ist die Axel Springer SE (BILD, WELT, B.Z.) noch ein deutsches Verlagshaus?

Döpfner glaubt das offenbar nicht mehr, obwohl der Sitz des Unternehmens augenblicklich noch in der deutschen Hauptstadt ist. Vor Jahren hatte Döpfner seinen Führungskräften angekündigt, daß er die allgemeinen Konferenzen nicht mehr auf deutsch abhalte, wenn weniger als 70 Prozent der Mitarbeiter aus Deutschland kämen.

Dieses Versprechen löste er nun am 28. August dieses Jahres in Berlin ein. Dort wurde die „Axel Springer Management Conference“ erstmals ausschließlich in englischer Sprache abgehalten, weil, so Döpfner, mehr als 40 Prozent „of our people are coming from non German countries, also weniger als 60 Prozent der Angestellten aus nicht-deutschen Ländern stammten.

Schließlich sei Axel Springer „one family“, eine Familie. Für diese sei nicht die Sprache wesentlich, sondern der Journalismus: „Journalism is our genetic code.“ Döpfner sagte zwar in seiner Begrüßungsrede: „Diverse cultures have to be respected.“

Für die deutsche Sprache als Teil der deutschen Kultur hatte er jedoch auf dieser Veranstaltung keinen Respekt übrig.

Auf der Konferenz sprachen dann fast nur deutsche Führungskräfte wie BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, die sich redlich mühten, Englisch zu sprechen.

Was Außenstehenden zunächst als eine lächerliche Aufführung erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung als höchst bedenklich:

Wenn die Führungsebene marktbeherrschender Medien eine andere Sprache spricht als die unteren Ebenen und die Leser, wächst die Gefahr, daß Zeitungen zum Werkzeug einer dem Volk entfremdeten, abgehobenen Führungsschicht werden.

Bei einer solchen Entwicklung ist es nicht verwunderlich, wenn veröffentlichte und öffentliche Meinung immer stärker auseinanderklaffen.

sprache deutsche

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