Reihe: Frei gedacht Eva Herman

von Eva Herman

George Orwell beschreibt in seinem Buch „1984“, wie man durch ständige Wiederholungen in den Medien auch die größten Unwahrheiten zur Wahrheit umgestaltet. Unsere Zeit strotzt nur so von Beispielen. Ob es um vermeintliche Terrorstaaten geht, gegen die man sich „verteidigen“ müsse, ob um angebliche CO2-basierte Klimaerwärmungen, um „gefährliche“ Pandemien oder um den modernen Feminismus. Die Auflistung lässt sich unendlich fortsetzen. Wir spüren, da stimmt etwas nicht. Doch was tun wir?

In jedem Zeitalter lebten wir Menschen im Korsett gewisser Paradigmen. Mit jeder Epoche änderten sich offizielle Denkweisen wieder nach dem Motto: Was gestern richtig war, muss heute lange nicht mehr stimmen. Stets wurde man „moderner“ im Wandel der Zeiten. Heute geht der Wechsel viel schneller, manchmal reicht eine Generation nicht mehr aus, um die Gesellschaft in völlig neue Weltbilder überzuwechseln. Können wir noch folgen? Was gestern normal war wie zum Beispiel eine Familie mit Mutter, Vater und Kind, ist heute Patchwork gewichen, das ist jetzt normal, also die Norm. Oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Wer heute beklagt, dass dieses neue Weltbild seiner Empfindung Probleme bereitet, der muss mit einer Klage rechnen: wegen Homophobie, wegen Sexismus. Weil hier die Gesetzesbandagen immer straffer angezogen werden, schweigen die meisten Leute. Sie überhören ihre Empfindung lieber, bevor sie Probleme kriegen. Wohin führt das?

Ein weiteres modernes Dogma betrifft eine ganz natürliche Einrichtung unserer Schöpfung: Es geht um den Begriff Mutter. Während dieser die Frauen in allen zurückliegenden Jahrhunderten stolz machte, schämen sich heute viele dafür und wollen es nicht mehr sein: Denn wer Karriere machen will, kann sich nicht mit diesen unwichtigen Dingen aufhalten wie dem Muttersein. Wofür sind denn sonst die Krippen da? Wer Mütter heute gut findet, setzt sich sogar dem Vorwurf des Sexismus aus, oder er gilt als ultrarechtsextrem. Der Begriff Mutter und auch Vater soll nun aus der EU-Behördensprache entfernt werden. Noch überlegt man, wie man sich dem US-amerikanischen Vorbild nähern könnte, wo die Ämter nur noch von „Parent 1“ und „Parent 2“ sprechen.

All diese familienpolitischen Neusprechs und Neulebs verdanken wir der vor einigen Jahrzehnten erfundenen Gender-Forschung, einem Buchstabengewirr, einer Aneinanderreihung willkürlich hingeworfener Wortbrocken, die, aus welchem Blickwinkel auch immer betrachtet, einfach keinen Sinn machen. Wer einmal versuchte, eine behördliche Genderschrift zu lesen, weiß, wovon ich rede. Es gibt auch Genderforschung für Krippen und Kindergärten, Gender für Schulen, Firmen, Altersheime und so weiter. Wir sollen jetzt lernen: Genderforschung ist richtig! Egal, was die Empfindung dazu sagt. Und was sagt die?

Ja, ja, die Forschung: Nahezu alle unsere Denkmuster basieren auf Annahmen und Forschungsergebnissen, die man zum Dogma erhebt beziehungsweise zu einem Paradigma, was nicht ganz so hart klingt. Wie oft aber stellt sich immer wieder heraus, dass die Forschungen nicht ausreichend waren oder als schlicht falsch bezeichnet werden müssen. In Oslo hat man jetzt das Gender-Institut wieder geschlossen, weil man einsah, dass diese Forschung reiner Unsinn ist. Hierzulande sind wir noch nicht so weit. Die Funktionäre und Nutznießer der bestehenden (Un)Ordnung sind natürlich alles andere als objektiv, wenn es darum geht, ein System aufgrund neuer Erkenntnisse zu verändern oder gar komplett zu erneuern. Schließlich hat man sich am Futtertrog gut eingenistet …

Wie finden wir uns in diesem Irrgarten zurecht? Wer hilft bei einer objektiven Aufklärung? Warum tun wir es nicht selbst? Warum fragen wir nicht unsere Empfindung, die meist ziemlich gut Recht von Unrecht, Wahrheit von Lüge, objektive Information von platter Propaganda zu unterscheiden in der Lage ist? Natürlich ist es im ersten Augenblick bequemer, jeden noch so widersprüchlichen Unsinn der Experten kritiklos zu übernehmen. Durch die mittlerweile gigantischen Propagandamaßnahmen der Machtsysteme, die von den Dogmen gut leben, die sie selbst initiierten, lassen sich die Menschen immer wieder gerne einlullen. Doch warum diese geistige Trägheit? Haben wir verlernt, selbst zu prüfen?

