, einen zweiten Angestellten hinzu und lassen Sie das Geld nicht für den kleinsten Augenblick aus den Augen.

Außerdem sollte derjenige, der gewechselt bekommen möchte, niemals während des Vorgangs Zugriff auf das Geld haben. Sollte es doch zu einem Betrug kommen, prägen Sie sich das Aussehen des Täters ein! Merken Sie sich Autokennzeichen und rufen Sie über Notruf 110 die Polizei!«

 Man kann da leicht den Überblick verlieren. Oder man versucht, die Zusammenhänge und Hintergründe zu erfahren. Schließlich passieren diese vielen »Einzelfälle« ja nicht einfach nur so.

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/fidel-mueller/lasset-fahndungsmeldungen-sprechen-noch-mehr-aktuelle-polizeiberichte.html

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