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Victoria Nuland –Victoria Nuland Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde die Europa-Beauftragte im US-Außenministerium durch einen Telefonmitschnitt, in dem sie sich äußerst abfällig über die EU äußerte. Nuland ist mit Robert Kagan verheiratet, der als einer der einflussreichsten Politikberater in den USA gilt.

Egon Bahr – Egon Bahr„In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt“, so der 91-jährige SPD-Politiker und ehemalige Wissenschaftliche Direktor des Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik der Universität Hamburg, bei einem Vortrag vor Schülern eines Heidelberger Gymnasiums im Februar 2014.

Zbigniew Brzezinski – Zbigniew BrzezinskiIn seinem Buch „Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ erklärte der ehemalige US-Sicherheitsberater so offen wie sonst selten in Washington, dass „Westeuropa und zunehmend auch Mitteleuropa ein amerikanisches Protektorat bleiben, dessen alliierte Staaten an Vasallen und Tributpflichtige von einst erinnern.“ Der in Warschau geborene Politikwissenschaftler gilt neben Kissinger als graue Eminenz unter den US-Globalstrategen.

Robert Kagan – Robert KaganDer Berater der republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain und Mitt Romney zählt zu den führenden Propagandisten einer US-Weltherrschaft. Im Jahr 1997 war Kagan Mitbegründer des „Project for the New American Century“, dem sich außenpolitische „Falken“ wie Donald Rumsfeld, Dick Cheney und Richard Perle anschlossen.

Jeffrey Sachs –Jeffrey Sachs Der Harvard-Ökonom empfahl im Jahr 1992 als Berater des damaligen Ministerpräsidenten Jegor Gaidar eine „Schock­therapie“ für die russische Wirtschaft. Im Laufe der 90er Jahre stieg die Inflation in Russland auf 2600 Prozent, wurde der Rubel fast wertlos. Sachs ist inzwischen Sonderberater für die Millennium Development Goals des Generalsekretärs der Vereinten Nationen und Forschungsmitglied am National Bureau of Economic Research.

Gregor Potemkin – Gregor PotemkinNachdem sie den Türken die Krim abgenommen hatte, beauftragte Katharina II. ihren Vertrauten mit der Schaffung einer Schwarzmeerflotte. Dieser legte eine Reihe von Städten an, darunter den Kriegshafen Sewastopol, dem er zu Ehren seiner Monarchin den Namen „Majestätsstadt“ gab — alles andere als ein Potemkinsches Dorf.

Nikita Chruschtschow –Nikita Chruschtschow Der KPdSU-Chef trug mit der Verschenkung der Krim an die Ukraine maßgeblich zur jetzigen Krimkrise bei. Es wird wohl offen bleiben, ob den Ukrainer versteckter Nationalismus dazu bewegte, zynischer Übermut oder der Wunsch, Wasserstraßen von der Wolga zur Krim und ins Donezbecken unter dem Dach einer einzigen Sowjetrepublik planen und bauen zu können.

Pawel Nachimow – Pawel NachimowDer russische Admiral kommandierte die verteidigenden Truppen bei der Belagerung Sewastopols im Zuge des Krimkrieges bis zu seiner tödlichen Verwundung. Obwohl die Festung schließlich verloren ging, wurde er nachhaltig und systemübergreifend geehrt. In Sewastopol erinnern eine 1959 errichtete Statue sowie die Benennung eines Platzes und eines Stadtteils an ihn. Darüber hinaus trugen diverse Kriegsschiffe des Zarenreiches wie der UdSSR seinen Namen.

Fjodor Tolbuchin – Fjodor TolbuchinDer spätere Marschall der Sowjetunion kommandierte die angreifende 4. Ukrainische Front, die der verteidigenden deutschen 17. Ar­mee vom 8. April bis zum 12. Mai 1944 die Schlacht um die Krim lieferte. Als deren Ergebnis wechselte die Halbinsel ein weiteres Mal in ihrer Geschichte den Besitzer. Tolbuchins Asche liegt an der Kremlmauer.

Leonid Kutschma – Leonid KutschmaDer profilierte Raketentechniker war zunächst Ministerpräsident und von 1994 bis 2005 skandalumwitterter Staatspräsident der Ukraine. Er bewunderte Russland zwar wegen dessen politischer Stabilität, pochte aber auf die uneingeschränkte nationalstaatliche Souveränität seines Landes. Den „Nachbarschafts- und Freundschaftsvertrag“ über die Stationierung der russischen Streitkräfte schloss der reformorientierte Politiker aus politischem Pragmatismus.

Dieter Przewdzing – Dieter PrzewdzingDer umgebrachte Bürgermeister leitete die Kommune Deschowitz seit 1976 – ein Rekord in Polen. Vor der Bundestagswahl 2013 sagte er gegenüber „Die Welt“, in Oberschlesien würden alle die CDU wählen: „Ich auch. Die Andschela Merkel, gell, die ist doch CDU? Die ist wirtschaftlich gut.“

Norbert Rasch –Norbert Rasch Der 42-jährige Vorsitzende der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien wurde über Przewdzings Tod in der Nacht informiert. Der folgende Tag war für ihn hektisch – Aktivisten der Minderheit überschütteten ihn mit besorgten Anfragen, ob sie sich sicherheitshalber nicht ins Private zurückziehen sollten. Rasch ist seit den 90er Jahren in der Lokalpolitik aktiv. In seiner Freizeit tritt er mit der Band „Proskauer Echo“ auf.

Jerzy Gorzelik – Jerzy GorzelikDer Vorsitzende der „Bewegung für die Autonomie Schlesiens“ (RAS) versteht nicht, warum schlesische Kinder den polnischen Schriftsteller Henryk Sienkiewicz lesen sollen, diese Kultur sei ihnen fremd. Bei einer Podiumsdiskussion zitierte Gorzelik den englischen Politiker Lloyd George, den Polen Schlesien auszuhändigen, sei das gleiche, als dem Affen eine Armbanduhr zu geben. „Nach 80 Jahren sieht man: der Affe hat die Uhr kaputt gemacht“, ergänzte Gorzelik.

Rafał Bartek – Rafał BartekDer junge Geschäftsführer des Hauses der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz ist ein medial bekanntes Gesicht der Minderheit, er wird auch von bundesdeutschen Medien interviewt. Nach einem Studium der künstlerischen Bildungspädagogik absolvierte er in Oppeln das Fach Organisation und Verwaltung und in Breslau das Fach Verwaltung der EU-Fonds.

Bernard Gaida –Bernard Gaida Der Vorsitzende des polenweiten Dachverbandes der Deutschen Minderheit ist überzeugt, Versuche, das Deutschtum vom Schlesiertum zu trennen, seien schädlich. Die Schlesier von der deutschen Kulturnation fernzuhalten, hieße, dem Schlesiertum die ganze Kraft zu nehmen. Gaida, von Hause aus Techniker, hat auch christliche Philosophie an der Theologischen Fakultät Posen studiert. Der Minderheit steht er seit 2009 vor.

10 bis 12/14 paz

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