Schauen wir in unser hochgelobtes Bildungssystem. Kleinkinder in Krippen sollen bilingual aufwachsen, heißt es. Das sei besser für das Sprachverständnis der Kleinen. Die Politiker strahlen, die Eltern versuchen, alles richtig zu machen. Frühkindliche Bildung, das ist ja prima. Und? Was sagt Ihre Empfindung? Ist es richtig, dass die Zweijährigen Englisch lernen? Zu früh, meinen Sie? Ja, da haben Sie wohl recht: Denn es bleibt eh nichts hängen, was man in diesem Alter an zusätzlichen Sprachkenntnissen aufnimmt, außer, das Umfeld spricht mit den Kindern rund um die Uhr Englisch. Dann hakt es aber mit der Muttersprache. Warum sagen wir nichts? Warum vertrauen wir unserer inneren Stimme nicht? Weil es bequemer ist zu schweigen?

Oder lassen wir die Empfindung hier doch einmal zu Wort kommen: Wir tragen Kleidung, die von geschickten Kinderhänden in Indien hergestellt wurden. Wir wissen alle, wie gnadenlos unsere Umwelt im Interesse des Profits zerstört wird, und wir kennen die unsäglichen Tiertransporte, bei denen wir am liebsten wegsehen.

Was sagt Ihnen bei diesen Beispielen Ihre Empfindung? Sind sie gerecht im Sinne der Schöpfung, der Naturgesetze? Die bequeme Aussage, dass man gegen „die da oben“ ja nichts tun könne, läuft ins Leere. Verantwortlich für die weltweite Dramatik sind wir selbst, denn es gehören zwei Gruppen zu diesem zynischen Spiel: diejenigen, die es tun, und jene, die es zulassen.

Weiteres Beispiel sind die alltäglichen propagandistischen Abrichtungen der Massenmedien, und zwar zum Thema Wirtschaft. Unsere betriebswirtschaftliche Ordnung basiert in erster Linie auf reinem „Profitstreben“. Die Fachsprache in den Chefetagen der Firmen ist als nahezu militärisch einzuordnen. „Wir müssen Marktanteile erobern“, „Die Konkurrenz bricht in unsere Absatzmärkte ein“ oder „Mit unserer neuen Werbestrategie eliminieren wir unseren Konkurrenten und kaufen ihn auf“ … das sind nur drei kleine ganz normale Beispiele.

Doch was meldet unser natürliches Empfinden bei diesen Aussagen? Spüren wir eine positive Resonanz, oder erkennen wir ein destruktives Dogma, welches das Wohl von Mensch und Unternehmen längst aus den Augen verloren hat?

Haben wir uns schon so sehr daran gewöhnt, Ja und Amen zu sämtlichen Dogmen zu sagen, die man uns täglich wortreich und machtvoll aufbrummt? Haben wir verlernt, unserer Intuition zu vertrauen? Sind wir nicht mehr in der Lage, unsere ureigenen Interessen, unsere Meinung durchzusetzen? Oder warum lassen wir uns für dumm verkaufen, ohne überhaupt noch zu zucken?

Ist der laufende Niedergang der menschlichen Zivilisation noch aufzuhalten? Es liegt an uns … Findet die Menschheit nicht zu einem Abgleich zwischen Geist und Verstand zurück, wird sie in sehr absehbarer Zeit ihren finalen Niedergang erfahren.

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paz 34-14

 

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Wetten daß!
Wetten daß!
23/08/2014 09:01

Eva Hermann kann wieder nur zugestimmt werden!

Die wenigsten Menschen hierzulande haben den von Ihr angesprochenen Verstand, oder würde es sonst so bei uns aussehen und ablaufen!?

Das vorherrschen jener Intelligenz, Bildung und Verstand heutzutage wird nur durch Anhäufung von Wissen, das die wenigsten zusammen getragen haben, erreicht und durch das nachäffen dieses Wissens, wirklich was anfangen mit dem Wissen kann kaum einer was, denn das wäre die wahre, natürliche und ursprüngliche Intelligenz.

Mit der „Bildung“ und dem „Verstand“ der Welt-Lenker kommt der „Pöbel“ bis hoch zu vielen, jenen die sehr viel Wissen angehäuft haben, schon gar nicht mit.

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