Kita statt Kampfbereitschaft

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Bundeswehr: Von der Leyens Schwerpunktsetzung wirft Fragen auf

Sollte es zu einem Einsatz der Bundeswehr im Rahmen des Ukraine-Konflikts kommen, werden deutsche Soldaten vermutlich dabei sein, wenn die Reden bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar des Bundespräsidenten Joachim Gauck, des Außenministers Frank Walter Steinmeier und der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, in denen die Bereitschaft Deutschlands zur Übernahme stärkerer Verantwortung auch mit militärischen Mitteln hervorgehoben wurde, nicht schon nach wenigen Monaten als Leerfloskeln erkannt werden.

Es gibt genügend Informationen über einsatzrelevante Mängel in der Ausrüstung und Bewaffnung unserer Soldaten. Die Berichte des Wehrbeauftragten der letzten Jahre bieten eine Fülle von haarsträubenden Beispielen. In dieser Situation kann es für die politische Leitung und für die militärische Führung der Bundeswehr nur ein Ziel geben: die Reaktions- und Einsatzbereitschaft der Soldaten und ihrer Truppenteile für den Einsatz zu verbessern.

Stattdessen redet die deutsche Verteidigungsministerin in dieser brisanten Situation davon, dass die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber werden solle, Teilzeitarbeit auch für Führungskräfte angeboten werden müsse und keine Präsenzpflicht herrschen brauche, wenn keine „Arbeit“ anliege.

Sie öffnet die Türen für Übergewichtige, fordert Kitas in allen Standorten und Flachbildschirme für die Stuben. Dabei müsste beispielsweise erst einmal der Bedarf an Kindertagesstätten sorgfältig ermittelt werden. Da immer mehr Familien nicht an den Standorten des Soldaten leben, ist der Bedarf sehr unterschiedlich. Auch ist der Vorschlag von Kindertagesstätten in Kasernen nicht neu.

Vor 40 Jahren haben die Ehefrauen und Mütter eines Heeresgeneralstabslehrganges den ersten Kindergarten erkämpft – an der Führungsakademie in Hamburg.

Es kann niemanden überraschen, wenn ehemalige Berufssoldaten bis hinauf zu einem ehemaligen Generalinspekteur dieser Ministerin und ihrer Entourage jegliches Verständnis für das Militär absprechen. Die deutschen Streitkräfte sind seit Jahren im Einsatz.

Es sind Tausende von Soldaten, die ihr Leben und ihre körperliche Unversehrtheit riskiert haben. Über 50 Soldaten haben in den Einsätzen ihr Leben verloren. Auch wegen bedenklicher Einsatzregeln, wegen einer unzureichenden Ausrüstung und Bewaffnung.

Das Parlament hat „seine Armee“ in den Einsatz geschickt, ohne die notwendigen Kräfte und Mittel bereitzustellen. Schlimm ist das laute Schweigen der militärischen Führung. Wo bleibt deren Aufschrei angesichts der Tatsache, dass diese Ministerin den fatalen Irrweg ihrer Vorgänger fortsetzt?

Sie macht die Soldaten zum Gespött der Medien und der Öffentlichkeit. Sie werden als „Warmduscher“ oder „Teilzeitarbeiter“ ausgelacht. Das Ansehen der Bundeswehr und ihrer Soldaten ist auf einem Tiefstand angelangt. Es ist jedoch unfair, die Soldaten die Führungsfehler ausbaden zu lassen. Wie sollen mit diesem Image „die Besten“ für die Bundeswehr gewonnen werden?

Und – wer sind „die Besten“ für die Bundeswehr? Der Charakter und die Einsatzbereitschaft sind die entscheidenden Voraussetzungen – nicht die Schulnoten. Die Fürsorge des Dienstherren einer Einsatzarmee muss in erster Linie einer einsatzorientierten Ausbildung, Erziehung, Bewaffnung und Ausrüstung gelten. Erfolgreich und gesund aus einem Einsatz zurückzukommen, hebt das Selbstwertgefühl der Soldaten und das Ansehen der deutschen Streitkräfte.

Die Ministerin hat ihre falschen Personalentscheidungen der ersten Tage nur unzureichend korrigiert. Ihr fehlen die Berater, die das Bundesverteidigungsministerium und die Streitkräfte aus der eigenen Praxis kennen.

Die Bugwelle nichtgetätigter Investitionen für Ausrüstung und Bewaffnung mindert die Einsatzbereitschaft der Truppe in der Ausbildung und im Einsatz in den kommenden Jahren

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paz 24-14

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haunebu7
13/06/2014 10:09

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lothar harold schulte
13/06/2014 08:00

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