Frei gedacht
Eva Herman
von Eva Herman

 

In der Psychologie weiß man: Ein Kind, das nie oder nur unzureichend geliebt wurde, wird in seinem Leben auch stets nur ein geringes Selbstwertgefühl entwickeln können. Es kann, innerlich instabil geworden durch Gefühle des Unwertseins, sich später niemals kraftvoll behaupten, nie nachdrück­lich seine Interessen vertreten und auch nicht das zum gesunden Überleben notwendige Urvertrauen entwickeln können. Wer nicht genügend Selbstbewusstsein besitzt, wird sich und sein Leben nie ausreichend verteidigen können, in Gefahr wird er meist stürzen, da er zu schwach geblieben ist. Auch Deutschland gehört zu diesen ungeliebten Kindern, hat es doch schon vor Jahrzehnten lernen müssen, dass die Welt es wegen seiner einst begangenen Schuld verstoßen, verurteilt hat zum frühzeitigen Untergang. So machte im Jahr 1941 der US-amerikanische Finanzminister Henry Morgenthau Jr. in seinen Plänen deutlich: Deutschland solle aufgeteilt, seiner gesamten Stahl- und Schwerindustrie entledigt und in einen Agrarstaat umgewandelt werden nach dem absehbaren Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Das sollte langfristig verhindern, dass das „kriegswütige“ Land je wieder einen Angriffskrieg führen könne, heißt es. Ein im Jahr 1945 veröffentlichtes Buch Morgenthaus, unterstützt durch ein Vorwort des damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, offenbarte schon durch seinen Titel die politische Gangart im anglo-amerikanischen Raum, wie unter den Alliierten über das künftige Los Deutschlands diskutiert wurde – und wie es bis heute noch diskutiert wird: „Germany is our problem“, so der Buchtitel – Deutschland ist unser Problem.

Morgenthau wörtlich: „Die Lust auf Krieg ist im Deutschen ebenso gründlich verwurzelt wie die Lust auf Frieden beim Amerikaner. Die deutsche Schwerindustrie wird als permanente Bedrohung über der Menschheit hängen, solange ihre Existenz zugelassen wird.“ US-Präsident Roosevelt schrieb in seinem Vorwort: „Was Deutschland anbelangt, diese tragische Nation, die den Wind gesät hat und nun den Wirbelwind erntet – wir und die Alliierten sind uns gänzlich einig, dass wir mit ihnen nicht verhandeln oder ihnen einen Fetzen Kontrolle der Regierungsinstrumente überlassen werden. Wir werden ihnen nicht ein einziges Element militärischer Macht überlassen.“

Bereits 1934 sagte der spätere britische Premier Winston Churchill zum vormaligen Reichskanzler Heinrich Brüning: „Wenn Deutschland zu stark wird, muss es zerschlagen werden, Deutschland muss wieder besiegt werden, und diesmal endgültig.“ Und in seiner Antrittsrede nach der Übernahme der Regierung 1940 offenbarte Churchill: „Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands.“ Nein, Deutschland wird schon lange nicht mehr geliebt, und seine Bürger wissen es. Sie tragen große Lasten auf ihren Schultern, werden ständig erinnert und gemahnt; sie sollen und können ihre Heimat nicht mehr lieben, deren Interessen nicht mehr vertreten: schwach, labil, instabil. Kaum jemand widerspricht noch, denn es sind die Generationen des schon dritten und vierten Gliedes, die für die Sünden der Väter bestraft werden.

