Regensburger Dom: Haben sich Zigeuner mit der Antifa zusammengetan?

Im Regensburger Dom wollen sich rund 40 Balkan-Flüchtlinge vor der Abschiebung retten. Das Brisante: Der Dom gehört dem Freistaat. Und die Regensburger Antifa macht Druck auf den Bischof.

Flüchtlinge im Regensburger Dom

Nur noch ein paar Punks vor dem Regensburger Dom und ein paar Plakate sind übrig von der Demo, die der örtlichen katholischen Kirche und dem Freistaat Bayern Sorgen bereitet hatte: Am Samstag sollte es eine große Kundgebung für die etwa 40 Sinti und Roma geben, die nach eigenen Aussagen von den Behörden ihre Ausweisungsbescheide erhalten haben und vor einigen Tagen im Dom untergekommen sind. Sie sollen aus Deutschland zurück in ihre Herkunftsstaaten, die der Bundestag für sicher erklärt hatte: Mazedonien beispielsweise oder das Kosovo.

„Den Dom haben sie zugesperrt, weil sie Angst hatten, dass der ein oder andere Radikale da reingeht und sich nur von der Polizei raustragen lässt“, sagt ein gemütlicher, untersetzter Sicherheitsdienstmitarbeiter. Er steht gleich beim Domkreuzgang, dort, wo sonst die weltberühmten Domspatzen den Sonntagsanzug gegen das Messgewand austauschen.

Viele Touristen stehen enttäuscht vor dem mächtigen Portal des Gotteshauses. Doch statt der erwarteten 1000 Demonstranten aus ganz Deutschland sind nur eine Handvoll gekommen – und nicht weit entfernt feiern Tausende Stadtbesucher auf dem Jazz-Weekend, einem alljährlichen Festival in der Domstadt. Das reiche Regensburg bleibt vergleichsweise teilnahmslos angesichts der Dombesetzung.

Arbeiten Zigeuner mit der Antifa zusammen?

Und auch die Jusos, die Jugendorganisation der SPD, nutzen die Situation, um politisch Stimmung zu machen. „Wir sind mit den jüngsten Entscheidungen des Bundestages zur Ausweitung der sogenannten sicheren Herkunftsstaaten nicht einverstanden“, erklärte etwa die örtliche Juso-Vorsitzende Carolin Wagner.

Die Antifa ist da radikaler. Auf einem Flyer, der auf der Seite der Regensburger Gruppe getwittert wurde, steht: „Wer kommen will, soll kommen! Wer bleiben will, soll bleiben!“ Ob ausgerechnet der Regensburger Bischof nun diese Forderungen zumindest für die 40 betroffenen Sinti und Roma in die Tat umsetzt, ist noch offen.

Am Samstag verkündet das Bistum jedenfalls einen ersten Teilerfolg. Mit der Gruppe hat man ausgehandelt, dass man am Montag vom Dom ins Pfarrhaus von St. Emmeram umzieht. Vorgeblich wegen der besseren hygienischen Bedingungen, doch auch die Besitzverhältnisse im Dom könnten eine Rolle spielen. Das Pfarrhaus gehört nämlich der Kirche.

Die Zigeuner befinden sich dann übrigens in direkter Nachbarschaft zu Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die dort bald ihre Schlossfestspiele mit traditionell prominenten Gästen abhält.

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http://www.welt.de/politik/deutschland/article156937228/Haben-sich-Sinti-und-Roma-mit-der-Antifa-zusammengetan.html

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