Der »streitbare Thilo« schreckt wieder einmal die politisch korrekten Gutmenschen gegen sich auf und betreibt gleichzeitig gnadenlose, aber notwendige Medienschelte.

 

 

 

 

In einem Interview greift der ehemalige Finanzsenator im Berliner Senat und ehemaliges Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank die Gutherren der Politik und die Meinungsmacher scharf an. Hier ein paar Zitate:

Über die angebliche Meinungsfreiheit in Deutschland

 

Natürlich darf ich schreiben und sagen, was ich will. Es geht aber darum, was man öffentlich äußern kann, ohne dafür an den Pranger gestellt oder anders sanktioniert zu werden – formal,

moralisch oder durch Häme.

Über den Euro

 

Der Euro kommt aus dem Versuch Deutschlands, sich als Nation aufzugeben und einzubringen in ein größeres Ganzes jenseits des Nationalstaates. Das geben ja Wolfgang Schäuble und Helmut Kohl auch ganz klar zu. Die Schweizer sehen das anders, die Franzosen auch, die Polen sowieso. Das ist also eine unhistorische Bemühung. Aber bei uns heißt der Obersatz: Der Euro ist etwas Wunderbares! Alles Nationale geht weg, das Europäische wird überhöht und moralisiert (…) Wer Kritik an der Gemeinschaftswährung übt, wird nicht mal stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Verbraucherschutz. Das ist das absolute Karriereende.

Über Politikerdenke

 

Politiker interessieren sich nicht dafür, was das Volk sagt, sondern was die Medien dem Volk sagen. Politiker gucken auf die Medien, denn das Volk lernen sie ja gar nicht mehr kennen, allenfalls noch die Kellnerin.

Über die AfD

 

Tatsächlich kommt die einzige fundamentale Gegenposition von der AfD, in der sich ja einige kluge Ökonomen versammelt haben, und aus der linken Hälfte der PDS.

Über Leistungsunterschiede und Bildungsreform

 

Einerseits soll das Lernen mit Begabten die Unbegabten fördern, andererseits wird heftig bestritten, dass das Lernen mit Unbegabten den Lernfortschritt der Begabten beeinträchtigen könne. Nach dieser Logik könnte ja der FC Bayern München seine Profimannschaft gemeinsam mit der Kreisklasse trainieren. Und die GSG9 könnte auch Übergewichtige und Unsportliche beschäftigen, dem Training ihrer Spitzenkräfte würde es nicht schaden.

Über die Türkei und den Islam

 

Kein einziges islamisches Land hat eine Demokratie nach westlichen Maßstäben verwirklicht, auch nicht die Türkei. In diesem angeblichen Musterland islamischer Demokratie geht die Liberalität mittlerweile rückwärts, die durch die Unruhen 2013 ausgelöste Gärung lässt noch nicht erkennen, welche Richtung die politische Entwicklung nehmen wird.

One World

 

Speziell in Deutschland ist das Gerede von »der einen Welt« und die Auflösung der Nationalstaaten durch den Wunsch getrieben, alles »Deutsche« irgendwie zu überwinden und im Weltbürgertum, mindestens aber in Europa, aufgehen zu lassen. Dafür respektieren uns unsere Nachbarn nicht. Die sind nämlich recht gern Polen, Tschechen, Dänen, Franzosen oder Italiener und wollen es auch bleiben.

Fazit

 

Das aktuelle Buch von Sarrazin ist erneut mutig und gegen den Mainstream geschrieben. Dabei hat der Autor das Privileg, finanziell unabhängig zu sein. Seine Karriere kann also nicht mehr von Meinungszensoren und Mediendiktatoren zerstört werden. Sarrazin kann sich den »Luxus« leisten, unbequem zu sein, ohne dafür gleich seine Existenz zu verlieren. Im Gegenteil muss es doch die politisch korrekten Einheitsschafe hellhörig machen, wenn man mit »Klartext« Millionen verdient. Soweit sind unser Land und unsere ach so hochgelobte Meinungsfreiheit schon gekommen. Eigentlich ein Armutszeugnis.

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Edelwolf
27/02/2014 09:56

Hat dies auf ϟ Edelwolf´s Echo ✠ rebloggt.

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