von Klaus Rainer Röhl

Manchmal fragt man sich wirklich, in welchem Land wir leben.

Haben wir nur schlecht geträumt? Werden wir eines Tages erwachen und erfahren, dass alles nur ein böser Traum war? Oder leben wir bereits auf einem anderen Planeten? In einer Parallelwelt.

Der Gender-Welt. Kalte Wassergüsse helfen nicht, der böse Traum will nicht weichen, Gender ist überall. Selbst wer das Wort noch nie gehört hat, sitzt schon längst in der Falle. In der Gender-Falle.

Was eigentlich verbirgt sich hinter dem harmlosen Wort Gender (englisch: soziales Geschlecht)? Das genaue Gegenteil. Wer das Wort heute gebraucht, meint, dass es eigentlich gar keine Geschlechter gibt, sondern es nur einer finsteren Verschwörung (gegen die Frauen) zu verdanken ist, dass es da Unterschiede geben soll zwischen Jungen und Mädchen, Männern und Frauen.

Die Gender-Gesellschaft hat längst die Universitäten und Schulen erobert, stillschweigend. Nur wenn sich mal einer von den betroffenen Eltern dagegen wehrt, dass ihr Sohn in der Schule Unterricht im „transsexuellen Verhalten“ erhalten soll, und ihm seine Lehrer und Lehrerinnen sagen, dass er eigentlich gar kein Junge ist, sondern nur falsch erzogen wurde, wird die Öffentlichkeit aufmerksam.

Wie fast aller Unfug kam auch die Gender-Idee aus Amerika, und dort wird sie auch am schärfsten vertreten.

Wildkatzen und lilafarbene Pinguine – so sollen beispielsweise die Lehrer eines Schulbezirks in Nebraska ihre Schüler in Zukunft ansprechen statt als Jungen und Mädchen.

Diese Bezeichnungen könnten womöglich die „anerzogenen“ Geschlechterrollen vertiefen und vor allen Dingen – die so hochsensiblen Transsexuellen kränken! So die Anweisung des Schulrats des Bezirks Lincoln in Nebraska.

Tausende Eltern waren alarmiert, nachdem bekannt geworden war, dass den Lehrern auf einem „Seminar für Geschlechtssensibilität“ vorgeschlagen worden war, die Schüler künftig nicht mehr als Jungen oder Mädchen, sondern nach Vorlieben der Kinder für Milch oder Saft, Hunde oder Katzen, Fahrrad oder Skateboard anzureden.

Schließlich lenkte man ein: „Wir verbieten ihnen nicht, die Schüler als Jungen oder Mädchen anzusprechen!“ Da mussten die Eltern noch dankbar sein. Ist das nur im verrückten Teil der USA so?

Leider ist Gender inzwischen längst Alltag in der Bundesrepublik. Der heute fest etablierte Albtraum hat noch 1985 auf der Weltfrauenkonferenz der Vereinten Nationen in Nairobi ganz klein und scheinbar bescheiden angefangen. Der Begriff kam so harmlos daher, dass niemand davon Notiz nahm, obwohl jeder Mann und jede Frau gemeint war.

Auf der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen. Dort wird erstmals eine neue Strategie mit dem Namen „Gender Mainstreaming“ vorgestellt.

Seitdem ist der Begriff „Gender“ mit einem neuen Inhalt besetzt. Gender bedeutet jetzt, „dass die Geschlechtsrollen von Frauen und Männern anders als das biologische Geschlecht erlernt und damit auch veränderbar sind“. Was veränderbar ist, soll nun auch verändert werden, und zwar gründlich. Internationale Konferenzen brachten die Frauenrechtlerinnen rasch und unauffällig nach vorne. Wer würde schon etwas dagegen haben, Uno-Beschlüsse zu verwirklichen? Das geschieht seit Jahren: Beschlüsse werden gefasst und müssen nun „implementiert“ werden, das heißt auf Länderebene oder im Bezirk durchgesetzt werden. Beschluss, Gesetz und Kontrolle.

