Michael Brückner

Im »War on Cash« machen die Bargeldgegner mobil. Auch in Deutschland drohen zunächst Barzahlungshöchstgrenzen. Gleichzeitig könnten schon bald die 500-Euro-Noten abgeschafft werden. Angeblich, um die Kriminalität und den Terrorismus zu bekämpfen. Doch das sind billige Scheinargumente. Was wirklich dahintersteckt, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Vor gut einem halben Jahr nahm Harald Mahrer den Mund noch ziemlich voll: Wenn es Pläne zur Abschaffung des Bargeldes geben sollte, würde er »dagegen Sturm laufen«, erklärte der Staatssekretär im österreichischen Wirtschaftsministerium in einem gemeinsamen Interview mit Notenbankchef Ewald Nowotny. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, dass sich Mahrer schon einmal warmläuft.

 Denn ein mögliches Aus für das Bargeld, vor nicht allzu langer Zeit noch als Verschwörungstheorie verspottet, hat längst den Mainstream erreicht.

Dem Spiegel war das Thema immerhin einen mehrseitigen Aufmacher im Wirtschaftsteil wert (Ausgabe 4-2016), und die FAZ berichtete dieser Tage über konkrete Pläne der Bundesregierung, Bargeldgeschäfte auf maximal 5000 Euro zu limitieren.

 

Völlig unbeeindruckt von der Meinung der großen Mehrheit ihrer Bürger – vor allem in Staaten wie Deutschland und Österreich –, die Bargeldrestriktionen oder gar eine Bargeldabschaffung ablehnt, treibt die sogenannte Elite das Thema weiter voran. Am weitesten fortgeschritten ist die Anti-Cash-Kampagne in Schweden. Nun folgt das Nachbarland Norwegen. DNB, die größte Bank des Landes, fordert ein Ende des Bargeldes.

Gerät eine Bank in Schieflage, muss sie nach Abschaffung des Bargeldes auch keinen Banken-Run befürchten.

Vor allem aber profitierten die Staaten und Notenbanken von einem Bargeldverbot. Dann nämlich wäre es möglich, in wesentlich stärkerem Umfang als bisher Negativzinsen einzuführen. Denn die Sparer hätten keine Möglichkeit mehr, ihr Geld abzuheben und in einem sicheren Versteck zu lagern. Zudem würde ohne Bargeld selbst die kleinste Steuerschummelei sofort auffallen. Sogar das Trinkgeld für den Ober wäre lückenlos erfasst.

Neben einem Barzahlungslimit fordern die Cash-Gegner die Abschaffung der 500-Euro-Scheine. Banknoten in so hoher Denomination brauche nur die organisierte Kriminalität, heißt es. Sonderbar: Jahrzehntelang gab es in Deutschland den 1000-D-Mark-Schein, ohne dass ähnliche Argumente vorgebracht worden wären, obwohl der Terrorismus damals schon ein wichtiges Thema war – Stichwort: RAF. Auch in der Schweiz schätzt man den 1000-Franken-Schein (und zwar nicht nur in Unterweltkreisen).

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http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/michael-brueckner/jetzt-wird-s-ernst-bargeldverbot-ante-portas.html

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derknobiator
05/02/2016 10:04

Das war klar.

Ein Staat, er die volle Kontrolle über alle Untergebenen sucht, kann keine freien Zahlungsströme dulden.
1984 rückt wieder näher. Wobei sich George Orwell das Geldverbot wohl noch nicht ausdenken konnte.

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