Über die Manipulationen der deutschen Medien haben wir schon mehrfach berichtet. Nun haben wir ein neues Beispiel für Einseitigkeit, „Kampf gegen rechts“ und Tribunalisierung.

Herbert Gassen (früher Marburg), ein streitbarer Sozialismusgegner und Kämpfer für Marktwirtschaft und Meinungsfreiheit, hat einen Brief an die Verlagsgruppe Madsack in Hannover geschrieben, den wir mit seiner Genehmigung veröffentlichen, weil er das anspricht, was heute symptomatische Erscheinungen unseres Pressewesens ist.

Bei Madsack erscheinen z. B. die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) und die „Oberhessische Presse“ (OP). Am Verlag Madsack ist die SPD über ihre Mediengesellschaft beteiligt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. (P. H.)

Hier der Wortlaut des Briefes von Herrn Gassen (Zwischenüberschriften von P. H.):

Sehr geehrte Herren,

die Oberhessische Presse (OP) ist eine Ihrer Beteiligungen. In Marburg berichtet man von einer bevorstehenden Insolvenz. Sparmaßnehmen sollen auch zu Lasten des Personals vorgenommen werden.

Die Gründe für eine solche Situation eines Unternehmens sind vielschichtig. Meine Erfahrungen habe ich während meiner beruflichen Tätigkeit von endgültigen Konkursen bis zu erfolgreichen Sanierungen gemacht. Meinen Beruf habe ich nach intensiver Lehre in einer WP, größtenteils im Bereich der Gemeinwirtschaft, also dem DGB, ausgeübt. Ich spreche somit tatsächlich aus Erfahrung. Begreifen Sie meine Zeilen als sympathisches Interesse an dem Schicksal der ‚Oberheß‘.

Über die wirtschaftlichen Gründe kann ich direkt aus meiner Perspektive nichts sagen. Dazu fehlen mir die effektiven Zahlen.

Es ist das Erscheinungsbild der OP, das mich veranlaßt, Sie über Gründe und Möglichkeiten einer Sanierung zu informieren. 25 Jahre lang habe ich sie bis zum Verlassen meiner Heimatstadt täglich gelesen. An sie habe ich lange eine gute Erinnerung behalten. Meine aktuellen Erfahrungen mit diesen Blatt aus regionaler Entfernung zwingen mich jedoch zu einem weniger positiven Urteil, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.

Sprachrohr linkslastiger Stadtpolitik

Die OP ist das Sprachrohr einer intoleranten, linkslastigen Stadtpolitik geworden. Unkritisch werden die Meinungen der Linken-, Grünen- und auch SPD-Fraktionen in die Leserschaft getragen. Es mag sein, daß die OP nur eine gewisse Klientel ansprechen möchte. Der Umfang dieser aktuellen Lesergruppe scheint jedoch nicht auszureichen, einen tragfähigen Umsatz zu erzielen. Ein Grund für Ihr Problem.

Marburg ist eine Universitätsstadt. Ihre Aktivitäten der Bildung und Forschung sollten unter dem freien Geist der Akademien stehen. Studentisches Leben ist entsprechend ungebunden und findet erst in den Grenzen des Berufes seine angepaßte Form.

Aufgabe der Presse wäre es, das alte wie neue Bürgertum, seinen nicht unbeträchtlichen Anteil an liberal Gebildeten anzusprechen. Das bedeutet jedoch, Meinungen und Diskussionen gleichgewichtig zum Tragen kommen zu lassen.
Einseitigkeit und Geschichtsklitterung.

Es steht außer Frage, daß die OP als Medium die linkslastige Stadtpolitik dominant ihre Korrektheit interpretieren und indoktrinieren will. In der Stadtpolitik gibt es Problemzonen, die gerade von der linken Szene instrumentalisiert werden. Es betrifft die Geschichte und die Kultur der Stadt.

Ein herausragendes Thema ist die Historie des kurhessischen Jägerbataillons Nr. 11, dessen Garnison bis 1919 Marburg war. Als spezielle Grundlage ihre Geschichte zu interpretieren, dient eine von der Fraktion der Linken beauftragte Arbeit einer, wie sie selbst sagen, leninistisch-marxistischen ‚Geschichtswerkstatt‘.

Es bleibt nicht bei der Analyse der Verursachung der militärischen Ereignissen des ersten Weltkrieges, sondern das militärische Verhalten dieser preußischen Einheit wird über Ereignisse in 1870/71 in Frankreich und 1910 in Deutsch-Südwestafrika als ‚verbrecherisch‘ interpretiert. Der Gipfel ist die Verfolgung der gesellschaftlichen Einbindung der ehemaligen Jäger nach 1919 und insbesondere nach 1933.

