Das Schlachten hat begonnen“ – mit diesem Essay auf dem Polit-Blog „Achse des Guten“ wurde Akif Pirinçci vor ziemlich genau einem Jahr endgültig zum enfant terrible der nonkonformen Netzpublizistik.

Pirinçci deutete am Beispiel des Mordes von Kirchweyhe die zunehmende deutschenfeindliche Gewalt als schleichenden „evolutionären Vorgang“ der Verdrängung, als De-facto-Genozid: Junge Männer muslimischen Glaubens töten junge deutsche Männer, vergewaltigen junge deutsche Frauen.

Deren Landsleute, die sich aus verinnerlichtem Selbsthaß, anders als junge Türken und Araber, nicht als solidarische Landsleute fühlen, ducken sich feige und staatsgläubig weg, während „Migrantenindustrie, schwachsinnige Politiker und geisteskranke linke Medienleute“ abwiegeln und die „bestellte Lüge“ vom Migranten als „Opfer der Gesellschaft“ aufrechterhalten.

„Ihr habt euch den falschen Gegner ausgesucht“ ost

Der Text verbreitete sich im Netz wie ein Lauffeuer. Aus dem Bestseller-Krimiautor war der Kult-Blogger Akif Pirinçci geworden, der mit drastischer Sprache und analytischem Scharfsinn gegen den alltäglichen Wahnsinn anschreibt: gegen „Gender-Geldstreaming“ und die „Lügenpartei“ der Grünen, gegen die „Idiotie“ der „physikalisch absurden Energiewende“, gegen die Entmündigung durch den umverteilenden Gouvernanten-Wohlfahrtsstaat, der allenthalben Mittelmäßigkeit gebiert, gegen die Enteignung der wertschöpfenden Menschen im Namen von „Gerechtigkeit und Alternativlosigkeit“.

Mit dem Phänomen Pirinçci hat das politisch korrekte Medienestablishment seine liebe Not. Eigentlich ist er ein Musterbeispiel erfolgreicher Integration: 1959 in Istanbul geboren, 1969 als Zehnjähriger mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen. Die Eltern hart arbeitende Gastarbeiter, der Sohn schreibt, veröffentlicht mit 21 seinen ersten Roman und wird als Dreißigjähriger mit dem Katzendetektiv-Krimi „Felidae“ über Nacht berühmt. Bis 2012 erscheinen sieben weitere Katzenkrimis, dazu weitere, clever mit dystopischen und Fantasy-Motiven spielende Romane.

So jemand kann man nicht so einfach zum „Nazi“ stempeln; schon seiner türkischen Herkunft wegen, aber vor allem, weil es ihn nicht beeindruckt. Und das nicht nur, weil Pirinçci, dessen Romane millionenfach verkauft, verfilmt und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden, wohlhabend und materiell unabhängig ist:

„Ihr habt euch den falschen Gegner ausgesucht“, droht er den „Möchtegern-Gesinnungsdiktatoren“: Er sei „weder Eva Herman noch ein verweichlichter Deutscher, der nun den geordneten Rückzug mit allerlei Entschuldigungen antreten wird“.

Das Spiel mit den Identitäten zeigt, was Pirinçci eigentlich antreibt: Er kam als Kind aus bitterer Armut nach Deutschland, ein wohlgeordnetes Land, das ihm eine Chance gab, für die er bis heute dankbar ist: „Wir empfanden es als unfaßbares Geschenk, daß Deutschland uns aufnahm. Hätte man uns gebeten, wir hätten ihm auf den Knien gedankt. Aber das tat man nicht. Man gab uns nur zu verstehen: Arbeitet, geht zur Schule, macht etwas aus eurem Leben, ihr seid uns nichts schuldig, außer vielleicht, daß ihr ein produktiver, kreativer und bereichernder Teil dieses Landes werdet.“

Die Empörung darüber, daß Deutschland, im Griff einer grünlinken, das eigene Land hassenden politisch-medialen Klasse, sich selbst untreu geworden ist, sich ausbeuten, belügen und übervorteilen läßt, daß Einwanderer dreiste Ansprüche stellen, statt sich zu assimilieren, ist Pirinçcis Triebfeder. Er ist der erfolgreiche Einwanderer, der sich weigert, Betreuungsobjekt steuergeldfinanzierter Apparate zu sein, sondern sich als stolzer deutscher Patriot empfindet.

Der aus Empathie mit der für dumm verkauften Mittelschicht schreibt und nicht zögert, die türkische Karte zu ziehen, wenn ein Gesinnungswächter ihm dumm kommt.

Auch in dieser Zerrissenheit ist er auf seine Art – typisch deutsch.

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Ernst
Ernst
09/04/2014 18:38

Es ist schon traurig,dass ein “ nicht Bio-Deutscher “ uns den Spiegel der Wahrheit vorzeigen muss! Respekt vor diesem Mann!

haunebu7
06/04/2014 10:40

Hat dies auf Haunebu7's Blog rebloggt.

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