Die USA, unsere Politiker und die Leitmedien wollen Krieg – zumindest einen neuen Kalten Krieg. Und jeder, der diesem Ziel derzeit im Wege steht, wird diffamiert und fertiggemacht. Mit allen Mitteln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat unlängst die rasant an Zulauf gewinnende Bewegung »Patriotischer Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes« (Pegida) kritisiert. Und die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz sagte, es gebe hierzulande keinen Platz für Hetze gegen Gläubige, Merkel verurteile derartige Tendenzen auf das Schärfste. Prompt war zu lesen, Merkel sei »besorgt über den Zulauf bei der Pegida-Bewegung«. Auch andere berichteten, Merkel sehe »die Demonstrationen der Anti-Islam-Bewegung Pegida kritisch«. Das ist erstaunlich.

Für Angela Merkel ist es ein Albtraum

Keiner gab sich die Mühe, zu beleuchten, warum die Kanzlerin eine solche Einschätzung zu Protokoll geben lässt. Merkel fürchtet nach den deutlichen Sympathiebekundungen der AfD in den vergangenen Tagen gegenüber Pegida, dass es einen Schulterschluss, vielleicht sogar eine neue Partei rechts der Mitte geben könnte. Für Merkel ein Albtraum. Für die Mainstream-Blätter aber nicht der Rede wert. Mit vielleicht weitreichenden Folgen für Krieg und Frieden in Europa. Denn Pegida ist eine Bewegung, die von den Leitmedien – ohne sie je selbst zu Wort kommen zu lassen und deren Motive und Ziele zu ergründen – mit der Nazikeule in die rechte Ecke gestellt wird. Doch bei Pegida und ihren Partnerprotesten in mittlerweile einem Dutzend deutscher Städte sind viele Bürger unterwegs, die den Vorwurf des Fremdenhasses weit von sich weisen. Im Gegenteil, viele von ihnen sehen umgekehrt die Kanzlerin als Kriegstreiber in einer wachsenden Konfrontation des Westens mit Russland über den tödlichen Konflikt in der Ukraine.

Dass automatisch rechtsradikal ist, wer sich so äußert, ist absolut lächerlich. Kein Geringerer als der frühere russische Präsident Michail Gorbatschow forderte in der vorigen Woche Russland und die EU auf, das zu beenden, was er als den Beginn eines neuen Kalten Krieges sieht. Andernfalls drohe eine Katastrophe. »Gemessen an den jüngsten Äußerungen bereiten sich Diplomaten beider Seiten auf viele Jahre der Konfrontation vor«, so Gorbatschow, »das ist extrem gefährlich. Mit so vielen Emotionen könnte jemand die Kontrolle verlieren und wir das Ende dieser Jahre nicht erleben.« Dass der Westen Russland laut Gorbatschow vielleicht in einen neuen Krieg zieht, fand in unseren Leitmedien – kaum überraschend -wenig Widerhall. Und das, obwohl auf der anderen Seite des Atlantiks am selben Tag, an dem 10000 Menschen zum achten Mal in Dresden auf die Straßen gingen, der US-Kongress mit nur zehn Gegenstimmen die »Resolution 758« verabschiedete. Sie stempelt Russland wieder als angebliches Reich des Bösen ab und wirft dessen Präsidenten »anhaltende politische, wirtschaftliche und militärische Aggression« vor. Putins Politik wird in dem Papier als Bedrohung für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit bezeichnet. Der ehemalige Kongressabgeordnete Ron Paul, der noch nie als Leisetreter im Mainstream der US-Politik aufgefallen ist, bezeichnete die Resolution 758 als Kriegserklärung gegen Russland, während Mainstream-Blätter allerorten bemüht waren, ihren Lesern zu erklären, dass das Papier ja gar nicht bindend sei. Der Zusammenhang zwischen solchem Versagen und dem drohenden neuen Kalten Krieg ist kaum zu übersehen: Die Wahrheit kommt in den »Qualitätsmedien«, die eine Schmutzkampagne gegen besorgte Bürger in Dresden fahren, aber die niederen Motive der »besorgten« Kanzlerin völlig aussparen, immer stärker unter die Räder. Und während die Mainstream-Blätter den Bürgern in Dresden vielfach »Wut und Hass« beschenigen, lassen sie sich in ihren Kolumnen selbst zu Tiraden hinreißen, die ihre Leser völlig fassungslos machen.

Die FAZ karikiert sich fleißig selbst

Das jüngste Beispiel war am 9. Dezember ein emotionaler und dümmlicher Rundumschlag gegen kritische Bürger wie in Dresden. Im FAZ-Feuilleton schrieb Anna Prizkau, fälschlicherweise auch noch als »Anne Prizkau« vorgestellt, Folgendes: »In Deutschland formiert sich eine Gruppe von Menschen, die überall Lügen sehen. Sie hassen den Westen, misstrauen der Presse, und den Politikern sowieso. Und sie lieben Putin. Wer sind sie?« Prizkaus These macht fassungslos. Man fragt sich, welches ihre Informationsquellen sind. Mit der schweren Attacke im Vorspann diffamiert sie die berechtigte Kritik an der aggressiven Politik des Westens, der Russland in einen Konflikt um die Ukraine gezwungen hat.

