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Es gibt Berufe, die gelten als solide und sicher. Eltern empfehlen sie ihren Kindern. Doch manch einer, der heute noch einen solchen Beruf erlernt, wird wohl schon bald ganz sicher arbeitslos.
Wenn man Zukunftsforscher befragt, welche Berufe krisensicher sind und auch in einer Generation noch existieren werden, dann treffen sie zurfachst die gleiche Aussage: Jeder Zweite wird in Zukunft das Doppelte seines heutigen Einkommens erzielen, aber dafür dreimal so viel wie heute arbeiten müssen. Und: Spätestens im Jahr 2030 wird die andere Hälfte der Menschen im deutschsprachigen Raum keine regelmäßige Arbeit mehr haben. Das heißt: Alle werden immer unzufriedener. Weil die einen zwar ein hohes Einkommen haben, dafür aber fast rund um die Uhr arbeiten müssen. Und die anderen unendlich viel Zeit, aber kein Einkommen haben werden.

Welche Berufe empfiehlt man Kindern?

Die Lebensqualität wird sich also für fast jeden dramatisch verschlechtern. Und der Sozialstaat wird daran nichts verändern können, weil jene, die fast rund um die Uhr arbeiten müssen, auch die Früchte ihrer Arbeit sehen wollen. Es ist klar, dass Hilfsarbeiter und Ungelernte in dieser angeblich
jetzt sehr schnell Realität werdenden Zukunftswelt nicht die geringste Chance haben werden. Aber welche Berufe empfiehlt man seinen Kindern oder Enkeln heute, damit diese in der Welt von morgen nicht zu den Verlierern gehören werden? Fast jeder Beruf, der früher als sicher galt, steht heute auf dem Prüfstand oder ist dem Untergang geweiht. Auch Handwerk hat schon lange nicht mehr den sprichwörtlich goldenen Boden. Schuhmacher, Buchbinder oder Steinmetze haben eine brotlose Zukunft.

Aber auch für Maurer und Bauarbeiter wird es in wenigen Jahren schon kaum noch einen
Bedarf geben. In China sind schon jetzt riesige 3D-Drucker im Einsatz, die aus Zement und Bauschutt pro Tag die Fertigteile für zehn neue Häuser »ausdrucken«, welche dann von Robotern zusammengesetzt werden. Ein solches Haus ist umweltfreundlich und kostet als Rohbau an Ort und Stelle weniger als 4000 Euro. Bohren, hämmern und zuschneiden entfällt. Es ist eine reine Frage der Zeit, wann diese Technik auch zu uns kommen wird – und Massen von Bauarbeitern und anderen Berufen rund um den Bau überflüssig macht.

Nicht anders ist es mit Journalisten. Jeder fünfte Jugendliche erwägt heute, einen Beruf aus der Medienwelt zu erlernen und Journalist zu werden. Und ganze Hochschulen sind mit Studierenden gefüllt, welche das Abfassen und Bearbeiten von Texten erlernen. Dabei erobern Roboterjournalisten längst Ressort für Ressort.

Der von Maschinen generierte Journalismus ist keine ferne Zukunftsmusik, sondern Realität: In Los Angeles schreiben Roboter die Erdbebenwarnungen für Onlinemedien. Im Sportbereich setzen fast alle Agenturen Meldungsapparate für Spielberichte ein. Und gerade erst hat die Nachrichtenagentur AP mitgeteilt, dass sie von sofort an Geschäftsberichte und die Bilanzberichterstattung von Unternehmen vollautomatisch von Robotern erledigen lassen wird. Computer machen aus Daten und Zahlen blitzschnell Nachrichtenartikel. Und die Hersteller der Maschinen arbeiten längst auch daran, dass die Roboter schon

bald auch Nachrichten aus Politik oder dem lokalen Umfeld vollautomatisch aufbereiten sollen. Roboter haben weder eine Kündigungsfrist noch Mutterschutz, Krankheiten oder eine Gewerkschaft im Hintergrund. Sie werden nicht nur den klassischen Journalismus zum aussterbenden Beruf machen. Gerade erst hat Mercedes-Benz auf der Autobahn bei Magdeburg den ersten von einem Roboter gelenkten Lkw vorgestellt.

Das System namens »Highway Pilot« kommt auf der Autobahn ohne den lenkenden Einfluss des menschlichen Fahrers aus. Nur mit einem Ensemble aus Kameras, Radar und Sensoren ist der Lkw in der Lage, das Verkehrsgeschehen allein zu kontrollieren -quasi ein Autopilot. Eingebaut in den Lastwagen ist das System »Mercedes Actros«. Künftig soll es auch in Pkw, kleine Limousinen und Transporter eingebaut werden. Die Botschaft ist klar: Lkw-Fahrer, Taxifahrer und Kurierdienste können sich schon mal nach einer neuen Betätigung umschauen. Die Automatisierung macht vor nichts mehr halt.

Automaten und Roboter übernehmen nicht mehr nur schwere Arbeit und einfache Handgriffe. Mit zunehmender Rechenleistung erobern sich Computer auch Einsatzgebiete, die bisher den Menschen Vorbehalten waren. Zwischen 1945 und 1980 sanken die Kosten pro Recheneinheit um durchschnittlich 37 Prozent pro Jahr. Seither hat sich der Rückgang der Kosten noch weiter beschleunigt. Automaten übernehmen heute fast alle Jobs von Telefonisten. Auch anspruchsvolle Berufe wie Typographen sterben mit ihnen aus.

