Gerhard Wisnewski

Was genau wollen die Israelis eigentlich mit den Atom-U-Booten, die Deutschland regelmäßig brav an den Nahoststaat liefert: Die Palästinenser bombardieren? Den Iran? Oder wen sonst? Dreimal dürfen Sie raten …

 

»Sind an Israel gelieferte U-Boote gefährliche Rüstungsgüter?«, fragte die Nachrichtenwebseitelokalkompass.de am 8. Mai 2015. Antwort: Aber auf gar keinen Fall! Das ist nur wieder so eine Erfindung der Linken im Bundestag. Deren Obmann im Verteidigungsausschuss, Alexander S. Neu, hatte zur Lieferung eines weiteren atomwaffenfähigen deutschen U-Bootes an Israel gesagt: Angesichts des »sich immer weiter verschärfenden israelisch-palästinensischen Konflikts« sei dies der »denkbar schlechteste Zeitpunkt, um in diese Region schweres Kriegsgerät zu schicken«. Und das ist natürlich reiner Blödsinn, fand lokalkompass.de.

Die U-Boot-Lieferung an Israel habe »absolut nichts mit dem Palästinenserproblem zu tun«. Sondern sie »gibt Israel eine gewisse Sicherheit, dass potenzielle Feinde es sich zweimal überlegen, was z.B. iranische Politiker mehrfach öffentlich wiederholten: Israel durch atomare Schläge zu vernichten« (ein fragwürdiges Zitat, siehe unten).

 Denn, so lokalkompass.de, selbst wenn die mutmaßlichen israelischen Atomwaffenbasen von einem Feind getroffen würden, wären da eben immer noch die U-Boote. Und »raketenfähige U-Boote« seien nun mal »nicht ortbar«: »Man weiß nie, wo sie sind. Somit sind sie nicht ausschaltbar und erhalten den Israelis immer die Option, jeden atomaren Angriff zu jeder Zeit auch atomar beantworten zu können. Zumindest ist das das erhoffte Signal.«

 Reparatur am Reich Gottes

Na also, dann wäre ja alles in Ordnung! Das heißt: Apropos Signal − was für Signale kommen denn aus Israel selbst zu dem Thema? Nehmen wir beispielsweise einen gewissen Chen Ben-Eliyahu. Er hat auf der Website des israelischen Channel 7, alias Israel National News, am 10. März 2015 einSignal gegeben, wozu man die deutschen U-Boote geradezu verdammt gut brauchen könnte (hier ein Bericht darüber in der Times of Israel).

 Der israelische Schriftsteller ist nicht irgendwer, sondern ein einflussreicher religiöser Lehrer und »hat Abschlüsse in Bibelkunde, jüdischem Denken und Literatur in Israel. Zehn Jahre unterrichtete er am Bible College von Judäa und Samaria in Ariel«, heißt es auf Israel National News. Aha − und wozu könnte man nun die deutschen U-Boote gebrauchen?

 Nun, Israel habe »einen Zweck, eine Mission, die Welt, das Reich Gottes zu reparieren«, schreibt er da. »Denk daran, was Amalek dir angetan hat«, mahnt er, und erinnert damit an das alte Volk der Amalekiter, mit dem die Juden im Streit lagen, und das als Inkarnation allen Bösen gilt. Als Strafe wurden die Amalekiter von den Juden ausgerottet. Wikipediaspricht in diesem Zusammenhang von dem »Genozid an den Amalekitern«: Der Amalekiter-König Agag sei rituell ermordet, das Volk später »vollständig ausgerottet« worden.

 

Amalek: Sind wir alle Amalekiter?

Nun − das ist natürlich nicht schön. Aber die Bibel stammt ja bekanntlich aus einer ganz anderen Zeit und birgt viele schreckliche und archaische Geschichten. Das Problem ist nur, dass diese Geschichten in manchen Köpfen weiterleben und dabei ganz ernst genommen werden − genau wie manche Stellen im Koran. Für maßgebliche Israelis ist Amalek heute überall, vor allem im Iran, dessen einstiger Präsident Mahmud Ahmadinedschad seinerzeit angeblich zur Vernichtung Israels aufgerufen hatte.

