An sich wäre es ja nichts Ungewöhnliches, dass sich eine Gruppe von Astronomen und Astrobiologen trifft und über solche Probleme diskutiert. Aber warum ist gerade der Vatikan an diesem Thema so interessiert? Wie Sie im Folgenden nachlesen werden, scheinen einige hochrangige Astronomen des Vatikans ziemlich überzeugt, dass es »da draußen etwas gibt«.

 

Einer erklärte sogar, wenn einmal außerirdisches Leben gefunden werde, müsse vielleicht »alles was wir bisher gedacht haben, aus dem Fenster geworfen werden«.

Normalerweise würde eine Konferenz, an der einige hundert Wissenschaftler teilnehmen, nicht unbedingt in den Schlagzeilen berücksichtigt werden. Aber die Beteiligung des Vatikans macht diese Konferenz zu etwas Besonderem. Im Folgenden ein kurzer Auszug aus einem Artikel von Daniel Apai, der am 16. März auf der Internetseite der amerikanischen Weltraumbehörde NASA über diese Konferenz veröffentlicht wurde:

»Angeregt durch die schnell wachsende Zahl bekannter erdgroßer Planeten, die zunehmende Vielfalt extremer Umweltbedingungen, unter denen Leben auf der Erde möglich ist, und aufgrund der Fortschritte in Richtung einer Technologie, die letztlich die Suche nach Leben auf Exoplaneten ermöglichen kann, veranstalteten die Vatikanische Sternwarte (Specola Vaticana) und die Steward-Sternwarte in Tuscon eine größere Konferenz mit dem Titel »Die Suche nach außerirdischen Leben außerhalb der Grenzen des Sonnensystems: Exoplaneten, Biosignaturen und Instrument«, die gegenwärtig vom 16. – 21. März im in Tuscon im US-Bundesstaat Arizona stattfindet.

Mit dieser Konferenz soll die interdisziplinäre Wissenschaftsgemeinde zusammengebracht werden, die notwendig ist, um dieser facettenreichen Herausforderung begegnen zu können: Experten für die Beobachtung von Exoplaneten, für frühe und extreme Lebensformen auf der Erde, für atmosphärische Biosignaturen und die Entwickler von Teleskopen, mit denen man in der Lage ist, Planeten aufzustöbern.«

In den letzten Jahren hat der Vatikan tatsächlich eine Art Vorreiterrolle bei der Suche nach extratouristischem Leben eingenommen. Der gegenwärtige Chef der Vatikanischen Sternwarte, José Gabriel Fumes, ist der Auffassung, es gebe keinen Widerspruch zwischen seinem Glauben und seiner Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems:

»José Gabriel Funes, ein argentinischer Jesuit und Astronomen sowie gegenwärtig Leiter der Vatikanischen Sternwarte, erklärte, es gebe keinen Widerspruch zwischen dem Glauben an Gott und an die Möglichkeit außerirdischer Zivilisationen, die möglicherweise sogar höher entwickelt als die der Menschen sein könnten.

›Meiner Meinung nach ist die Existenz außerirdischen Lebens eine reale Möglichkeit‹, sagte der Geistliche José Gabriel Funes, der gegenwärtige Leiter der vatikanischen Sternwarte und früherer wissenschaftlicher Berater Papst Benedikts XVI., in Bezug auf Leben auf anderen Planeten.«

Und in der Tat scheint Funes sogar ziemlich optimistisch hinsichtlich der Möglichkeit zu sein, eines Tages auf »außerirdische Schwestern und Brüder« zu stoßen:

»Auf die Frage, ob er sich damit eher auf Lebewesen beziehe, die den Menschen ähnlich seien oder auch auf Lebewesen, die höher entwickelt als die Menschen seien, entgegnete er: ›In einem Universum dieser Größe kann man diese Möglichkeit sicherlich nicht ausschließen.

Auf der Erde findet sicher ebenfalls eine Vielfalt von Lebewesen. Ebenso kann es auch andere und sogar intelligente Lebewesen geben, die ebenfalls von Gott geschaffen wurden. Dies steht nicht im Gegensatz zu unserem Glauben, weil wir Gottes schöpferischer Freiheit keine Grenzen auferlegen können. Warum sollen wir nicht auch von ‹außerirdischen Brüdern und Schwestern› sprechen? Auch sie wären Teil der Schöpfung.‹

Funes, der die Sternwarte südlich von Rom mit einer weiteren Außenstelle in Arizona leitet, hält an der Möglichkeit fest, dass es sich bei der menschlichen Rasse eigentlich um das ›verlorene Schaf‹ des Universums handele. Es könnte aber auch andere Lebewesen geben, ›die in voller Freundschaft mit ihrem Schöpfer leben‹, sagte er.«

Damit deutet Funes eigentlich an, dass außerirdische Lebewesen, auf die wir möglicherweise einmal treffen könnten, nicht notwendigerweise wie die Menschen der Erbsünde unterliegen müssten.

