Die Bedrohung lauert oft dort, wo man sie gar nicht vermutet, jeder Haushalt ist voll mit verborgenen Krankmachern.

medien, audio

Auch dann, wenn viele unserer Krankmacher nicht direkt sichtbar sind, machen sie sich deutlich bemerkbar: vor allem durch ihren Geruch. Bedenklich ist dabei vor allem, dass die Industrie ein gefährliches Spiel mit durchaus angenehmen Düften betreibt, um uns in ihrem Sinne gewinnbringend zu manipulieren, aber auch mehrfach zu schädigen. Die Industrie hält unsere Welt in Atem. Und zwar so sehr, dass wir meist selbst den Atem anhalten müssen.

Vom Tonerstaub bis zu Schimmelpilzen th

Doch machen uns nicht allein jene buchstäblich atemberaubenden Entwicklungen der großen Chemielabors zu schaffen. Die Gefahren lauern überall, in der Wohnung, im Auto, in den unterschiedlichsten Alltagsprodukten. Haben wir überhaupt noch eine Chance, diesem Großangriff in irgendeiner Weise zu begegnen und uns zu schützen? Schon die offenkundigen, durch den unabwendbaren technologischen Fortschritt
bedingten gesundheitlichen Anfechtungen sind enorm.

Und wer nun einmal einen Job in der Großstadt hat, wird sich nicht ohne Weiteres ins Grüne absetzen können, um saubere Landluft zu atmen. Vor allem sind es die versteckten Schadstoffe, die irgendwann zur ernsten Bedrohung werden. Meist spät erkannt, zeitigen sie ernste Folgen. In Kopp Exklusiv haben wir unter anderem bereits über die von Tonerstaub ausgehenden Gefahren berichtet.

Wir spüren ihn nicht, wir sehen ihn nicht, doch verteilt er sich im Raum und dringt in den menschlichen Organismus ein. Andere Gefahrenquellen nehmen wir mit dem Geruchssinn wahr, messen diesen oft schon gewohnten »Düften« aber keinerlei Bedeutung bei. Im Gegenteil: Einige gefährliche Substanzen kommen auch noch im Tarnkleid wohltuender Düfte daher. Die Pflanzenbiologin Prof. Dr. Joan W. Bennett von der Rutgers University im US-Bundesstaat New Jersey ist Expertin für Toxine, wie sie in Schimmelpilzen Vorkommen.

Bennetts unterstützt Versicherungen mit Gutachten, sobald Schimmel in Häusern angeblich gesundheitliche Schäden bei den Bewohnern verursacht. Nach ihrer Auffassung stellt Schimmel OLYMPUS DIGITAL CAMERA in unserer Nahrung ein weit größeres Risiko als Schimmel in der Wohnung dar. Eingeatmete Sporen seien nicht so schlimm – dachte sie.

Doch nachdem der Hurrikan Katrina ihr eigenes Haus überschwemmt hatte, änderte Dr. Bennett ihre Meinung radikal. Die Luft im Haus wurde für sie unerträglich – Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, die Symptome begannen sie zu plagen, bis sie an die frische Luft ging.

Die Forscherin kam auf den Gedanken, dass nicht die Schimmeltoxine der Auslöser waren, sondern flüchtige organische Verbindungen, die aus Schimmel freigesetzt werden und den extremen Geruch erzeugen. Allgemein sind sie als »volatile organic compounds« bekannt, kurz VOCs. Die Hauptkomponente des typischen Modergeruchs ist ein Stoff namens Matsutake-Alko-hol. Er entsteht, wenn Schimmel Linolsäure aufnimmt, wie sie unter anderem auch in biologischen Zellen vorkommt.

Die Schimmelexpertin experimentierte mit Fruchtfliegen und ließ sie VOC einatmen. Daraufhin verhielten sich die winzigen Lebewesen seltsam. Sie zitterten, bewegten sich langsam, kippten zur Seite und verloren die Koordinationsfähigkeit.
Sie hatten plötzlich ähnliche Symptome wie Parkinson-Patienten. Doch nicht allein Moder lässt Gebäude zur Gesundheitsgefahr werden. Es gibt auch viele andere Geruchsquellen.

Zu ihnen zählen aber auch angenehme Düfte. Wir alle werden von Gerüchen und Düften beherrscht: Dazu gehören Parfüm, Kosmetiktücher, Putzmittel, Räucherstäbchen, Seifen, Shampoos und Pflegemittel, Sonnencremes und vieles mehr. Die Industrie kennt unsere Vorlieben bei Gerüchen.

Kennen Sie das neue Duftmarketing? Red Smoke Isolated

Wir alle werden beständig getäuscht. Denn wir halten für unbedenklich, was gut und angenehm riecht. Synthetische Aromen und künstliche Frische, der imitierte Duft von Kräutern oder Blumen in Seifen und Badezusätzen, ätherische Öle in Pflanzen, der Geruch von frischen Äpfeln und grünem Gras – ist das nicht alles wunderbar?

Es gibt eine Berufsgruppe, welche sich auf das Komponieren von Gerüchen spezialisiert hat. Auf der Basis von »Chemie pur«, versteht sich. Diese Marktstrategen suchen nach Gerüchen, die uns gute Laune machen. Wir sollen so beeinflusst bestimmte Produkte kaufen, ganz gleich, ob wir sie nun brauchen oder nicht. Und so werden die passenden Düfte entwickelt, die uns in Urlaubsstimmung und Kaufrausch versetzen. »Duftmarketing« nennt sich das. Oft reicht nur ein milder Hauch.

Umso weniger bewusst tappen die Opfer in diese Falle, wenn der luftige Lockstoff dezent aus einem Laden heraus auf die Straße strömt. Doch diese sensorisch-mentale Manipulation fördert nicht nur unnötige Ausgaben, sondern auch Krankheiten. Vor allem empfindliche Menschen werden überall mit den Reizauslösern konfrontiert. Da reicht schon die unwillkürlich im Vorbeigehen aufgeschnappte Parfümwolke. Wir können dieser Bombardierung kaum noch ausweichen.

Auf Schritt und Tritt gibt es die Gefahr von Gerüchen, welche das Nervensystem schädigen oder sogar Krebs hervorrufen können. Jeder kennt den Geruch neuer Möbel oder Teppichböden. Möbel aus Span- und Faserplatten enthalten heute immer noch häufig Formaldehydharze, aus denen das karzinogene Formaldehydgas frei wird.

.

NEWSLETTER
Translate »