Wilders heute bei PEGIDA in Dresden

1.) Erfolg: Es waren nicht 30.000, wie erhofft, aber 20.000 . Das gibt Mut.

2.) Mann des Tages: War für mich Götz Kubitschek. In seiner Rede hat er kraftvoll umschrieben, was “Mut”  und “Patriotismus” heute heißen kann, machte intelligente Rückgriffe auf die deutsche Revolution 1848/49. Sein Hauptaugenmerk galt nicht der politischen Forderung, sondern der charakterlich-mentalen Kräftigung der Zuhörer. So will er erst einmal den Raum für “produktive Unruhe” und “Zorn” vergrößern und damit ein Diskursfeld schaffen und befestigen, in dem das Volk selbst seine politischen Forderungen finden kann. Der Intellektuelle nicht als Vorschreiber, sondern als Rückhaltsicherer – scheint mir klug.

Wilders . Seine Rede war allerdings nicht so wild, wie man es anderswo von ihm gewohnt war, er verzichtete etwa auf die Gleichsetzung von Koran und Mein Kampf. Im Vordergrund stand die Ermutigung für die Deutschen, zu sich und ihrem Land zu stehen, und dafür hat er den meisten Beifall bekommen.  “Wir wollen, wie die Schweizer 2014, über einen Stopp der Masseneinwanderung abstimmen! Das ist Demokratie, da müssen wir hin – und Washington und Brüssel und Ankara und Tel Aviv haben nicht das Recht, uns die Demokratie zu verbieten.” Wir müssen unser Land und Europa verteidigen, uns aber nicht von den Amis in einen Krieg gegen Russland oder von den Zionisten in einen Krieg gegen Iran hineinziehen lassen. Beides aber wird derzeit mit Macht versucht.

Der Kampf zur Zurückdrängung amerikanistischer oder zionistischer Einflüsse muss innerhalb der Pegida-Bewegung geführt werden, nicht durch Verabschiedung von Pegida. Pegida ist mittlerweile auch an anderen Orten Ostdeutschlands – Leipzig, Dresden, Thüringen – so stark und vielfältig, dass nicht alles, was in Dresden läuft, automatisch gesetzt ist. Da ist Spielraum für Debatte.

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m.ela
m.ela
14/04/2015 12:37

Wilders verortet – wenn auch wohl philosophisch gemeint – die Vorfahren und die Ursprünge der Niederländer und anderer europäischer Völker nicht etwa bei den Kelten und Germanen, sondern allen Ernstes im Orient: »Wir tragen Jerusalem alle in unserem Blut, in unseren Genen. Wir alle leben und atmen Jerusalem. Wir sprechen Jerusalem, wir träumen Jerusalem. Einfach, weil die Werte des alten Israels zu den Werten des Westens geworden sind. Wir alle sind Israel und Israel ist in uns allen.« Wer angenommen hatte, dieser Fauxpas könne nicht mehr übertroffen werden, wurde rasch eines besseren belehrt: »Dank der israelischen Eltern, die zusehen, wie… Weiterlesen »

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[…] Pegida 13.04.2015: Kubitschek und Wilders… « deutschelobby. […]

Germania2013
14/04/2015 10:44

Blödsinn wie soll der Kampf gegen den Zionismus geführt werden, wenn man Zionisten als Redner auftreten lässt und ihnen noch kräftig applaudiert.

neuesdeutschesreich
14/04/2015 04:15

Hat dies auf neuesdeutschesreich rebloggt.

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