Diese Einstellung hat weitreichende Konsequenzen. Der Forscher Tom Horn erklärte vor kurzem dazu:

»Dieses Argument bringen sie gegenwärtig immer wieder vor, und zwar mit immer stärkerer Unnachgiebigkeit. Sie sagen, als Menschen seien wir alle der Erbsünde verfallen, stimmt‘s? Aber wir können nicht notwendigerweise daraus schließen, dass das gleiche auch für unsere Brüder und Schwestern im Weltraum gilt. Wenn sie also nicht mit der Erbsünde belastet sind stehen sie Gott näher, als wir es tun. Aus diesem Grunde hätten sie auch ein besseres Verständnis des Evangeliums, des dreieinigen Gottes und des Wesen Gottes.

Als sie vor drei Jahren das erste Mal dieses Argument vorbrachten, erklärte Funes: ›Ich würde gerne ein Alien im katholischen Glauben taufen.‹ Aber das sagen sie heute nicht mehr. Heute sagen sie, die Außerirdischen kämen zu uns und würden uns dann in ihrem Glauben taufen. Und dies würde unser Wissen, unser Verständnis des Evangeliums notwendiger Weise grundlegend verändern. Einige ihrer tiefsinnigsten Theologen haben erklärt, vielleicht müsste dann alles Wissen über das Evangelium, das man zu besessen geglaubt hat, grundlegend neu überdacht werden.«

Ein anderer prominenter Vatikan-Astronom, Guy Consolmagno, hat öffentlich davon gesprochen, dass es sich bei den Aliens sogar um die »Retter der Menschheit« handeln könnte:

»Es gibt faszinierende Äußerungen von Jesuiten wie etwa Guy Consolmagno, einem führenden Astronomen, der in den Medien oft als Sprecher des Vatikans zu Wort kommt. Consolmagno hat für die NASA gearbeitet und an der Harvard Universität und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelehrt.

Gegenwärtig arbeitet er abwechselnd an der Vatikanischen Sternwarte, die sich in der Sommerresidenz des Papstes im italienischen Castel Gandolfo Italien befindet, und am Mount Graham in Arizona. In den letzten Jahren hat er sich zeitlich und inhaltlich so sehr darauf konzentriert, in öffentlichen Auftritten Wissenschaft und Religion miteinander zu versöhnen, und zwar insbesondere im Zusammenhang mit dem Thema außerirdischen Lebens und seiner potenziellen Auswirkungen auf die Zukunft des Glaubens, dass wir beschlossen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Er stimmte zu, von Rom aus interviewt zu werden, und im Rahmen der zahlreichen folgenden Gespräche äußerte er uns gegenüber einige Dinge, die scheinbar den Rahmen sprengen. Er übersandte uns sogar ein privates Dokument, das sich als Goldmine hinsichtlich dessen erwies, was er und der Vatikan über die Auswirkungen der Astrobiologe und insbesondere der Entdeckung hoch entwickelter außerirdischer Lebewesen denken… In diesem Dokument räumte er ein, dass die heutigen Gesellschaften bald ›die Aliens als Retter der Menschheit betrachten würden.«

Aber wenn jetzt Aliens auftauchten und uns mit einer völlig neuen Denk- und Lebensweise konfrontierten, wäre die Menschheit bereit, dies zu akzeptieren? Selbst der überzeugte Atheist Richard Dawkins ist bereit, zumindest theoretisch die Möglichkeit einzuräumen, dass Aliens das Leben auf die Erde gebracht haben könnten (siehe dazu dieses Video).

Was würde also geschehen, wenn eines Tages »Außerirdische« auftauchten und behaupteten, sie hätten das Leben auf diesem Planeten »ausgesät«, unsere Evolution gesteuert und seien nun zurückgekommen, um uns in ein neues goldenes Zeitalter zu führen? Und was würde geschehen, wenn die katholische Kirche diesen Außerirdischen ihren Segen und ihre Zustimmung erteilen würde? Das klingt vielleicht absolut bizarr, aber offensichtlich denken sehr wichtige offizielle Vertreter des Vatikans über genau diese Dinge gegenwärtig sehr intensiv nach.

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http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/spiritualitaet-und-weisheitslehren/michael-snyder/astronomen-des-vatikans-verstaerken-suche-nach-ausserirdischen-schwestern-und-bruedern-.html

 

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Seperatus
Seperatus
08/04/2014 20:37

Außerirdische sind die Produkte einer ausufernden menschlichen Fantasie. Dahinter steht die pseudowissenschaftliche Philosophie der Evolution, die besagt, dass der Mensch sich vom Einzeller über den Affen zum Menschen entwickelt hat. Es bräuchten lediglich die hierfür günstigen physikalischen Lebensbedingungen zu herrschen. Die hat man aber noch nirgends gefunden. Dass der Mensch die Ebenbildlichkeit Gottes an sich trägt, wird geleugnet, vielleicht sogar vom Papst. Der sollte lieber vom Evangelium reden und sich nicht mit solchen abartigen Gedanken beschäftigen.

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