Frei gedacht
eva
von Eva Herman

Ist der Mensch eine Fehlkonstruktion des Schöpfers? Diese Frage muss gestellt werden angesichts der derzeitigen Lage auf der ganzen Welt, wo der alles vernichtende Kampf um das Eigentum in seine letzte Phase gerät.

Die Antwort ist hart für uns, denn sie zwingt uns in aller Strenge in die Eigenverantwortung: Nein, wir sind Fehlkonstruktionen unserer selbst, wir alleine schufen uns dazu. Jedermann weiß, wie man vom Pfade der Tugenden abkommt und wie das Verhängnis beginnt: Immer erst sind es kleine, flüsternde Stimmen, die Dich in irgendwelchen Belangen versuchen wollen, sie ziehen an Deinem Gewissen herum, zupfen an Deinem Herzen, streicheln Deinen Egoismus, Deine Gier. Letzte geben meist den Ausschlag, dass Du – nur im ersten Schritt, und, wie Du meinst, willenlos – erfüllst, was die Stimmen Dir befehlen. Sie klingen ja nicht wie Befehle, sondern wie kleine, freundliche Wesen, die „nur das Beste für Dich wollen in diesem Augenblick“.

So vieles gehört dazu: Alkohol, Drogen, Völlerei, Gefallsucht, Eitelkeit und elende Gier nach Macht und Geld. Du hörtest, dachtest nach, zögertest und fielst um: Das erste Mal, das zweite auch. Dein Gewissen mahnte immer lauter, beim dritten Male sandtest Du Stoßgebete zum Himmel und beim vierten Mal des Fehlganges?

Fielst Du hinten herunter! Und machtest die zunächst so kleine, vorsichtige Sünde zu Deinem Alltag.

Nun, schau auf das Bild, das sich Dir heute bietet: nichts als Angst, Schrecken, Panik, Verheerungen in nicht vorstellbarem Ausmaße. Dazwischen leuchten die Farben der herbstlichen Natur in goldener Sonne.

Schmerzt Dir nicht das Herz bei dem Anblick? Wie hältst Du all das noch aus? Wo ist Dein inneres Sein, die Sehnsucht zum Schöpfer hin aufrechtzuerhalten, wo der Wunsch nach Lichtem, Gutem?

Als der Mensch einst erschaffen worden ward, da glänzte die Erde bereits in höchster Schönheit, im strahlenden Lichte der Wahrheit. Vögel sangen allzu schöne Melodien, Tiere aller Größe gingen ihrem vorgezeichneten Weg nach, bunte Fische tummelten sich in tiefblauem Gewässer.

Bäume herrlicher Größe rauschten zu mächtigen Wäldern auf, stattliche Flüsse durchzogen sonnenbeschienenes Land, im Inneren der Erde gediehen selten schöne Metalle, und tief drinnen im Erdenrund bereiteten sich Rohstoffe aller Art, die einst dem Menschen zum Überleben und zur Freude sein sollten.

Herrlich kristallklares Wasser plätscherte oder durchströmte die Erdenteile, angereichert mit dem Menschen unbekannten, unsichtbaren Inhalten, die ihm sein Leben gesund und aktiv erhalten sollten. Nichts wusste der Mensch zu dieser Zeit vom Gold, von den Silbererzen und den wertvollen Gesteinen, die heranwuchsen in riesigen Höhlen und geheimnisvollen Ebenen.

Nein, der Mensch der Erstzeit war mit sich selbst beschäftigt, um zu entwickeln sein damals kindliches Bewusstsein zum vollreifen Menschengeist. Jahrtausende, Jahrzehntausende, Jahrmillionen wuchsen und gediehen Seele und Verstand des Menschen heran. Immer dann, wenn er aber sein Gehirn mehr beanspruchte als den Geist, entstanden verhängnisvolle Wege:

Die innere Stimme wurde übertönt von materialistischen Zielen. Der Gleichklang beider Säulen, Geist und Verstand, geriet in Schieflage. Untertan wollte der Mensch sich nun die Erde machen, doch nicht im rechten Sinne des Schöpfungswaltens, sondern in ehrgeiziger, selbstsüchtiger Art:

Er begann, das Eigentum zu entwickeln. Doch was bedeutet dieses Wort eigentlich? Warum ist ihm der Begriff des Eigentümlichen so verwandt? Weil dieses zusammengehört: Eigentum wird immer eigentümlich, eigenartig, verbleiben im Wollen des Menschengeistes. Es gibt kein Eigentum!