»Die Masche«, heißt es auf der Webseite Propagandaschau zu dem Prizkau-Erguss, »ist die gleiche, wie man sie vom Antisemitismuslabel kennt: Wer israelische Verbrechen kritisiert, ist Antisemit. Wer US-Verbrechen kritisiert, ist Anti-Amerikaner, oder hasst den Westen, und wer Russlands Interessen als berechtigt anerkennt, der ist Putin-Versteher.« Das wahre Mastermind hinter der deutschen Friedensbewegung, darin gipfelt die Tirade, sei »der russische Präsident höchstpersönlich«. Damit werden genau jene Verschwörungstheorien, die die Verfasserin so leidenschaftlich und stillos attackiert, noch meilenweit übertrumpft. Mit Beobachtungen wie diesen beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe der Asia Times der australische Journalist und Do-kumentarfilmer John Pilger unter der Überschrift »Krieg durch die Medien und das Ende der Wahrheit«. Die Welt, so Pilgers These, sehe einem neuen großen Krieg ins Auge, »vielleicht sogar einem Atomkrieg«, weil die USA »wild entschlossen sind, erst Russland und später China zu isolieren und zu provozieren«. Pilgers drastischstes Beispiel sind seine Interviews mit zahlreichen bekannten US-Journalisten im Jahr 2003, wenige Monate nach dem Beginn der Invasion im Irak. Von der früheren CBS-Ikone Dan Rather bis hin zum prominenten Inves-tigativjournalisten Charles Lewis fiel die Antwort gleich aus: Hätten die Mainstream-Zeitungen damals ihre Arbeit ordentlich gemacht und die fabrizierten »Beweise« über angebliche Massenvernichtungswaffen entlarvt, wären hunderttausende von Menschenleben verschont geblieben.

So arbeiten die Medienkriegstrommler

Wie damals Presse und Rundfunk getäuscht und manipuliert wurden, hat inzwischen unter anderem Carne Ross – damals »Mr. Irak« im britischen Außenministerium – zugegeben: »Wir fütterten die Journalisten damals mit Falschmeldungen und gesäuberten Informationen, oder wir sperrten sie aus.« Genauso bereiten westliche Leitmedien, von der New York Times über den britischen Guardian bis hinein in die deutsche »Qualitätspresse« derzeit ihre Leser auf einen neuen Kalten Krieg vor, indem sie die Ereignisse in der Ukraine ausschließlich als Resultat aggressiver Politik Russlands darstellen, während sie die westliche Einmischung und Propaganda vom Coup in der Ukraine bis hin zu den wahrhaft Schuldigen für den Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeuges über der Ukraine verdecken helfen oder unterdrücken. »Die Kriegstrommler der Washington Posf«, sagt Pilger, »sind dieselben Redakteure, die schon damals die angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein zu harten Fakten erklärten.« Pilger führt in seiner Analyse zahlreiche Beispiele dafür auf, wie ganze Länder von manipulierten Journalisten der Mainstream-Medien unter den Radarschirm gedrückt oder schlicht völlig ignoriert werden. Saudi-Arabien, so argumentiert er, sei zwar eine Quelle des Extremismus und vom Westen geförderter Terrorgruppen (eine Anspielung auf die Rolle des CIA beim Aufbau des jetzt mit Luftschlägen bekämpften IS-Monsters), doch das Königtum tauche in den westlichen Medien nur auf, wenn es den Ölpreis drücke. Der Jemen sei bereits seit zwölf Jahren das bevorzugte Ziel von Drohnenangriffen, »aber wer weiß das schon, wen kümmert das überhaupt?«
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kopp 51-14

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Eric der Wikinger
31/12/2014 00:50

Hat dies auf Grüsst mir die Sonne… rebloggt.

albidus Grus
albidus Grus
22/12/2014 11:17

Wo fängt die Diktatur an und wo hört die Demokratie auf? Diktatur fängt an, wenn Andersdenkende verunglimpft werden. Es beginnt meist ganz harmlos, fast unbemerkt mit Nichtzuhören, mit Nichtakzeptieren anderer Meinungen, geht über Verunglimpfung Andersdenkender zum bewußten Nichthinzuziehen bei wichtigen Entscheidungen und schließlich zum Ausschließen, zum Absondern, Mundtotmachen oder Internieren. In der Diktatur sind die Herrschenden gut, die Parlamente halb und das Volk gar nicht oder falsch informiert. Die Herrschenden können bestimmen, das Parlament abstimmen und die Volksmassen zustimmen.

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