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Par7825559Zwischenfall auf Militärbasis: Kiew sieht „militärische Phase“ der Krim-Krise angebrochen

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Zwei Tote hat es am Dienstagabend nach Unruhen auf der Krim gegeben, nachdem Putin die Entscheidung des Referendums der Halbinsel besiegelt hatte. Bleiben solche Ausschreitungen Ausnahmen, oder lauert in dem anhaltenden Konflikt die Gefahr eines flächendeckenden Krieges?

Mit der Unterzeichnung des Vertrags zum Anschluss der Krim an Russland hat Präsident Wladimir Putin die Lage auf der ehemals ukrainischen Halbinsel weiter verschärft. Der Westen reagiert bestürzt auf die Besiegelung der Referendums-Entscheidung. US-Vizepräsident Joe Biden sprach von Landraub. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in der Aufnahme der Krim durch Russland einen Verstoß gegen internationales Recht. Nicht wenige Beobachter fürchten den Beginn eines neuen Kalten Krieges. Ist das wirklich das Worst-Case-Szenario?

Keine Wiederherstellung des Waschauer Pakts

Am Dienstagabend wurden ein ukrainischer Soldat und ein Mitglied der prorussischen sogenannten Selbstverteidigungskräfte auf der Krim aus dem Hinterhalt erschossen. Eine Eskalation blieb aus. Der Vorfall zeigt jedoch, welche potenzielle Gefahr herrscht. Auf der Krim stehen sich derzeit zwei verfeindete Armeen auf engem Raum gegenüber. Eine Situation, die es so an der Grenze zu Europa seit langem nicht gegeben hat. Wie lange noch wird es sich bei der gegenseitigen Provokation lediglich um Säbelrasseln handeln? Birgt die Krim-Krise größere Gefahren? Könnte sich aus der tiefen Kluft zwischen Ost und West ein richtiger Krieg entwickeln?

Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München empfindet derartige Bedenken als unberechtigt. „Man kann anknüpfend an Putins Rede sagen, dass es nicht zu einer Art Neuauflage des Kalten Krieges kommen und noch weniger ein dritter Weltkrieg ausbrechen wird“, sagt er im Gespräch mit FOCUS Online.

Putin gehe es nicht um die Großmachtrolle, sondern um eine regionale Vorherrschaft im unmittelbaren Umfeld Russlands. „Somit ist die strategische und geopolitische Dimension des Konflikts viel geringer als damals, als es während des Kalten Krieges um die Vorherrschaft auf dem Globus ging“, so Masala. „Russland hat keinen Appetit auf eine Wiederherstellung des Waschauer Pakts.“

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http://www.focus.de/politik/ausland/der-westen-gegen-putin-wie-weit-sind-wir-von-einem-dritten-weltkrieg-entfernt_id_3701582.html

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