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Erst hat die EU in Deutschland mit Milliarden Euro Fördermitteln aus Steuertöpfen Regionalflughäfen in Deutschland bauen lassen. Und nun müssen die meisten bis 2024 wieder geschlossen werden.

Überall in Deutschland sind kleine Regionalflughäfen ohne finanzielle Hilfe nicht überlebensfähig. Auf engstem Raum konkurrieren etwa in Westfalen die kleinen Flughäfen Kassel-Calden, Paderborn und Dortmund um Kundschaft. Kassel-Calden gilt als Deutschlands überflüssigster Flughafen. 270 Millionen Euro haben die Steuerzahler für den Flughafen in Deutschlands Mitte bezahlt, den kein Mensch wirklich braucht. Und pro Jahr kostet er die Steuerzahler mindestens zehn Millionen Euro – für nichts. Denn es fliegt kaum noch ein Flugzeug vom Flughafen, den keiner braucht.

Der Landrat des Landkreises Kassel Flughäfen Kassel-Caldenwollte unbedingt einen eigenen Flughafen haben. Und so wurde der protzige Airport ohne Sinn und Verstand für die Realität gebaut. Es war von Anfang an klar, dass er ohne massive finanzielle Unterstützung nicht überlebensfähig war. Doch nun kommt das Aus: Denn ab 2014 dürfen Regionalflughäfen in der EU nicht mehr künstlich mit Steuergeldern am Leben erhalten werden. Für Kassel-Calden bedeutet das das sichere Ende.

Nicht anders ist es mit dem Dortmunder Flughafen, Dortmunder Flughafender pro Jahr mehr als 18 Millionen Euro an staatlichen Subventionen verschlingt. Insgesamt müssen sich etwa 20 deutsche Flughäfen darauf vorbereiten, dass sie keine Zukunft mehr haben und geschlossen werden.

819000 Euro für einen Arbeitsplatz

Vor dem Aus stehen beispielsweise auch die Flughäfen Frankfurt/Hahn, Saarbrücken, Zweibrücken und Lübeck-Blankensee. Damit reagiert die EU-Kommission auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Der hatte vor zwei Jahren entschieden, dass Subventionen für Flughäfen im Einklang mit dem Beihilferecht der EU stehen müssen.

Und die staatlichen Beihilfen für die vielen kleinen deutschen Regionalflughäfen sieht die EU, welche den Bau einst gefördert hatte, heute vor allem als Wettbewerbsverzerrung. Jeder Provinzpolitiker möchte am liebsten auch weiterhin einen kleinen Regionalflughafen vor seiner Haustüre haben – unabhängig vom tatsächlichen Passagieraufkommen.

Doch mit den Regionalflughäfen sind nun mal gigantische Kosten verbunden, die wenige Passagiere einfach nicht tragen können. So müssen beispielsweise Flughafenfeuerwehren, Parkhäuser oder der Winterdienst für Rollfeld und Zufahrten völlig unabhängig davon unterhalten werden, wie viele Menschen den Flughafen tatsächlich nutzen wollen. Am Flughafen Kiel wurden im vergangenen Jahr statistisch gesehen maximal neun Passagiere am Tag abgefertigt.

Solcher Wahnsinn kann nur noch über Subventionen finanziert werden. Wie absurd das ist, sieht man in Dortmund: Am Flughafen Dortmund wurde jeder neu entstehende Arbeitsplatz mit 819000 Euro aus Steuermitteln gefördert. Die EU hat den Bau von Regionalflughäfen in Deutschland also erst flächendeckend mit dem Geld der Steuerzahler finanziell unterstützt.

Und jetzt will sie die so entstandenen, weitgehend überflüssigen Arbeitsplätze wieder streichen.

Das Beispiel belegt eindrucksvoll, wie die EU mit dem Geld der Steuerzahler umgeht.

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[…] “EU” befiehlt: BRiD soll 20 Flughäfen schließen « deutschelobby. […]

Arcturus
15/03/2014 04:55

Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

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