Peter Harth

Der Mainstream-Journalismus diagnostiziert die Dummheit der PEGIDA-Bewegung. Weil die sich vor einer schleichenden Islamisierung fürchtet. Dabei haben Linkspopulisten diese Angst erst erschaffen. Das ignoriert die deutsche Politik aber, weil sie auf dem linken Auge blind ist.

 

Sind Sie auch ein PEGIDA? Dann sollen Sie an einer ansteckenden Krankheit leiden, die zu Fremdenhass und Verdummung führt. Zuwanderung rettet Deutschland vor dem Aussterben und sichert die Rente. Seien Sie doch nicht so intolerant! Das sagt die Bundeskanzlerin, sagen Politiker, sagen die Mainstream-Medien. Sagt plötzlich jeder landauf, landab.

Was, Sie sind immer noch nicht geheilt? Dann müssen sie jetzt tief einatmen. Der Kettenraucher, Altkanzler und Deutschlands mahnende Stimme hat das Wort – unser lebendes Denkmal Helmut Schmidt findet: »Das ist nicht Deutschland.« Also Sie sind nicht Deutschland, lieber patriotischer Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.

Helmut Schmidt: Ein Altkanzler mit Gedächtnisverlust

Offenbar haben sich alle und alles gegen PEDIGA verschworen, denn der gleiche Altkanzler sagte 2005 noch das komplette Gegenteil: »Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden. […] Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem [der Überalterung] nicht, schaffe nur ein zusätzliches dickes Problem.« Sieben Millionen Ausländer waren für Schmidt damals ein Fehler, »für den die Politik verantwortlich ist«. Das Land habe sich übernommen und konnte diese Menschen nicht »wirklich integrieren«.

Schmidt ist nicht das einzige Fähnchen, was sich im Wind gedreht hat. Er macht aber deutlich: PEGIDA-Demonstranten sind nicht dumm. Jedenfalls nicht dümmer als Deutschlands Politiker. In der Sache hat PEGIDA zumindest teilweise die stillschweigende Zustimmung der Deutschen. Jeder spürt – vor allem im Alltag – dass Zuwanderung und Integration nicht richtig funktionieren.

PEGIDA erinnert die Politik an ihr eigenes Versagen

Jetzt singen aber Mainstream-Medien, Politiker und Pseudo-Prominente wie ein einziger Chor das Schreckenslied der PEGIDA. Sogar das »rechtspopulistische« Boulevardblatt BILD, was dem Volk sonst so gerne aufs Maul schaut, startet eine Kampagne gegen die »Asylhasser«. PEGIDA, meint BILD, hat »fertig«. Außenminister Frank-Walter Steinmeier ruft zu Gegendemonstrationen auf.

Warum? Es geht um Macht, genauer gesagt um die fehlende Macht über PEGIDA. Die Bewegung ist eine Basisbewegung, die nicht von Profis gelenkt wird. Politische Parteien haben dort keinen Einfluss. Dafür zeigen die Demonstranten aber lautstark auf den Straßen das Versagen der Politik, die kein Konzept bei der Zuwanderung hat. Das gibt sogar Barbara John zu, die ehemalige Ausländerbeauftragte für Integration/Asyl. Außerdem: PEGIDA ist ein klares Zeichen dafür, dass es einen tiefgreifenden »Vertrauensverlust in staatliche Institutionen« gibt.

PEGIDA ist also der ungewollte, heranwachsende Embryo einer gescheiterten Politik – deshalb soll die Bewegung schleunigst abgetrieben werden, damit in Deutschland wieder Ruhe herrscht.

Mit sadistischem Hang zur Selbstzerstörung Deutschlands

Ruhe im politischen Betrieb, was heißt das aber? Nun, in Ruhe litt und leidet er unter linkspopulistischen Politikern wie Trittin, Özdemir, Roth und Künast. Rechtspopulisten sind in Deutschland ja traditionell im Parlament unterrepräsentiert. Das kann man gut oder schlecht finden, aber die rein logische Folge ist: Linkspopulisten haben seit Jahrzehnten ein Quasi-Monopol auf die Öffentlichkeit.

Was sie dort sagen, zeigt einen sadistischen Hang zur Selbstzerstörung Deutschlands. Vielleicht ist so etwas die Folge eines Hirnschadens oder nur linkspopulistisches Kalkül. Gut, das war jetzt auch populistisch, aber das immer gleiche Mantra über die Abschaffung Deutschlands und den Marsch des Islams durch Europa ist ebenso dreist.

Die Angst der Mitte vor den Linkspopulisten

Was, Sie glauben das nicht? Doch, die PEGIDA gäbe es nicht ohne linkspopulistische Hetze. Das hatten die zwar nie im Sinn, aber sie sind auch schmerzfrei gegenüber den Empfindungen der deutschen Volksseele. Die fühlt sich massiv bedroht, wenn die Linkspopulisten ständig tönen: Finis Germaniae.

Immerhin sind ihre Worte nicht bloß Geschwätz. Die Linkspopulisten waren die Turnschuhwerfer der frühen 1980er, nun sind sie einflussreiche Politiker, lenken maßgeblich Parteien wie SPD und Grüne und beanspruchen die Mitte der Gesellschaft für sich. Dumm nur, dass die Mitte vor ihnen zittert. Und nicht nur, wenn es um einen landesweiten Veggie-Day mit Schnitzelverbot geht.