Gender ist keine neue Mode und kein Scherz, sondern bitterer Ernst.

„Gender Mainstreaming“, wird immer wieder betont, soll die bestehenden Diskriminierungen von Frauen aufheben, aber auch die von Männern! Was in der Praxis bedeutet, dass Männer endlich (!) auch Krankenschwestern und Hebammen werden können. Wie schön. Während Frauen da, wo es wirklich um die Wurst geht – bei um hunderttausenden Arbeitsplätzen bei Behörden, Universitäten, Bibliotheken und Schulen sowie neuerdings in der freien Wirtschaft (verordnete Frauenquoten in Aufsichtsräten!) – auf lange Zeit noch bevorzugt werden sollen, soweit es irgendwie machbar ist.

Da braucht man eben Gender-Beauftragte, die das alles in seiner Umsetzung überwachen, bezahlt aus Landes- und Bundesmitteln.

Die Genderwelt ist eine kleine, finanziell gut ausgestattete Welt für sich, jenseits der Realität, aber mit großem Einfluss. Ihre Macht reicht vom Bundesfamilienministerium und den Ländern bis zu den Landkreisen und hat in die Bezirksämter und schließlich in die Rathäuser Einzug gehalten, in aller Stille. In diesem Jahr soll noch mehr Geld in diese obskuren Aktivitäten gesteckt werden.

Nach eigenen Angaben der Gender-Frauen geht es dabei um die „Zerstörung von Identitäten“.

Das Ziel bei der Erziehung eines Jungen: Er soll „nicht ein anderer Junge werden, sondern gar kein Junge“. Wörtlich.

Kinder sollen im Unterricht ihre „Lieblingsstellung“ darstellen, Puffs planen, Massagen üben. Die Jungen dürfen in NRW ab der 8. Klasse den Führerschein machen. Nicht fürs Auto.

Wer den Praxistest besteht, erhält den „Kondomführerschein“.

Dazu gibt es ein Paket mit Silikon-Penis, Augenbinde, Stiften, Prüfungsbogen und Kondomen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ („FAS“) aus den Anleitungen, die in Düsseldorf gefördert werden.

Im Alltag ist „Gender Mainstreaming“ natürlich kein Modell für Gleichberechtigung, sondern für Frauen-Vormacht.

Das Ganze ist eine linke und wie alles Linke eine krumme Tour.

Besonders im Hochschulbereich hat der Gender-Wahn schon Wurzeln geschlagen. Heute gibt es an bundesdeutschen, österreichischen und Schweizer Universitäten und Hochschulen 223 Professuren mit der Bezeichnung „Frauen- und Geschlechterforschung“.

Von 223 Professuren sind nur zehn (!) mit Männern besetzt.

Das geht aus einer Erhebung der „Berliner Datenbank Genderprofessuren“ hervor, über welche die Zeitschrift „Forschung und Lehre“ des Hochschulverbandes in ihrer November-Ausgabe berichtet. Allein in der Bundesrepublik gibt es 146 solche Professuren an Fachhochschulen und Universitäten und damit fast so viele wie Pharmazie-Professuren.

Das hat auch Folgen für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

So beschloss die Fachhochschule des Berufsförderungsinstituts in Wien, das Nichtanwenden gendergerechter Sprache mit der Herabstufung der Note einer Bachelor- oder Masterarbeit um zehn Prozent zu bestrafen.

Man darf gespannt sein, wann die bundesdeutschen Hochschulen dem österreichischen Beispiel folgen oder es gar übertreffen werden, indem sie die Gender-Sprache für verpflichtend erklären.

Was tun, fragt die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“: „Stammtische besuchen, Leute von der AfD umarmen, die ,Junge Freiheit‘ lesen oder die ,Junge Alternative‘ toll finden?“

Alles versuchen, was gegen die Gender-Invasion hilft.

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Preußische Allgemeine Zeitung Ausgabe 47/14 vom 22.11.2014

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