Ein Debatten-Beitrag um kulturelle Bereicherung

Lassen Sie uns zu Beginn einen kurzen Selbsttest machen:

a) Ist Ihre Mutter deutscher Abstammung?

b) Ist Ihr Vater deutscher Abstammung?

c) Sind Sie ein adoptiertes Kind mit unbekannten Eltern?

d) Ihre Mutter hat sich einer künstlichen Befruchtung durch eine Samenspende unterzogen?

Kommen wir zur Auflösung:

Ihre Antwort lautet zu mindestens bei Frage a) oder b) einmal nein?

Gratulation, Sie sind ein Plus-Deutscher!

Ihre Antwort lautet zu mindestens bei Frage c) oder d) einmal ja?

X Dann gilt es, die Rahmenbedingungen zu prüfen – es könnte sein, daß Sie ein Problem haben.

Ihre Antwort lautet bei den Fragen a) und b) ja und bei den Fragen c) und d) nein?

– Dann haben Sie ganz sicher ein Problem. Sie gehören zu der immerhin schrumpfenden Anzahl der Minus-Deutschen.

Das deutsche Volk des 21. Jahrhunderts

ln Berlin fand kürzlich der erste Kongreß der „Plus-Deutschen“ statt. Das sind Deutsche mit Immigrationshintergrund, die sich selbst als die „Neuen Deutschen“ sehen. Das Plus sozusagen für die Gesellschaft. Das Salz in der Suppe. Die Bereicherung für Kultur und Nation. Nein, das Wort Nation streichen wir hier lieber. Das ist mir historisch zu sehr belastet. Dieser verdammte Bismarck hat das kaputt gemacht.

Weiter im Text und zurück zu Ihnen: Sie als Minus-Deutscher, als Teil der autochthonen Bevölkerung Deutschlands, Österreichs, Frankreichs oder wo auch immer Sie geboren sind, werden aufgefordert, endlich anzuerkennen, daß Sie einem veralteten Modell angehören?1 Sie sind sozusagen „out“, um auch im Plus-Deutschen-Sprachgebrauch zu bleiben.

Van Bo Le-Mentze, einer der Aktivisten der Gruppierung „Neuen deutschen Organisationen“ erklärt gegenüber dem Tagesspiegel: „Irgendwann dachte ich: Schluß mit dem Payback! Das ist meine Straße, ich bin hier in meinem Land.“ Er selbst kam als „Flüchtling“ aus Laos nach Deutschland. Weiter ist dort zu lesen „sie denken nicht mehr in Kategorien wie Herkunft und Hautfarbe. “

Plus- gegen Minus-Deutsche

An dieser Stelle bitten wir nachdrücklich darum, von dieser Schwarz-Weiß-Denkweise Abstand zu nehmen. Es gibt so viel zwischendrin! Wer das nicht glaubt, der besuche einen beliebigen Hauptbahnhof einer bundesdeutschen Großstadt. Sie werden staunen – versprochen!

Diese schreckliche Sarrazin-Debatte hat dazu geführt, daß sich die „Neuen Deutschen“ nun auch politisch mehr engagieren wollen. „Schließlich liegt der Anteil der „Plus-Deutschen“ mit Paß oder ohne bereits ein bißchen über einem Fünftel der Bevölkerung der Bundesrepublik, bei den Jungen deutlich darüber“, wie der Tagesspiegel richtig feststellt. Und jetzt mal ehrlich, wer kann es diesen Menschen verdenken? Schließlich verstehen sie sich selbst als diejenigen, die Deutschland bzw. eigentlich alle zu sehr europäisch geprägten Länder, bereichern. Ob sich jetzt ein direkter Zusammenhang zwischen den „Neuen Deutschen“ und der bereits wieder hinter uns liegenden „Neuen Deutschen Welle“ herleiten läßt, bleibt der Tagesspiegel leider schuldig. Was im Zusammenhang mit dem Wort „Kulturbereicherung“ auch ein merkwürdiges Schlaglicht werfen würde. Finden Sie nicht auch?