Sie lassen dabei keine Verleumdung bis zur Sippenhaft aus. Damit erreichen sie natürlich auch die Nachkommen des einstigen Kerns der Bürgerschaft Marburgs, auch potentielle Leser der OP. Der frevelhafte Kampf gegen einen Epitaph für über 4.000 gefallene Marburger Jäger in den Kriegen 1870 / 1914 wird bestimmt von der Wut ideologischen Terrors. Er wird so oft es geht, an herausragender Stelle positiv begleitend im Blatt kommentiert.

Gegen die Marburger Jäger wird tribunalisiert, eine Verteidigung ist den Toten ja nicht mehr möglich. Es soll dazu dienen, mit einer einseitigen ideologischen Interpretation die politische Korrektheit der Auftraggeber, der Autoren, der Redakteure und Moderatoren zu beweisen.
Es ist schon recht seltsam, wie die Genossen aus den Reihen der Nachfolgeparteien, die die kommunistisch-bolschewistische Diktatur der DDR errichtet haben, der SED, ihre Nähe zum politischen Verbrechen zu kaschieren versuchen. Die OP dient dabei als ein unkritisches Sprachrohr. Es ergibt sich die Frage nach möglichen persönlichen Bindungen.

Kulturelle Barbarei

Darüber hinaus ist es das Ziel der linken Szene der Stadtpolitik, die freie Bürgerschaft ideologisch aufzuteilen. Nach ihrer ‚political correctness‘ dürfen Menschen mit ihnen fremdem Gedankengut nicht mehr an einem Bürgerfest, dem Marburger Frühschoppen auf dem Marktplatz, teilnehmen.

Seit 1910 verabschieden sich die Studenten mit den Bürgern, den Professoren, allen Nachbarn und Bekannten aus aller Welt in die Sommersemesterferien. Es ist in der Tat ein Akt kultureller Barbarei, wenn sich die OP gegen die Mehrheit der bürgerlichen Einwohnerschaft in diesen ideologischen Straßenkampf einläßt. Pauschal werden mehrere Burschenschaften diskriminiert. Wie die Redakteure der OP die Gesinnungsprüfung der Einzelpersonen vornehmen wollen, ist noch unklar.

Bei vielen Marburger Bürgern, Frauen mit Kindern, ist jedoch die Angst groß, von den Buttersäure-Bomben der Helden des Anstandes getroffen zu werden. Auch sie werden von der OP als die ‚Helden‘ des Widerstand gegen Recht und Gesetz gerühmt.

Ideologisch verklemmte Presse

Ist die Oberhessische Presse in dieser Struktur eine Zeitung einer weltoffenen, geistig ungebundenen Universitätsstadt? Die gegenwärtige Situation dieser seit 1527 bestehenden Institution ist auch unter der Mitwirkung der völlig politisch einseitig publizierenden Stadtzeitung zu sehen. Aktuell verläßt die gesamte philosophische Fakultät Marburg und arbeitet in Jena weiter.

Es ist die Politik der Stadtregenten, die Konsequenz einer ideologisch verklemmten Presse, die Unverantwortlichkeit der entsprechenden Parteien der Bevölkerung, der Struktur ihrer Stadt gegenüber, wenn freischaffende und freidenkende Professoren und Studenten die Flucht ergreifen!

Sollte die OP in der Tat in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein, sollte das Management, es hätte es schon vor längerer Zeit tun müssen, intensiv die Gründe analysieren. Das heißt eine Sanierung müßte ganz oben im Unternehmen beginnen, wo die Richtlinien des Wirtschaftens festgelegt werden.

Es sollte nicht nur ein Controlling der Zahlen eingerichtet sein, sondern auch eines der journalistischen Inhalte, die Prüfung der Produkte, die der Meinungsfreiheit und Interessen der Leserschaft entsprechen sollten. Eine Zeitung einer Universitätsstadt hat sich nicht nur an die Positionen einer Stadtpolitik anzupassen, sondern in demokratischer Freiheit der Gesamtbevölkerung und dem Zentrum ihrer Existenz, der Universität, zu dienen.

Gehen Sie bitte davon aus, daß in Marburg sehr viele gebildete Menschen leben, die nicht auf die Denkhilfen der Linken angewiesen sind. Hierzu ist natürlich eine Journalistik notwendig, die diese Probleme erkennt und umsetzt. Es wird allerdings mit einem Redaktionspersonal, das die Ablehnung, einen Leserbrief zu veröffentlichen, mit dem Hinweis auf ein ‚Deutsches Presse-Gesetz‘ begründet, sehr schwer werden.

Ich hoffe, daß Sie meine Einlassungen zu einem möglichen Problem der Oberhessischen Presse so verstehen, wie ich sie in meiner Sorge um die alte ‚Oberheß‘ ausgeführt habe.

Sparen werden Sie nicht können, aber Kosten kürzen oder besser einsetzen. Auch am Personal. Wollen Sie als neutrale, sachliche Zeitung ein nachgefragtes Produkt herstellen, müssen Sie über gute Redakteure verfügen und die kosten ihr Geld. Das heißt für sie: Sanierung durch Wandel und Investition.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Herbert Gassen

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