Hilfe für Deutsche

Über die deutschen Diasporaorganisationen im Ausland wird hierzulande kaum etwas berichtet. Noch weniger bekannt ist die Dachorganisation der Auslandsdeutschen in aller Welt, die „Deutsche Weltallianz“’ (DWA).DWA_100 Es scheint, als würde sie von den Medien bewusst totgeschwiegen, wahrscheinlich wegen der konservativen Haltung und der Vergangenheit einiger ihrer Mitglieder, dabei sieht sie sich „als einziger weltweiter Interessenverband der Auslandsdeutschen“.

Ein gewisses politisches Gewicht erhält die 2002 in Washington D.C. gegründete Organisation durch ihre Verbindungen zum Auswärtigen Amt, den deutschen Botschaften und Konsulaten im Ausland, den Vertriebenen- und Diasporaverbänden sowie zum Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland e.V. (VDA), dem die Bundesregierung eigens die Pflege mit den Auslandsdeutschen und ihren Verbänden übertragen hat.

Die DWA hat sich zum Ziel gesetzt, die Menschenrechte von Personen deutscher Herkunft weltweit zu schützen, den Informationsaustausch und die Kommunikation unter den Deutschen in der ganzen Welt zu fördern und die deutsche Sprache und Kultur zu erhalten. Seit 2008 ist der Österreicher Peter Wassertheurer Präsident der DWA. Zu den Mitgliedsorganisationen gehören Verbände der Flüchtlinge und Vertriebenen, der deutschen Minderheiten, der Auswanderer und deutschstämmigen Bevölkerungsgruppen im Ausland, darunter der Bund der Vertriebenen, die Do-nauschwaben in den USA, der Deutsch-Kanadische Kongress, das Institut für deutsch-amerikanische Beziehungen, Pittsburgh, USA, der Verband Deutsch-Argentinischer Vereinigungen, der Verband der Volksdeutschen Landsmannschaften Österreichs, die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Österreich und das Zentrum gegen Vertreibungen.

Die jetzige Führung der DWA, die den Eindruck erweckt, als wäre der in den USA gegründete Verband nun in österreichischer Hand, besteht neben dem Präsidenten Peter Wassertheurer, Jahrgang. 1964, Historiker und Germanist aus Kärnten, aus dem aus den USA stammenden Vizepräsidenten Kearn C. Schemm, Anwalt, dem Schatzmeister Herbert Traxler, aus der Steiermark, den Mitgliedern Marianne Bouvier, Augenärztin, ehemalige Vizepräsidentin des Deutsch-amerikanischen Nationalkongresses, Anton (Toni) Bergmeier, Präsident des Deutsch-kanadischen Kongresses, Professor Hartmut Fröschle, Jahrgang 1937, aus Leipzig, deutsch-kanadischer Germanist (Universität Toronto), Führungsmitglied des Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland, Eduard (Ed) Grünwald, Donauschwaben US, Helmut Loicht, Vorsitzender der Österreichischen Landsmannschaft, Professor Alfred de Zayas, Schweiz, Jahrgang 1947, Havanna, Völkerrechtler, USA, seit Mai 2012 UN-Sonderberichterstatter für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung, im Vorstand des Zentrums gegen Vertreibungen. Die Jahreshauptversammlung der DWA im Jahre 2015 soll im Gründungsort Washington stattfinden.

In Vorträgen und Publikationen sowie in der Wiener Erklärung vom 29. November 2005 wenden sich die Vertreter der DWA gegen die These von der Kollektivschuld der Deutschen und deren Diskriminierung in einigen Ländern. Insbesondere verurteilen sie die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten und den Ländern Osteuropas als ungesühnte alliierte Kriegsverbrechen. Außerdem fordert die DWA die Rehabilitierung und Entschädigung der in Nord- und Südamerika während der beiden Weltkriege zu Unrecht internierten Deutschen. Dazu richtete die DWA am 30. April 2009 eigens eine Aufforderung an Präsident Barack Obama. In weiteren Erklärungen setzt sich die DWA für die Pflege des deutschen Kulturerbes und insbesondere der deutschen Sprache und eine „objektive“ Darstellung der Geschichte im Unterricht und in den Medien des jeweiligen Landes der Diaspora ein.

Hans-Joachim Hoppe…paz 42-14
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Dagmar
Dagmar
18/10/2014 13:18

Es wäre interessant, zu erfahren, wie die DWA die Zustände in Deutschland und die Lage der deutschen Bevölkerung im Land beurteilt. Gibt es irgendwelche Publikationen dazu, oder beschränkt sich das Interesse ausschließlich auf Deutsche im Ausland?

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