Wo stehen wir heute? Wie sieht zum Beispiel die internationale Berichterstattung über einen der bislang dennoch erfolgreichsten Staaten der westlichen Welt, vor allem seit wenigen Monaten, aus? Was erfahren unsere ausländischen Nachbarn durch die Massenmedien über uns Deutsche? Wer genau hinschaut, erkennt, dass unser Ansehen in der Welt, fast wie auf ein unsichtbares Kommando, plötzlich erheblich demoliert wird, die Themen – sind sie wirklich alle, so geballt, Zufall – allein in der Zeit zwischen März und Oktober 2015, sie gleichen einer Vernichtung. So fasste eine große Zeitung kürzlich Deutschlands Demontage folgendermaßen zusammen: „Das Beben bei Volkswagen – warum tut es uns allen so weh? Weil es eben nicht nur um ein Auto geht. Es geht um Made in Germany.“

Das, wofür wir in der Welt beneidet werden, das Gütesiegel für Autos, Waffen, Schrauben, doch auch Ordnungstugenden wie Verlässlichkeit, Disziplin, Wahrheitstreue, all diese einstigen deutschen Qualitätsstandards erleben heftigen Schaden: das Volkswagen-Desaster, oder das seit Jahren diskreditierende Chaos am Berliner Flughafenbau, die Deutsche Bank auf der Anklagebank, der Absturz der Germanwings-Maschine, nun auch die schweren Vorwürfe gegen deutsche Fußball-WM-Organisatoren, oder nehmen wir die angeblich abgeschriebene Doktorarbeit der deutschen Verteidigungsministerin. Da waren im Sommer die anklagenden Stimmen gegen Deutschland in der Griechenlandkrise, die EU-Finanzminister wetterten, der „New York Times“-Kolumnist Arthur Cohen schrieb wörtlich: „Wenn Deutschland der Versuchung, anderen Ratschläge zu geben, nicht widersteht, wird seine Führerschaft erneut scheitern.“ Der US-Fernsehsender CNBC veröffentlichte eine Stellungnahme des Nobelpreisträgers Joseph E. Stiglitz: „Deutschland ist das Problem, nicht Griechenland.“ In der „New York Times“ mahnte man, Deutschland habe seine historische Lektion vergessen. Überhaupt ist die „NYT“ nicht gut auf uns zu sprechen, so las man zur VW-Affäre: „Der Betrug von VW ist typisch deutsch! … Dies ist einer der Momente, in denen die gesamte Kultur einer Nation in Frage gestellt wird.“ Der VW-Betrug komme ausgerechnet in einer Phase ans Licht, in der die Welt auf Berlin blicke. Der Autor wörtlich: „VW hat tödliche Stoffe aus elf Millionen Diesel-Motoren in die Atmosphäre gespuckt und damit klar gemacht, dass es einen Dreck auf die Gesundheit der Menschen gibt!“

Seit Monaten fluten tagtäglich abertausende fremde Menschen nach Deutschland. Sie kommen auf großzügige Einladung der deutschen Regierung. Die Kanzlerin hat es in die Welt gekündet: Welcome refugees! Warum wollen sie alle nach Deutschland? Wir wissen nicht, in wessen Auftrag Frau Merkel handelte, als sie diese Wahnsinns-Entscheidungen treffen musste. Wer sich ihr von Sorgen zerfurchtes Gesicht anschaut, in dem in letzter Zeit zuweilen Panik zu lesen ist, ahnt, was wirklich und wahr sein könnte. Diese Mutmaßung verfestigte sich, nachdem Merkel ihr jüngstes ARD-Talkshow-Interview gab und unumwunden einräumte, es liege nicht in ihrer Macht, wie viele „Flüchtlinge“ noch kämen. Und dass es unmöglich sei, 3000 Kilometer Grenzen zu sichern. Langsam dämmert es auch dem Letzten: Da ist etwas im Busch.

Die USA und Kanada haben übrigens jetzt Reisewarnungen für Deutschland ausgesprochen. Hier wird vor allem vor Mitteldeutschland gewarnt. So heißt es bei der kanadischen Botschaft, vor allem in Kleinstädten und Teilen der ehemaligen DDR seien extremistische Jugendgruppen „problematisch“. Sie würden Menschen „wegen ihrer Rasse oder ihres ,ausländischen‘ Aussehens bedrohen oder angreifen“. Deutschland erhält jetzt wieder den Stempel des Fremdenhasses.