Anerkennung statt Abschiebung

Die Plus-Deutsche-Bewegung jedenfalls will „gegen jene an kämpfen, die diese Bereicherung ablehnen, also die Deutschen ohne Migrationshintergrund, die „Minus-Deutschen“, die das Land anscheinend in den Augen der „Neuen Deutschen“ nicht bereichern. Damit erreicht der anti-deutsche Rassismus eine neue Qualität. Denn obwohl all dies freilich unter dem Deckmäntelchen des Antirassismus und der Vielfalt passiert, bedient man sich einer Diktion
sowie Anschauung, die rassistischer nicht sein könnte.

Wenn Sie also der Meinung sind, es wäre schön, auch noch ein Restaurant mit einheimischer Küche zwischen all den Asia- und DönerImbißläden zu finden, dann gehören Sie sicherlich zu dem gezeichneten Feindbild. Und seien Sie froh, heute zwingt Sie noch keiner die Farben Schwarz-Rot-Gold auf Ihrem Ärmel zu tragen, außer Sie gehen auf eine Pegida-Kundgebung. In ein paar Jahren könnte das schon anders aussehen, man will den „Minus-Deutschen“ schließlich gleich erkennen und so einfach ist das leider manchmal auch für den gestandenen „Plus-Deutschen“ nicht.

Und kommen Sie jetzt bloß nicht mit zunehmender Kriminalität, dem religiösen Schächten von Tieren oder den jüngst stattgefunden Anschlägen islamischer Terroristen in ganz Europa. Dann ist Ihnen wirklich nicht mehr zu helfen.

Und wenn Sie die Fragen oben wirklich mit ja/ja/nein/ nein beantwortet haben, dann wird aus Ihnen auch kein anständiger „Plus-Deutscher“ mehr, aber ein passabler „Plus-Spanier“, „Plus-Marokkaner“ oder „Plus-Israeli“ könnten Sie immer noch werden!

In diesem Sinn – viel Erfolg bei der Emigration.

CH

Quellen:

http://www.tagesspiegel.de/politik/einwanderungsland-die-neuen-deutschen-organisieren-sich/11343328.html

http://www.umweltundaktiv.de

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Dagmar
Dagmar
28/03/2015 18:47

Wenn nur die Minus-Deutschen endlich kapieren würden, daß sie die Einzigen sind, die hier rechtmäßig das Sagen haben. Leute, holt Euch den gelben Schein! Tut Euch zusammen! Macht vor jeder Wahl klar, daß wir die sind, die als Einzige wahlberechtigt sind, denen Deutschland gehört.
Klärt Eure Mitmenschen auf.
Es gibt so viele „Baustellen“ in diesem Land, aber ich habe beschlossen, mich genau darauf zu konzentrieren. Auch Leute, die die Staatsangehörigkeitsurkunde (nach Abstammung!) nicht bekommen können, sollten aufgeklärt werden.

Simone Reinhard
Simone Reinhard
28/03/2015 09:09

Meine Familie, Sowohl väterlicher als auch von mütterlicher Seite kommen alle samt aus Schlesien und sind vertrieben worden. Also heutiges Polen, bin ich nun Deutsch oder bin ich polnischer Abstammung.
Mit hat mal jemand gesagt „dann bist du polnisch“.
Ich bin jedenfalls froh das auch meine eigenen Kinder sich für minus deutsche Partner entschieden haben und somit auch weitere minus deutsche geboten werden. Auch wenn das nicht viel hilft. Noch ein paar Generationen und es wird uns nicht mehr geben.

deutschelobby
28/03/2015 22:53

da es ein europaweites „Phänomen“ ist, besonders Schweden ist stark davon betroffen,
können wir auch nicht auf Hilfe von außen hoffen…auch nicht Russland.

Wenn Hilfe von außen, dann von Ländern mit einer starken Heimatpartei, wie FN Marine Le Pen, Holland mit Geert Wilders, Österreich mit FPÖ, Schweiz mit der SVP
…von England ist lange nichts mehr gehört worden…was ist mit Nigel Farage….nun, Farage kämpft in erster Linie gegen die „EU“…was das wichtigste ist.
Denn der „EU“ haben wir diesen gesamten Zuwanderungsbereich zu „verdanken“…

Wiggerl

Senatssekretär FREISTAAT DANZIG

Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
Glück, Auf, meine Heimat!

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