Der Bankkaufmann wird arbeitslos

Automaten übernehmen immer größere Arbeitsbereiche von Metzgern, Bäckern, Tischlern und Schreinern, die vor allem Maschinen einstellen und bedienen können müssen. Auch der Bankkaufmann, einst Inbegriff beruflicher Sicherheit, wird in der nächsten Generation ebenso arbeitslos sein wie der Buchhalter, weil Automaten die Funktionen übernehmen. Was also sollte man heute als junger Mensch erlernen? Nein, das ist kein Scherz. Die französische Regierung scheint jedenfalls ratlos zu sein, wie man den bohrenden Fragen der Zukunft auf dem Gebiet der Schaffung sicherer Arbeitsplätze begegnet.

Wenn – wie eingangs beschrieben – künftig die Hälfte der Menschen dreimal so viel wie heute arbeiten muss, in welchen Berufen wird sie das dann tun? Gesundheit wird die neue »Religion der Zukunft«.

Entsprechend gut sind die Aussichten in der Bio-, Gesundheits- und Pflegebranche. Der Arzt wird künftig mehr verdienen denn je zuvor. Bis zum jahr 2020 müssten allein im ambulanten Bereich mehr als 50000 Ärzte ersetzt werden, darunter knapp 24000 Hausärzte. Und auch für Ingenieure, IT-Spezialisten, Physiker, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer gilt: Die Nachfrage wächst stärker als das Angebot.

Gesucht werden auch Altenpfleger und Pflegemanager. Weil wir immer älter werden, brauchen wir in den nächsten zehn Jahren etwa 300000 zusätzliche Pflegekräfte. Zudem werden in Krankenhäusern oder Altenheimen Fachkräfte gesucht, die sich um Verwaltung und Organisation der Pflege kümmern. Die Ausbildung zum Altenpfleger dauert drei Jahre für Vollzeit (Teilzeit: fünf Jahre). Am meisten verdient man mit einem Studium von Pflegemanagement oder Pflegewissenschaften, Dauer etwa sechs Semester. Quereinsteiger und Studienabbrecher werden künftig gute Chancen als Mechatroniker haben. Der garantiert krisensichere Arbeitsplatz wird unentbehrlich, weil moderne Maschinen, Anlagen und Fahrzeuge immer mehr und komplexere Elektronik enthalten.

Die Ausbildung zum Mechatroniker dauert etwa 3,5 Jahre. Und es gibt den Studiengang: Mechatronik/Maschinenbau, Dauer etwa sieben bis zehn Semester. Ähnlich gute Aussichten werden Anlagentechniker im Bereich von Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik haben. Auch für Forscher und Entwickler sind die Zukunftsaussichten blendend, ebenso für Agrarwissenschaftler, Logistikexperten und für chemische, technische und physikalische Prüfer. Optiker, Fachkräfte in Apotheken, Immobilienberater und Sozialpädagogen werden hingegen zu den Verlierern gehören, weil ihre Arbeit entweder von Maschinen oder Computerprogrammen übernommen werden wird oder es einfach keine Nachfrage mehr geben wird.

Der Landarzt wird zum Spitzenverdiener

Neu wird auch der Beruf des Tele-Chirugen, der über weite Entfernungen mithilfe von Robotern und Kameras Menschen operieren wird. Gerade in dünn besiedelten ländlichen Regionen wird der Patient dann von einem kleinen medizinischen Team vorbereitet, den Rest übernehmen die sicher geführten Roboterhände des Arztes.

Die Zukunftsforscher behaupten auch, dass die Schere zwischen Arm und Reich so extrem auseinandergehen wird, dass die Reicheren sich vor den aufbegehrenden Armen werden schützen müssen. Arm werden jene sein, welche wegen geringerer geistiger Fähigkeiten komplexe Maschinen nicht steuern oder an komplexen Arbeitsabläufen nicht teilnehmen können.

Die größte Frage wird dann sein, wie viel jene, die viel Arbeit haben werden, jenen, die auch bei bestem Willen keine ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeit bekommen können, um des sozialen Friedens willen abzugeben bereit sein werden.

Und wenn das dann nicht mehr funktioniert, dann werden auch Berufe, welche Arbeitende vor dem Unmut der Nicht-Arbeitenden schützen, eine große Zukunft haben. Also Sicherheitskräfte.

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kopp 28-14

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Arbeitsbekleidung Luckenwalde

Gute Arbeit. Danke.

Dagmar
Dagmar
13/07/2014 16:27

Dunkel ist der Sinn Deiner Rede

Dagmar
Dagmar
13/07/2014 16:22

Das Problem hatten wir doch schon, als PCs die Hälfte der Sekretärinnen eingespart haben. Damals schon hätte diese Lösung gegriffen: Für jede Maschine, die einen Arbeitnehmer ersetzt, müssen Sozialabgaben bezahlt werden.

willibald66
13/07/2014 10:39

Hat dies auf Willibald66's 2.Blog rebloggt.

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