o-banner2

Das schlechte Deutsch in Hörfunk und Fernsehen, die Übermacht englischer Musik in unseren Radiosendern und generell die viel zu häufige Verwendung von Angloamerikanismen auf allen Kanälen erbost inzwischen immer mehr Zuhörer und Zuschauer.

Wolfgang Hildebrandt ruft in der aktuellen Ausgabe (Frühling 2014) der viermal jährlich mit einer Auflage von 25.000 Exemplaren erscheinenden Zeitung Deutsche Sprachwelt („Die Plattform für alle, die Sprache lieben“) in seinem Beitrag „Gebt dem Rundfunk einen Ruck!“ dazu auf, mit einem Anruf oder einem Leserbrief auf diese Manipulationen zu antworten.

Zahlreiche Bürger kamen diesem Aufruf nach, doch die Antworten der Medien-Verantwortlichen beweisen einmal mehr, daß man hier offensichtlich nicht bereit ist, auf die berechtigten Wünsche und Sorgen der zahlenden Kunden einzugehen.

Die Antworten waren durch die Bank arrogant bis unverschämt und zeigen zudem, daß es billigend in Kauf genommen wird, Menschen, die englische Ausdrücke wie „feature“ oder „cargo“ nicht verstehen, sprachlich kurzerhand auszugrenzen. So besaß der Diensthabende der ARD-Zuschauerredaktion die Unverfrorenheit zu behaupten, das Wort Fracht kenne keiner mehr in Deutschland, daher benutze man den englischen Begriff „cargo“.

Doch es geht auch anders, und Einsprüche von Hörern und Lesern gegen die Flut von Anglizismen und den liederlichen Gebrauch der deutschen Sprache können durchaus Erfolg haben. So schaffte es ein Leser unter anderem, daß in der Tageszeitung Die Welt nicht mehr von der „Prime Time“ (ab 20 Uhr) geschrieben wird, sondern sprachlich richtig von der Hauptsendezeit. Die Mühe des Schreibens und Telefonierens lohnt sich also auf jeden Fall, auch wenn die Antworten der TV- und Hörfunk-Verantwortlichen ahnen lassen, wie wenig Interesse die hochbezahlten Herrschaften in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten an der Meinung ihrer Zuhörer und Zuseher haben.

„Darf ich das noch sagen?“ fragt Schriftleiter Thomas Paulwitz und kommt in seinem Blattaufmacher zu dem Schluß, daß die wachsenden Bestrebungen, Wörter zu tabuisieren, die Freiheit gefährden. Vorreiter ist hier die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI), die Ende Februar dieses Jahres in ihrem fünften Länderbericht über Deutschland eine Verschärfung des Volksverhetzungsparagraphen und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) forderte.

Die Medien sollen verpflichtet werden, sich Sprachregelungen aufzuerlegen, jeglicher öffentlicher „Rassismus“ soll künftig bestraft werden, selbst wenn der öffentliche Frieden gar nicht gefährdet ist. Je nach Auslegung könnte das sogar bedeuten, daß ein Wirt, der „Zigeunerschnitzel“ auf die Speisekarte schreibt, mit einem Bein im Gefängnis steht. Derartige Bestrebungen, die Meinungsfreiheit und Demokratie rigoros einzuschränken lassen nur eine Antwort zu: Wehren wir gemeinsam den Anfängen!

Kontakt:

Deutsche Sprachwelt, Postfach 1449, 91004 Erlangen.

Das Jahresabo kostet 10 Euro. www.deutsche-sprachwelt.de

NEWSLETTER
Translate »