MEINUNGEN…


Roger Köppel, Chefredakteur der Schweizer „Weltwoche“ (6. September), durchschaut die derzeitige „Willkommens“-Kampagne in scharfen Worten:

„Das Widerliche besteht hier darin, dass die selbsterklärten Moralisten die Flüchtlingsdramen dazu benutzen, um sich dröhnend über ihre politischen Gegner zu erheben. Die Schweiz hat den Vorteil, dass dank der direkten Demokratie offener und wirklichkeitsnäher diskutiert werden kann als etwa in Deutschland, wo ein falsches Wort Ausgrenzung oder Gefängnis bedeutet.“

 

Gerd Held kommentiert im Portal „Achse des Guten“ (1. September) Joachim Gaucks Satz vom „hellen Deutschland“ und „Dunkeldeutschland“:

„Die Mitte kommt hier nicht mehr vor. Der Satz von den zwei Deutschlands, dem guten und dem bösen, verurteilt nicht einfach die Gewaltakte, sondern er zieht einen Strich mitten durch das Land … Mit diesem Spaltersatz, noch dazu mit der primitiv-demagogischen Scheidung des „Hellen“ und des „Dunklen“, wird Herr Gauck vielleicht einmal in die Geschichtsbücher eingehen. Hier spricht einer, dem die demokratische Kultur der Bundesrepublik zutiefst fremd ist.“

 

Cora Stephan erklärt in der „Wirtschaftswoche“ (31. August) ihre Sicht auf Gaucks Unterscheidung zwischen „Hell-“ und „Dunkeldeutschland“:

„Mir fällt bei vielen Gesprächen allerdings immer wieder etwas anderes auf, das die in ,Dunkeldeutschland‘ lebenden zu den helleren Köpfen macht: eine besondere Empfindlichkeit gegen jede Form von ,Neusprech‘, ein Misstrauen gegenüber allen Beschönigungsvokabeln, eine ausgeprägte Wachsamkeit … Im Westen ist man ,Fremde‘ eher gewohnt, das ist sicher richtig. Aber man ist auch, Verzeihung, in vieler Hinsicht besser domestiziert (als die ,Ossis‘). Das ist in härteren Zeiten nicht immer von Vorteil.“

Imre Kertész, ungarischer Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger,  in seinem gerade auf Deutsch erschienenen Tagebuchroman „Letzte Einkehr“:

„Europa wird bald auf Grund seines Liberalismus, der sich als kindisch und selbstzerstörerisch gezeigt hat, untergehen. Europa steht ohne Argumente da: Die Tore sind weit geöffnet für den Islam, man wagt es nicht mehr, über Rassen und Religionen zu reden, während der Islam nur die Hassrede gegenüber fremden Rassen und Religionen kennt.“

In der „Frankfurter Allgemeinen“ (7. September) äußert Rainer Hermann eine düstere Prognose hinsichtlich der gewaltigen Zuwanderungswelle aus Syrien:

„Einen Teil der syrischen Muslime hat die tägliche Begegnung mit dem Krieg radikalisiert …. Wiederholen wird sich, was Deutschland bereits bei den Türken erlebt hat: Sie bringen in ihren Köpfen die Konflikte ihrer Länder mit, und das ist im Fall Syriens ein blutiger Bürgerkrieg, den sie hinter sich lassen wollen.“



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