Muss natürliches Lavendelöl ebenso wie Zitronenextrakt bald durch Kunstaromen ersetzt werden, weil die Irren in Brüssel in ihrer Regulierungswut schlicht den Überblick verlieren?

Die im Juni 2007 in Kraft getretene Chemikalienverordnung der „EU“tk totenkopf eu mit der für Normalsterbliche etwas rätselhaften Abkürzung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) schreibt vor, dass bis zum Jahr 2018 alle Stoffe, die in der „EU“ in Mengen von mehr als einer Tonne in Verkehr gebracht werden, bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA in Helsinki registriert werden müssen.

Bei der Registrierung müssen die Hersteller oder Importeure ein umfangreiches Dossier mit Daten über die zum Teil in Tierversuchen ermittelten mehr oder weniger gefährlichen StoffeigenscKaften vorlegen. Es gilt der Grundsatz: »Keine Daten – kein Marktzugang.« Nur wer alle jeweils erforderlichen Stoffdaten vorlegt, darf ein Produkt weiterhin vermarkten.
Damit sollten bösen Überraschungen in Form von Umwelt- oder Gesundheitsschäden vorgebeugt werden.

„EU“: Duftstoffe sind jetzt Gefahrstoffe

Was viele nicht ahnten: REACH gilt nicht nur für Chemikalien im umgangssprachlichen Sinn, sondern auch für etliche Naturstoffe mit einem ausgesprochen guten Ökoimage. So zum Beispiel für ätherische Öle wie Lavendelöl, Geranial, Methyleugenol, Limonen oder Citronellol.

Denn mehr als 90 Prozent der als Duftstoffe oder für Körperpflege- und Hygienezwecke sowie für die Insektenabwehr verwendeten ätherischen Öle fallen unter die Gefahrstoffdefinition der „EU“tk totenkopf eu , weil sie mehr als zehn Prozent leicht entflammbare und überdies giftige beziehungsweise allergene Kohlenwasserstoffe enthalten. Sie müssen deshalb ein Etikett mit dem Gefahrstoffsymbol Xn und folgender Aufschrift tragen: »Gesundheitsschädlich beim Verschlucken. Kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen. Beim Verschlucken kein Erbrechen herbeiführen.

Sofort ärztlichen Rat einholen und Verpackung oder dieses Etikett vorzeigen. Vor Kindern sichern.« Man kann sich gut das Gesicht einer Mutter vorstellen, die ein Lavendelöl für ihr Baby kaufen möchte und dann so etwas liest. Weil der letzte Tag – die Deadline – für die Stoffregistrierung näher rückt, haben nun, nachdem die Aro-
matherapeuten schon vor Jahren vor REACH reachgewarnt haben, endlich auch die provenzalischen Lavendelanbauer gemerkt, was da aus Brüssel beziehungsweise Helsinki auf sie zukommt. Es geht um nicht weniger als die wirtschaftliche Existenz von anderthalb tausend landwirtschaftlichen Betrieben in den südfranzösischen Voralpen, die ausschließlich oder überwiegend vom Lavendelanbau leben.

Die proben nun den Aufstand, indem sie auf großen Plakaten und Transparenten fordern: »Nein zur REACH-Regelung! Lavendel ist kein chemisches Produkt.« Zu Tausenden Unterzeichneten Landbewohner und Touristen eine Petition im Internet. Sollten sie mit diesen Protestformen in Brüssel kein Gehör finden, dann sind viele provenzalische Bauern auch bereit, zu rabiateren Protestformen wie Straßensperren o.Ä. zu greifen.

Eines ist klar: Sollte sich der Lavendelanbau wegen hoher Prüf- und Registrierungskosten für Lavendelöl nicht mehr lohnen, dann würden die Hersteller synthetischer Aromen rasch in die Marktlücke springen. Denn mit künstlichen Aromen kann man inzwischen so gut wie jeden Geschmack oder Geruch imitieren. Bekanntestes Beispiel ist die kostengünstige Herstellung von Vanillearoma aus den Abwässern von Zellstofffabriken.

Was in unserem Fall ausschlaggebend ist: Im Unterschied zu natürlichen ätherischen Ölen braucht man von den synthetischen Aromen so wenig, dass ihre Herstellung in der Regel unterhalb der Mengenschwelle für die Anwendbarkeit der REACH-Verordnung bleibt.

Mit anderen Worten: REACH gilt in diesem Fall nicht für die synthetische Chemie, wohl aber für extrahierte Naturstoffe, die von den Menschen seit Jahrtausenden ohne Probleme genutzt werden. Es dürfte nicht so leicht möglich sein, die keimtötenden Eigenschaften von Lavendelöl zu imitieren. Man kommt sich da vor wie bei einem Schildbürgerstreich.

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KOPP 39-14

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rositha13
29/09/2014 02:24

Hat dies auf Gesundheitsmanufaktur rebloggt und kommentierte:
Die EU verbietet nacheinander alles, was ihr bzw. den Pharmakonzenen in den Kram paßt.
Siehe Codex Alimentarius.

neuesdeutschesreich
29/09/2014 02:07

Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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