der nächste Kollaps wird in der Menschheitsgeschichte seinesgleichen suchen.

 

Das Buch gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil „Geld und Geopolitik“ beginnt, wie auch der „Währungskrieg“, mit einem praktischen Projekt. Darin geht es um finanzforensische Ermittlungen zum Insiderhandel, der vor und während des Terroranschlages vom 11.September tatsächlich stattgefunden hat. Das ist extrem spannend und gibt nicht nur Einblick in die Untersuchungsmethodik, sondern auch in eine gewisse Unbedarftheit der Finanzbehörden bei der bis dahin erfolgten Aufarbeitung der Daten. Es werden konkrete Situationen und Taktiken bei Währungsangriffen beschrieben, bis hin zum neugeschaffenen Begriff des Schläfer-Hedgefonds, der die mögliche Dimension eines Angriffs verdeutlicht.
Dieses Kapitel macht nachdenklich, da es ernsthafte Gründe zu Datenschnüffeleien aufzeigt, das Forensic-Projekt allerdings genau wegen dieser Bedenken dann beendet wird. Die GeldapokalypseBESTSELLER…

Der zweite Teil „Geld und Märkte“ beschreibt die Komplexität der miteinander verflochtenen Märkte und die daraus erwachsenden Probleme, diese Komplexität zu beherrschen, wie Fehlentwicklungen im Dollar-System auf Grund von Fed-Entscheidungen, Währungs- und Finanzmanipulationen zeigen.
– China wird als neue Finanzweltmacht nach USA und Europa im Kontext seiner wechselvollen Geschichte zwischen Zentralisierung und Dezentralisierung analysiert und daraus Chinas Handlungen und Anspruch erklärt.
– Schließlich ein langes Kapitel zu Europa, was den Bogen beginnend von Karl dem Großen aus spannt und zum Schluss kommt, dass ‚wir’ das gar nicht so schlecht machen (bzw. einen leicht „europhilen“ Eindruck hinterlässt, der schon im Vorgängerbuch aufgefallen war).

– Im folgenden beschreibt J.R. die Welt „nicht in traditionellen Kategorien wie Nord-Süd oder Ost-West. sondern als unterschiedliche Gruppen von Ländern, basierend auf ökonomischen Faktoren, Versorgungsketten und historischen Verbindungen“ (Zitat aus einem späteren Kapitel). BRICS als bekannteste dieser Gruppe ist der Einstieg in diese Kategorie, dann folgen BELL, CIIP, SCO, GCC,… alle werden analysiert und in ihrer Entwicklung, ihrem Einfluss und Potential verglichen und somit das Aufbrechen des bisherigen Dollar-Währungsmonopols belegt.

Die Kompetenz des Buches wird durch Fakten untermauert, die mit Quellenangaben (233 insgesamt, die meisten davon als zugängliche weblinks) belegt werden.

Im dritten Kapitel „Geld und Wohlstand“ angelangt, ist nun der Zeitpunkt für einen Exkurs in die neueren Geldtheorien, wobei J.R. der Vertragstheorie den Vorzug gibt und damit endlich zu seinem Lieblingsthema Gold kommt, jetzt in Form einer Absicherung des „Geldvertrages“.

– Er widmet ein gesamtes Kapitel dem IWF als mögliche Chance, das Orchester der Währungen zu dirigieren, um dann sofort dessen Unzulänglichkeiten und die der historisch und aktuell handelnden Personen zu kritisieren. Hierbei erläutert er anschaulich die Notwendigkeit eines neuen Herangehens, das wirtschaftliche Geflecht nicht nur als komplexes System zu erfassen, sondern auch mit den wissenschaftlichen Mitteln der Theorie komplexer Systeme, die er sehr einfach und beispielhaft erläutert, zu untersuchen. Hierbei sind, statt auf deterministische Einzelereignisse zu schauen, die Parameter zu bestimmen, anhand derer die Stabilität bzw. Kritikalität des Systems beurteilt werden kann. Er beschreibt Indikationen und Signale, die den kritischen Zustand dieses Systems bereits heute kennzeichnen und kommt zu der Prognose, dass ein Zusammenbruch des Dollar-Währungssystems mit wachsender Wahrscheinlichkeit bevorsteht.

– Das „Danach“ sieht er in drei Optionen und deren Kombination, den Goldstandard, die Sonderziehungsrechte als neue Währung oder als worst case soziale Unruhen, Chaos und Neofaschismus. Seine Empfehlung zu einer Anlagestrategie für stürmischen Zeiten habe ich mit etwas Skepsis gelesen, wenn man sich bei seiner Empfehlung für 20% Gold im Portfolio an „Gold gab ich für Eisen“ der deutschen Kriegsgenerationen und das Goldbesitzverbot in den USA 1933 erinnert.

James Rickards Buch findet ein versöhnliches Ende mit einem Blick auf seine Familie mit Kindern und Enkeln, die optimistisch in dieser heute schon chaotischen Welt leben und hofft auf die neue Generation, die Fehler der Alten zu richten.

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