Ein Vernichtungskrieg wird in der Regel lange eingefädelt. Der Krieg gegen Deutschland läuft seit über 100 Jahren. Was zweimal nicht geschafft werden konnte, wird jetzt, beim dritten Versuch, angesichts der derzeitigen Lage, wohl gelingen. Denn es gibt hier nur noch wenige, die die Kraft und das Selbstvertrauen haben, sich zu wehren. Oder?

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ulysses freire da paz jr
ulysses freire da paz jr
06/01/2017 18:00

Solange die Menschen nicht erkennen, wer wirklich ihr Feind ist, werden sie weiter und weiter in ihren Untergang laufen comment image

angler
angler
22/10/2015 01:22

Man erinnere sich an die No-Go Areas zur WM 2006. Wichtig ist, was die Leser der Kriegshetze von unserem Land halten. Durch die Zwangsmigration von Abenteurern zu Millionen dürften die sich auch so ihre Gedanken machen, ob wir das so wollten, oder ob da ein Krieg gegen uns stattfindet. Während des ersten Weltkrieg haben sie in die Zeitungen geschrieben, Deutsche Soldaten würden Belgischen Kindern die Hände abhacken. Das war damals so blöd und die Menschen so wach, dass es schnell wieder aus der Lügenpresse verschwand. Heute sollen sie testweise mal rein schreiben: „Every Volkswagen will bite your ass, if you´re… Weiterlesen »

Germania2013
22/10/2015 10:01
Reply to  angler

„Gutmenschen“ werden niemal „aufwachen“.

Es gibt schon Wege raus aus dem Dilemma. Allerdings sehe ich auf patriotisch-nationaler Seite auch nicht den Willen, diese zu beschreiten. Offensichtlich hat man auch hier den Ernst der Lage nicht erkannt.

angler
angler
22/10/2015 10:43
Reply to  Germania2013

ich denke schon. Deren Kinder sind ja mit den gebildeten und zivilisierten Neuzugängen konfrontiert. Der Ärger wird explodieren. Bis jetzt hörst Du kein negatives Wort von den Guten. Sie sprechen von der syrischen Familie, deren Kinder bereits viersprachig hier ankamen. Eine Frau hat in nur vier Monaten unsere Sprache gelernt. Das ist doch toll, oder? so sagen bis jetzt. Sie projezieren diese Erlebnisse oder auch nur Erzählungen auf ALLE Ankömmlinge. Ich behaupte, das wird kippen. Die Frage ist, wie lange es dauert. – Patriotisch-National hat heutzutage keinen Zweck. National können wir kein neues Geldsystem einführen. Patriotisch-Europäisch könnte klappen, wenn die… Weiterlesen »

Germania2013
23/10/2015 16:36
Reply to  angler

„. Deren Kinder sind ja mit den gebildeten und zivilisierten Neuzugängen konfrontiert. Der Ärger wird explodieren.“ Die Kinder der Gutmenschen? Die haben keine Kinder. Oder höchstens eines. Dieses geht dann auf eine bessere Schule oder eine Privatschule oder ein Internat. Dort wird es nicht oder mit nur sehr wenigen Ausländerkindern Kontakt haben. Diesen Kindern wird erspart bleiben, was andere Deutsche Kinder schon erfahren müssen: Die letzten ihres Volkes zu sein unter ganz vielen Kindern ausländischer Abstammung. „Ich behaupte, das wird kippen. Die Frage ist, wie lange es dauert.“ ich sagte oben bereits, das kippt nicht. Es kippt erst, wenn es… Weiterlesen »

Septimus
Septimus
22/10/2015 00:11

Ich denke auch der dritte Versuch Deutschland zu vernichten, wird nicht gelingen,und das darf es auch nicht.Die Wut im Volke steigt,noch wird der Zorn irgendwie geschluckt,aber wie lange noch?

Germania2013
21/10/2015 22:33

Es gibt diese Leute schon.
Nur treten sie nicht unbedingt öffentlich auf.
Auch sind die Wege, die man noch gehen kann, strittig. Leider. Immer noch.

Runenkrieger11
21/10/2015 21:24

Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

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