Die zersetzende Kraft der Emanzipation

 

Einleitung

Die Grünen – keine Partei hat die gegenwärtig in Deutschland herrschenden Auffassungen stärker geprägt als Bündnis 90/Die Grünen. Die Themen, mit denen sie vor bald 35 Jahren angetreten sind, um die Bundesrepublik zu verändern, sind mittlerweile im Mainstream angekommen und größtenteils in Gesetzen fixiert worden. Das gilt nicht nur für die Ökologie, mit der die Grünen bis heute in Verbindung gebracht werden, sondern vor allem auch für Themen wie Gender Mainstreaming, Multikulturalismus, Homoehe und Pazifismus – eine Agenda, die nicht zuletzt von CDU-geführten Regierungen durchgesetzt wurde.

Die Grünen konnten sich dabei in einem gesellschaftlichen Klima bewegen, das es ihnen ermöglichte, sich zu entfalten. Dabei nutzten sie geschickt ihre Sonderrolle aus als einzige nicht von den alliierten Besatzern lizensierte, sondern aus einer Bewegung heraus entstandene Partei, die im Bundestag vertreten ist. Sie gelten bis heute als Alternative zum »System«, obwohl sie längst dazugehören. Hinzu kommt, daß sich die Grünen mittlerweile auf die Unterstützung durch die Medien ebenso verlassen können wie auf die Folgsamkeit des vermeintlichen politischen Gegners. Denn auch der Widerstand gegen die Grünen in der CDU (in den achtziger und neunziger Jahren noch sehr stark)1 ist gebrök-kelt. Schwarz-grüne Koalitionen hat es auf Länderebene bereits gegeben und bundespolitisch werden sie in Zukunft eine Option sein, auch wenn die Grünen offiziell nur mit SPD koalieren wollen. Selbst ein Thema wie die Verstrickungen der Grünen in Bestrebungen, Sex mit Kindern und Jugendlichen zu legalisieren, führt deshalb nicht dazu, daß eine Koalition mit den Grünen ausgeschlossen werden würde. Zu einem Abbruch der Beziehungen kann es schon deshalb nicht mehr kommen, weil man sich mittlerweile zu gut kennt.

Dabei wird natürlich weiterhin, besonders in Wahlkampfzeiten, behauptet, daß die Unterschiede zu den Grünen groß seien. Bei gewissen, nicht mehrheitsfähigen Themen wie dem verunglückten Versuch, in öffentlichen Kantinen einen »Veggie-Day« einzuführen, mag das so sein. Jedoch handelt es sich hierbei um Oberflächenphänomene, die über die wirklich vorhandenen Gemeinsamkeiten nur hinwegtäuschen. Denn mittlerweile betreiben auch die sogenannten Volksparteien das Geschäft der Zersetzung durch die grüne Emanzipationsideologie.

Das wäre weniger schlimm, wenn es bei den Grünen um das ginge, was man mit grün gemeinhin assoziiert: Naturschutz, Heimatschutz, eine ressourcenorientierte Wirtschaft und einen skeptischen Blick auf den Menschen. Doch darum ging es von Beginn an nur einer Minderheit der Grünen. Der Rest war vor allem daran interessiert, das Label »grün« zu einem Mantel für alle möglichen Emanzipationsbestrebungen zu nutzen. Die Strategie der Melonenpartei – innen rot, außen grün – stand von Beginn an symptomatisch für dieses Bestreben. Ob es darum geht, Minderheiten auf Kosten der Mehrheit zu päppeln, das Geschlecht bzuschaffen oder die Kinder von ihren Eltern zu trennen – all das geschieht unter dem Banner der Emanzipation, der Befreiung des Menschen von seinen natürlichen Lebenszusammenhängen. Wer hier die Haltung der restlichen Parteien wiedererkennt, liegt nicht falsch. Auch diese haben ihren Freiheitsbegriff, den sie vielleicht einmal hatten, der Emanzipation geopfert. Mit verheerenden Folgen.

2. Wie man Zersetzung tarnt

 

2.1 Das Beispiel »Pädosexualität«

 

Neben den fundamentalistischen Strömungen innerhalb der Grünen, die nicht weniger als eine Abschaffung des Systems wollten, gab es schon früh auch eine realistische. Deren Ziele nahmen sich aus damaliger Perspektive nicht weniger verwegen und absurd aus, sie schätzten nur den mühevollen und langwierigen Weg realistisch ein und nahmen auch taktische Umwege in Kauf.