 Selbst die Süddeutsche Zeitung stellte diesen Schwindel 2008 jedoch richtig. Demnach habe Ahmadinedschad wörtlich gesagt: »In rezhim-e eshghalgar bayad az safhe-ye ruzgar mahvshavad.« Was in Wirklichkeit bedeute: »Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte (wörtlich: Zeiten) verschwinden.« Oder kürzer: »Das Besatzerregime muss Geschichte werden.« Und das sei »keine Aufforderung zum Vernichtungskrieg, sondern die Aufforderung, die Besatzung Jerusalems zu beenden.«

 Präventivschlag auf Teheran?

 Egal: Schließlich seien die iranischen Führer nichts weiter als Abkömmlinge von Amalek so Chen Ben-Eliyahu. Und wenn Israel nicht den Weg der Bibel beschreite (also das Volk Amalek ausrotten würde), werde es streng bestraft und fast völlig zerstört werden, so dass nur wenige überleben würden: »Wenn ein Feind entsteht, der dich vernichten will, erhebe dich vor ihm und vernichte ihn«, meint der Autor. »20, 30 Atombomben werden den Job sicher erledigen.« Dabei müsse man den Iranern klarmachen, dass man nicht nur ihr Atomprogramm, sondern »auch Teheran und Isfahan« auslöschen werde.

 Interessant dabei ist die Idee, dies in nächster Zukunft zu »erledigen«: Angesichts der Tatsache, dass nur die Vereinigten Staaten die Macht hätten, dies zu tun, es bisher aber nicht getan hätten, »gibt es keine Alternative: Israel muss die Arbeit so schnell wie möglich machen«. Also als »Präventivschlag«. Und was wäre dazu besser geeignet, als deutsche U-Boote? Rüstet Deutschland Israel also für einen Vernichtungsschlag gegen den Iran auf?

Fordert die Auslöschung Deutschlands und Irans: der israelische Autor Ben-Eliyahu

Dabei wäre das quasi noch das »kleinere Übel«. Denn religiöse Eiferer wie Ben-Eliyahu haben da noch die eine oder andere Rechnung offen, zum Beispiel auch mit den Deutschen, also mit den Lieferanten der vortrefflichen U-Boote.

 Die Deutschen wurden schon lange vor dem Iran mit Amalek gleichgesetzt: »Denk daran, was Amalek dir angetan hat, nicht vergessen!«, warnt Ben-Eliyahu.

 Der Tag der Vergeltung gegenüber Deutschland werde kommen. Wenn der Sohn Davids komme, werde er den großen Tag bringen, nämlich »die Endlösung: 20-30 Bomben auf Berlin, München, Hamburg, Nürnberg, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Dresden, Dortmund usw. würden auf jeden Fall die Arbeit tun. Und das Land wird still sein für tausend Jahre. Denk daran, was Amalek dir angetan hat, nicht vergessen. Nur sei stark und mutig!«

 »Die Deutschen können stolz darauf sein, die Existenz des Staates Israel für viele Jahre gesichert zu haben«, sagte der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak schon zu einer früheren Lieferung. Und ob.

Auch wenn sie selber dabei drauf gehen…

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/gerhard-wisnewski/deutsch-israelische-beziehungen-atombomben-auf-berlin-.html

 

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virionbot
14/05/2015 09:42

Hat dies auf virionbot rebloggt und kommentierte: Woran erkennt man echte Freunde? Die Basis einer guten Freundschaft sind gemeinsame Werte. Freunde haben also dieselben religiösen und ethischen Vorstellungen. Echte Freundschaften drehen sich nicht um die Frage, ob einer von beiden der Star ist und der andere sein Untertan. Die Dinge wechseln sich ab: Es geht um darum, zu verstehen und verstanden zu werden, sich gegenseitig zu helfen, füreinander da zu sein und sich gegenseitig so gut zuzuhören, dass auch die nicht ausgesprochenen Wörter gehört werden. Das Problem mit Freundschaften ist, dass sie in Wahrheit keine sind oder nur so lange bestehen,… Weiterlesen »

Arkturus
13/05/2015 11:46

Hat dies auf Oberhessische Nachrichten rebloggt.

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