Der Schöpfer schuf diese Erde, um sie bewohnbar für zahlreiche Wesen unterschiedlichster Arten zu machen. Sie alle besuchen diese schöne Welt jedoch nur, als Gast, um sie nach einer gewissen Zeitspanne wieder verlassen zu müssen: Der Mensch ebenso wie das Tier, der Baum genauso wie die Blume.

Kein Wesensgeschöpf, welches je hier auftrat, wäre auf die Idee gekommen, die Erde als Eigentum zu betrachten. Nur der Mensch. Er formte seinen Verstand immer weiter aus, erklügelte und erdachte sogenannte Gesetze, die er über die Schöpfungsregeln erhob und machte sich daran, die Welt in Planquadrate aufzuteilen.

Wer sich ihm entgegenstellte, wurde beiseitegeschoben oder vernichtet. Das Gewissen indes, welches ständig und immer wieder im Menschengeiste mahnte, wurde durch Erklärungen des Verstandes zurechtgewiesen, wurde kleinlauter gemacht, bis es eines Tages verstummte.

Durch diese allzu menschlichen Maßnahmen ergaben sich sehr bald Unfrieden und Kriege, wurde doch die harmonische Ordnung der Natur damit außer Kraft gesetzt.

Doch darauf hörte man nicht mehr, denn inzwischen hatte man die wertvollen Rohstoffe für sich entdeckt, die man auch in sein Eigentum umwandeln wollte. So geschah es, dass die Menschen Gesetze erschufen, um sich das Eigentum pauschal zu sichern. Mächtig waren inzwischen einige Leute dadurch geworden, und sie wussten die Wege, um immer noch mächtiger zu werden.

Sie erfanden immer neue Maßnahmen, um durch ihre Eigentumsgesetze zu noch größeren Eigentümern zu werden. Die anderen, die in dieser mächtigen Riege nicht mitspielen konnten – es war der größte Teil der Menschheit –, mussten sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass sie für die Benutzung von Feld und Land bezahlen mussten: Gold, Silber, Edelsteine und Lebensmittel mussten sie abgeben, die sie zuvor durch ihrer Hände Arbeit erworben hatten, ebenfalls als Eigentum.

Sie hatten nie danach gefragt, ob all diese wunderbaren Stoffe, die einst tief in der Erde entstanden waren, ihnen wirklich gehören konnten, würden doch die edlen Metalle ihre eigene Erdenexistenz weitaus länger überdauern und in andere Hände übergehen. Niemand fragte.

Gibt es das Eigentum wirklich? Gibt es überhaupt einen einzigen Stoff auf dieser Erde, den ein Mensch sein Eigen nennen kann? Wohl kaum. Denn alles existierte bereits, als der Mensch den Plan betrat. Eigen alleine bleibt uns unser Geist, unsere Seele, unser Innerstes, um richtig zu gehen. Unser Charakter, die Persönlichkeit, unser inneres Ich, das ist unser einziges Eigentum! Wir selbst können dieses Eigentum vergrößern oder verkleinern, ohne jemanden dafür um Erlaubnis zu bitten.

Gewiss ist es möglich, Landstriche oder Goldstücke für eine bestimmte Zeitdauer besitzen zu dürfen, wir sitzen also darauf, solange wir hier auf Erden sein dürfen, doch nichts davon können wir mitnehmen auf unsere Reise ins ungewisse Jenseits.

Jetzt stehen wir vor der Ernte unseres falschen Eigen-Wollens. Nationen und Länder sind weltweit im Krieg, streiten um angebliches Eigentum: Um Länder, Rohstoffe, Ernten, um Wasser und alles andere, was der Himmel uns Menschen einst gnadenvoll zur Verfügung stellte.

Nun ist die Zeit angebrochen, wo keine Steine mehr übereinander geordnet stehen bleiben können, weil auch das letzte Mauerwerk vom Menschen in seiner unstillbaren Gier nach Eigentum eingerannt wird.

Wir werden sehen, wie die Geschichte letztlich ausgeht.

Lange jedenfalls wird der Kampf um das Eigentum nicht mehr dauern:

Wir stehen vor dem letzten, großen Finale!

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SecurityScout
SecurityScout
08/10/2015 02:16

Worte sind schön, aber im Leben zählen nur die Taten eines Menschen.

Jeder geht mit Beispiel voran.
Ich war geschockt zu sehen wie extrem übergewichtig Eva Hermann jetzt ist.

Von daher wirkt sie auf micht nicht glaubwürdig.
Das soll nicht bedeuten, daß sie nicht VERSUCHT die Lage zu verbessern.
Die Worte welche sie sagt sind gut und schön.

Jeder Mensch sollte aber bei sich selbst anfangen.

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