Ein extremes Beispiel dafür ist der skandalisierte Text von Volker Beck, den dieser 1988 in einem Sammelband veröffentlichte, der sich die Legalisierung der sogenannten Pädosexualität, sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern sowie Jugendlichen, auf die Fahnen geschrieben hatte.

Darin machte Beck deutlich, daß er das angestrebte Maximalziel, eben die Legalisierung, durch öffentlichen Druck auf den Bundestag für illusionär halte, weil es sich um eine Minderheitenposition handelte, die eines Vehikels bedurfte, um von der Öffentlichkeit überhaupt als Problem gesehen zu werden.

Beck sieht, daß mit der aus der Schwulenbewegung erhobenen Forderung nach Streichung des Sexualstrafrechts nichts erreicht wurde. Im Gegenteil folgte daraus »die zunehmende gesellschaftliche Irrelevanz dieser Diskussion und die daraus folgende Randstellung der Schwulenbewegung innerhalb der neuen sozialen Bewegungen«.2 Er bemängelt die Beschäftigung mit sich selbst und empfiehlt die Ausweitung auf die allgemeine Emanzipationsdebatte: »Eine inhaltliche Umsetzung der schwulenpolitischen Programmatik blieb die Schwulenpolitik schuldig, eine Ausweitung der gesellschaftlichen Debatte über (Homo-)Sexualität unterblieb, eine Bündnispolitik wurde nahezu unmöglich.

Von einigen sehr wenigen Einzelkämpfern abgesehen, blieb bis zum heutigen Tag die inhaltliche Arbeit unterhalb der programmatischen Ebene auf der Strecke: Themenkomplexe wie Arbeitswelt/DGB; Asyl, Menschenrechte/Amnesty International; Mietrecht, Sozialwohnungen/Mieterverbände; Lebensformen; Datenschutz, Polizei, Kriminalistik; Männergewalt, Anti-Schwule Gewalt/Männerbewegung blieben bis heute liegen […].«3

Beck fordert nicht weniger als die Ausweitung der Schwulenbewegung zu einer Bewegung für »sexuelle Emanzipation« und damit zur Emanzipation überhaupt. Nur wenn man die Frage nach Liberalisierung mit den Emanzipationsbestrebungen bezüglich der Abschaffung von § 175 sowie §218 und der Ent-kriminalisierung von Prostitution verknüpfe – Forderungen, die eine wesentlich größere Zustimmung in der Öffentlichkeit erwarten können -, habe man Aussicht auf Erfolg: »Solange es noch einen § 175 gibt, wird man sich bei einer Liberalisierung des § 176 die Zähne ausbeißen. Aufklärung ist ein Prozeß und kein Handstreich!«4 Allein die Streichung von § 175 verhindere »das Zementie

ren eines sexualrepressiven Klimas« – »eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können«.5

Entscheidend sei die Frage, »wie wir es schaffen, mit der Formulierung einer sachgerechten aktuellen und bündnisfähigen Politik die Schwulenbewegung -angesichts der Neuaufrüstung der Rechten – zu einer relevanten politischen Kraft zu machen«.6 Der Schlüssel zur Beantwortung liege im Bündnis mit anderen Bewegungen und in umsetzbaren, nichtutopischen Forderungskatalogen. Beck sieht weiterhin die Notwendigkeit politischer Klein- bzw. Wühlarbeit, konkreter Debatten, und nicht in überzogenen Heilserwartungen politischer Maximalforderungen.

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Die Grünen - die zersetzende Kraft der Emanzipation - 0001awird fortgesetzt

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Gassenreh
Gassenreh
18/05/2014 15:49

Die auch von den Grünen geförderte eigentümliche Reduzierung des Menschen auf seine Sexualität erfasst neuerdings nahezu alle Bereiche. Hoffentlich wird bald in Deutschland eine Aufklärung erfolgen, um das von den Gender-Ideologen propagierte „social engineering“ in Richtung Früh- und Übersexualisierung im Erziehungsbereich schon der Kleinsten und Jüngsten (Krippe, Kita, Schule) zu stoppen. Es kann nicht ernst genug genommen werden, was die Vernichtung des Selbstverständnisses von Mann und Frau für Buben und Mädchen bedeutet, die sich gemäß ihren genetischen Vorgaben an Vorbildern entwickeln müssen [siehe Kapitel „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ im Buch: „Vergewaltigung der menschlichen… Weiterlesen »

Runenkrieger11
18/05/2014 10:58

Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

trackback

[…] DIE GRÜNEN – Gender Mainstreaming, Multikulturalismus, Homoehe und Pazifismus – Mehrteiler Nr. …. […]

lothar harold schulte
18/05/2014 08:24

Hat dies auf lotharhschulte rebloggt.

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