Die von oben verordnete »Energiewende« droht für Kommunen zum finanziellen Desaster zu werden. Ein Bürgermeister hat nachgerechnet.

Auf die Folgen macht jetzt der Ortsbürgermeister eines schmucken Weindorfesweisenheim_am_berg001 in einem professionell gestalteten Argumentationsheft aufmerksam. Georg Blaul, ehrenamtlicher Ortsbürgermeister der etwa 1650 Einwohner zählenden Gemeinde Weisenheim am Berg am Rande des Haardtgebirges bei Bad Dürkheim mit einem Waldanteil von 55 Prozent, sieht sich von der rot-grünen rheinland-pfälzischen Landesregierung unter Druck gesetzt.

Windkraft als windige Geldanlage windraeder-aus-holz-bild-100~

Die zuständige Ministerin Eveline Lemke rechnet in ihrer Broschüre mit dem Titel »Windenergie und Kommunen« vor, dass in den nächsten 16 Jahren jedes Jahr Wind-kraftkapazitäten in der Größenordnung von 340 Megawatt (MW) neu in Betrieb genommen werden müssen, um das Ziel von 7500 MW im Jahr 2030 erreichen zu können. Zurzeit sind kaum mehr als 2000 MW im Betrieb. Da aber die günstigsten Windstandorte in der Eifel längst in Beschlag genommen wurden und sich für die weniger günstigen Standorte kaum Privatinvestoren finden, sollen die Kommunen mit ihren meist auf Hügeln gelegenen Gemeindewäldern einspringen. 
Ohnehin könnten die Kommunen Investitionsmittel zu niedrigeren Zinsen bekommen und später ihre Finanzen durch die bescheidenen, aber sicheren Erträge kommunaler Windparks aufbessern. Um zu prüfen, ob diese Rechnung aufgeht, haben die Weisenheimer Bürger Niels Kayser, Emil Kleindienst und Uwe Pilgram die realen Winddaten von 2006 bis 2012 in einen Computer eingegeben und über 15 Computerjahre durchgerechnet, welchen Ertrag ein Musterwindpark mit fünf Windrädern mit einer Gesamtnennleistung von 15 MW liefern würde. Die dafür nötige Investitionssumme läge bei 18,2 Millionen Euro, wovon die angenommene Interessengemeinschaft 

von zehn Ortsgemeinden 25 Prozent als Eigenkapital aufbringen müsste. Jede der zehn Ortsgemeinden müsste einen Kredit von 455000 Euro aufnehmen. In der Computersimulation wurde im besten Jahr ein Gewinn von 28000 Euro ausgezahlt. Im schlechtesten Jahr mussten 36000 Euro Verlust erstattet werden. Zehn Prozent mehr oder weniger Wind in einem Jahr entschieden über Gewinn oder Verlust!

Die Weisenheimer gingen der Frage nach, wer an einem solchen Windpark wirklich verdienen würde. Vom errechneten Erlös aus der Stromeinspeisevergütung in Höhe von rund 30 Millionen Euro würden sage und schreibe 97 Prozent an die Windradhersteller, Projektentwickler, Baufirmen, Wartungsunternehmen und die Banken gehen.

Den zehn Ortsgemeinden blieben nach 15 Jahren gerade noch 213000 Euro oder 0,7 Prozent der Einnahmen! Doch dafür müssten sie das alleinige Risiko tragen, während Hersteller, Bau- und Wartungsfirmen und nicht zuletzt die Banken ihr Geld risikolos verdienen könnten. Für ein einziges Windrad müssten mindestens 10000 Quadratmeter Wald gerodet und davon 6000 Quadratmeter planiert werden. Der 100 bis 150 Meter hohe Turm benötige ein Fundament aus 3000 Tonnen Beton und befestigte Zufahrtswege.

Bei Weisenheim müssten 125000 Quadratmeter Wald geopfert werden. Ganz abgesehen von den Greifvögeln und Fledermäusen, Windräder nein vögel natur grüne (8)die von den drehenden Windradflügeln zerhackt würden.

NEWSLETTER
0 0 vote
Article Rating
1 Kommentar
Most Voted
Newest Oldest
Inline Feedbacks
View all comments
Heide Küsters
Heide Küsters
05/12/2015 15:40

Das ist Verrückt und unverantwortlich!

Translate »