Seit Anfang Oktober 2014 werden französische Kernkraftwerke des nationalen Strommonopols Eléctrícité de France (EDF) wiederholt nächtens von Minidrohnen unbekannter Herkunft überflogen.

Oft erhielten fünf oder sechs KKW gleichzeitig solch ungebetenen Besuch. Insgesamt 15 KKW waren davon nach offiziellen Angaben in jüngster Zeit betroffen. Darunter befindet sich auch das KKW im elsässischen Fessenheim am RheinKKW im elsässischen Fessenheim am Rhein in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze.

Allem Anschein nach handelt es sich dabei um koordinierte Aktionen. Deutsche Medien haben das alles bislang verschwiegen. Und bislang hat sich niemand zu den Erkundungsflügen mit den Drohnen bekannt.

Es geht um die Transformatoren

Zwar sind die französischen Kernkraftwerke längst mit Radaranlagen ausgerüstet, die verdächtige Flugbewegungen melden und Abwehrmaßnahmen auslösen können.

Bruno Comby, ein an der Elitehochschule École Polytechnique ausgebildeter Nuklearingenieur, der früher bei EDF arbeitete und heute in Paris an der École Nationale Supérieure de Techniques Avancées lehrt, hält die Drohnenflüge nicht für harmlos. Er sieht in ihnen Vorbereitungen für einen gezielten Terroranschlag, der den Anschlag auf die Twin Towers in New York noch in den Schatten stellen könnte.

In einer Anfang November von Radio Monte Carlo (RMC) ausgestrahlten TV-Sendung sagte Comby sinngemäß: Weil die Drohnen immer nur nachts geflogen seien und deshalb nur Infrarotaufnahmen mit Wärmebildkameras hätten machen können, vermute er, dass es die Täter auf die Anfertigung von Lageplänen von Punkten mit starker Hitzeentwicklung abgesehen haben. Auffällige Hot Spots seien sicher die Kernreaktoren und das Kühlsystem.

Die Reaktoren seien ohnehin wegen ihres dicken Betonmantels als Ziel von Terrorangriffen nicht interessant. Zu vermuten sei hingegen, dass es die Täter auf die ebenfalls heißen Hochleistungstransformatoren abgesehen Raben, welche neben den Reaktorgebäuden an der freien Luft stehen. Diese dienen dazu, die von den Generatoren erzeugte Niederspannung in Hochspannung für den Ferntransport der Elektrizität umzuwandeln. Ihm sei aus Risikoanalysen bekannt, dass diese Trafos den eigentlichen Schwachpunkt des ganzen Systems der Stromversorgung darstellen, fuhr Comby fort. Weil die Trafos nur relativ selten durchbrennen, hält EDF nur wenige davon als Reserve vor. Den Ausfall von einem oder von zwei Trafos könne EDF noch gut verkraften. Gelänge es Terroristen aber, gleichzeitig Trafos in 15 verschiedenen KKW unbrauchbar zu machen, dann käme es zu einem großflächigen Zusammenbruch des Stromnetzes -vielleicht sogar europaweit.

Der gleichzeitige Ausfall mehrerer Trafos wäre also eine Katastrophe, die mit dem Tsunami in Japan vergleichbar wäre. Comby hält es durchaus für möglich, dass die hinter den Drohnenflügen stehenden Täter ein solches Szenario im Kopf haben. Er vermutet, dass potenzielle Attentäter die erste Kältewelle des kommenden Winters nutzen wollen, um ihre mörderischen Pläne umzusetzen.

Deutschsprachige Medien schauen weg

Kurz: Comby hätte einen überaus guten Ruf zu verlieren, wenn er sich zu unbedachten Vermutungen hinreißen ließe. Man sollte seine mahnenden Worte also durchaus ernst nehmen. Und es ist erstaunlich, warum deutschsprachige Medien bei diesem ernsten Thema derzeit einfach wegschauen. Denn die Folgen wären auch für Deutschland verheerend.
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kopp 46-14

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Saheike
22/11/2014 15:19

Fragt mal beim Mossad nach. Wenn der gesamte Strom ausfällt, kommt es dann zur Kernschmelze wie in Fukushima durch Ausfall der Kühlanlagen ? Reichen die Notstomaggregate aus ? Ich denke da auch an die Anschläge, auf Trafostationen, die in den USA stattfanden vor einigen Monaten.

anvo1059
22/11/2014 19:01
Reply to  Saheike

Wenn ich richtig gelesen habe und mein Gedächtnis noch halbwegs OK ist, dann hat bereits ein Experte meine obigen Veremutungen bestätigt ! Der eigentliche Reaktor ist gut geschützt und fast unangreifbar. Aber die Außen liegenden Umspanner sind eine sehr leichte „Beute“ für alle Arten von Terroristen. Wir dünken uns so stark und sind doch so verwundbar ! Einige Beispiele hast du ja aufgeführt !

anvo1059
15/11/2014 17:49

Schon mehrmals hatte ich in Kommentaren zu Trreoranschlägen in Europa auf dei Schwachstelle Transformatoren / Umspannwerke hingewiesen ! Gut diese „Sorge“ von einem Fachmann bestätigt zu sehen und nichtnur Belächelt zu werden !

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