Deutschland verschwindet: »Das finde ich einfach großartig«

Beweisen Sie als Leser nun starke Nerven, sonst läuft ihnen gleich der ein oder andere Schauer kalt über den Rücken: »Das Beste wäre für Europa, wenn Frankreich bis an die Elbe reicht und Polen direkt an Frankreich grenzt.« Sagte die Grünen-Politikerin Sieglinde vor dem Parlament im Bundestag. Oder Franziska Drohsel (SPD) findet: »Ja also, Deutsche Nation, das ist für mich überhaupt nichts, worauf ich mich positiv beziehe. Würde ich politisch sogar bekämpfen.«

Dagegen wirkt Jürgen Trittin (Grüne) fast possierlich: »Noch nie habe ich die deutsche Nationalhymne mitgesungen und ich werde es als Minister auch nicht tun.« Er kann aber auch anders: »Deutschland ist ein in allen Gesellschaftsschichten und Generationen rassistisch infiziertes Land.« Deshalb bitte weg damit: »Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.« Sagte Trittin am 2. Januar 2005 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Zum Tag der Einheit: »Ertrinken in einem Meer aus roten Türkenflaggen«

Wer Deutschland hasst, der hasst natürlich die, die Deutschland lieben. Laurenz Meyer, damals CDU-Generalsekretär, sagte 2001: »Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein.« Für diese Frechheit stieg Trittin besonders gerne in die Retourkutsche: »Meyer hat die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen. […] Das ist so die Flachheit, der geistige Tiefflug, der jeden rassistischen Schläger in dieser Republik auszeichnet.«

Arif Ünal (Grüne) forderte im Landtag von Nordrhein-Westfalen vorsorglich gleich die Streichung der Eidesformel »Zum Wohle des deutschen Volkes«. Und Claudia Roth (Grüne) hätte den Tag der Deutschen Einheit gerne etwas orientalischer: »Am Nationalfeiertag der Deutschen ertrinken die Straßen in einem Meer aus roten Türkenflaggen und ein paar schwarzrotgoldenen Fahnen.«

Warum sich Türkischlernen für Deutsche nicht mehr lohnt

Um da noch mitreden zu können, empfiehlt Renate Künast (Grüne) am 30. August 2010 in der ARD-Sendung Beckmann: »Integration fängt damit an, dass Sie als Deutscher mal türkisch lernen!« Wobei sich das eigentlich gar nicht mehr lohnt, weil uns bald die Deutschen ausgehen.

Laut den Plänen des SPD-Politikers Vural Öger, der im Europa-Parlament sitzt, leben »im Jahr 2100« in Deutschland »35 Millionen Türken« und nur noch »20 Millionen Deutsche«. Öger hatte sich zuvor über die geringe Geburtenrate der deutschen Frau amüsiert. Da liest sich das Zitat von Cem Özdemir (Grüne) doch gleich sehr viel entspannter: »Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen!«

Die intelligente Islamisierung

Nun ja, 1529 scheiterte Kara Mustafa vor den Toren Wiens mit der militärischen Islamisierung Europas. Jetzt ohne Feuer und Schwert, aber dafür eine Islamisierung mit Verstand?

Wenn nun eine Konsens-Allianz der deutschen Politik und Mainstream-Medien den Zeigefinger auf die PEGIDA-Bewegung richtet und dabei sagt: »Das ist nicht Deutschland«, ignoriert sie all das. Man kann durchaus die berechtigte Gegenfrage stellen: Sind die Linkspopulisten etwa Deutschland, die PEGIDA erst auf die Straße brachten? Sie würden nur antworten: »Wir wollen ja gar nicht Deutschland sein«.

Blind auf dem linken Auge

Es bringt nichts, die PEGIDA-Bewegung auf dem medialen Scheiterhaufen zu verbrennen. Deutschland hat offenbar immer wieder mit einer Unausgewogenheit seines politischen Spektrums zu kämpfen. Nun zeigt sich bei einer ungelösten Integrationsdebatte, dass Deutschland auf dem linken Auge blind ist.

Populismus an sich ist in der Politik zunächst einmal etwas ganz Normales, sobald sie Mehrheiten gewinnen will. Jetzt fehlt in Deutschland ein richtiges rechtspopulistisches Gegengewicht. Nicht um seiner selbst willen, aber es hätte die Funktion eines Katalysators.

Ohne fühlen sich viele Bürger mit ihren Sorgen gerade bei diesem Thema weder ernst genommen, noch politisch repräsentiert. Die Folge ist kein Kompromiss, sondern trügerische Ruhe um jeden Preis.

Einem großen Teil der Deutschen wird nun bei der Integration vorgeschrieben, was politisch erwünscht ist, auch wenn sie anders denken und fühlen. Die PEGIDA ist deshalb ein Problem für Deutschland, weil Deutschland ein politisches Problem hat.

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/peter-harth/wenn-politikern-das-hirn-absaeuft-in-einem-meer-aus-roten-tuerkenflaggen-.html

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Eric der Wikinger
14/01/2015 00:48

Hat dies auf Grüsst mir die Sonne… rebloggt.

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