Man ist als Bürger von Politikern schon so einiges gewohnt.

Und man denkt, noch verheerender kann es wirklich nicht werden.

Doch die Realität übertrifft immer wieder die kühnsten Erwartungen.

 

Können Sie sich vorstellen, dass renommierte deutschsprachige Politiker um Verständnis für islamische Kopfabschneider werben?

Sie halten das jetzt wahrscheinlich für einen üblen Scherz? Schließlich suggerieren unsere Medien uns doch täglich, dass die grausamen öffentlichen Hinrichtungen etwa von der islamischen Gruppe »Islamischer Staat« nichts mit dem Islam zu tun haben.

Das aber ist nur die verborgene Seite der staatlichen Propaganda.

»Sie köpfen doch nicht jeden Freitag«

60 Menschen hat Saudi-Arabien seit Jahresbeginn öffentlich den Kopf abgeschnitten, den meisten von ihnen freitags um 16 Uhr auf dem mit hellem Marmor ausgekleideten großen Platz vor der Abdullah-Moschee in Riad Abdullah-Moschee in Riad. Im vergangenen Jahr hat sich dort 79 Mal eine große Menschenmenge versammelt, um dabei zuzuschauen, wie einem oder mehreren Menschen der Kopf abgeschnitten wurete.

Diese brutale Praxis wird so auf der Welt nur noch vom »Islamischen Staat« praktiziert. Saudi-Arabien verstößt damit unzweifelhaft gegen alle internationalen Rechtsstandards. Doch Saudi-Arabien buhlt bei uns um öffentliches Wohlwollen. Dafür gibt es das »König-Abdullah-Dialog-Zentrum«.

Stellvertretende Generalsekretärin dieser obskuren Einrichtung ist die österreichische ÖVP-Politikerin und ehemalige Justizministerin Claudia Bandion-Ortner. 220px-Claudia_Bandion-Ortner_(Gala-Nacht_des_Sports_2009)

Die ÖVP-Politikerin hat jetzt rund zwei Jahre Erfahrungen als Frau in Saudi-Arabien für das »König-Abdullah-Dialog-Zentrum« sammeln können und verharmlost nicht nur das Kopfabschneiden dort mit den Worten: »Das ist nicht jeden Freitag.« Mit diesen Worten zitiert sie jedenfalls das österreichische Magazin Profil zu den brutalen Hinrichtungen in Riad.

Eigentlich sei sie gegen die Todesstrafe und eigentlich sei sie für Frauenrechte, aber ihr Leben als verschleierte Frau in Riad scheint ihr sogar gefallen zu haben, sagt sie doch: »Ich war angenehm überrascht. Als Frau dort zu leben, ist sicher nicht einfach.« Als emanzipierte Frau »hätte ich sicher meine Schwierigkeiten dort. Aber ich bin sehr gut und nett behandelt worden.« Bandion-Ortner musste sich – wie alle Frauen in Saudi-Arabien – mit einer schwarzen Abaya verhüllen. Sie befindet: »Aber ich muss sagen: Die ist praktisch.

Ein angenehmes Kleidungsstück. Sie hat mich ein bisschen an den Talar erinnert.« Was man zu solchen Aussagen wissen muss: Saudi-Arabien ist für Österreich der wichtigste Handelspartner in der arabischen Welt. Die Exporte dorthin steigen Jahr für Jahr um fast 20 Prozent. Und dafür redet die Politikerin Claudia Bandi-on-Ortner die Scharia in Saudi-Arabien schön.

Am »König-Abdullah-Dialog-Zentrum« sind neben Saudi-Arabien, dem Geldgeber, auch Österreich und Spanien beteiligt.

Letztere waren aus Sicht der Saudis schon einmal Bestandteile des islamischen Weltreiches (das Kalifat von Kordoba in Andalusien und die Türken vor Wien) und sollen nun behutsam wieder reislamisiert werden.

Das »König-Abdullah-Dialog-Zentrum« hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dieser Prozess friedlich verläuft.

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kopp 43-14 ulfkotte

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