Evangelisches Gymnasium entlässt Vertretungslehrer, weil er „rechte Gesinnung“ verschwiegen hat 1

Am toleranten Evangelischen Gymnasium in Berlin zählt politisches Mitläufertum mehr als fachliche Qualifikation. Foto: Bodo Kubrak / Wikimedia gemeinfrei

Am toleranten Evangelischen Gymnasium in Berlin zählt politisches Mitläufertum mehr als fachliche Qualifikation.

Zu Beginn des Schuljahres trat Hendrik Pauli seine Stelle als Vertretungslehrer am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin an. Doch schon nach drei Wochen wurde er wieder entlassen.

Gesinnungsschnüffelei kostet Lehrer den Job

Hendrik Pauli ist Chemielehrer. Privat ist er Schatzmeister der AfD-Neukölln in Berlin. Was beruflich mit einer Anstellung am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster begann, sollte rasch mit seiner Entlassung enden. Hat der Chemiker vielleicht Helium mit Wasserstoff verwechselt oder bei einem Experiment die halbe Schule in die Luft gejagt? Nein, man war lediglich dahintergekommen, dass er mit den Identitären sympathisiert und an Bärgida-Veranstaltungen teilnahm. Für die „tolerante und weltoffene“ Schulleitung des Gymnasiums Anlass genug, um sich eines politisch unliebsamen Pädagogen zu entledigen.

Bei Gesinnungsüberprüfung durchgefallen

Offenbar scheint man bei der Schulleitung der Meinung zu sein, dass man Schülern im Unterricht nichts über organische oder anorganische Chemie beibringen kann, wenn man sich außerhalb der Schule der verordneten Willkommenspolitik widersetzt. So beteuert Stiftungs-Vorstand Frank Olie gegenüber der Bild-Zeitung, dass man erhebliche Zweifel an der pädagogischen Eignung Paulis hatte: „Wir stehen für Offenheit und Toleranz und sind gegen Ausgrenzung.“ Außerdem habe der Pädagoge bei den Bewerbungsgesprächen seine politischen Ansichten verschwiegen. Bärgida und die Identitären stünden unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, das sei ein Problem. Seine AfD-Mitgliedschaft mache man ihm allerdings nicht zum Vorwurf.

Politische Hexenjagd

Der gefeuerte Chemiker zeigt sich enttäuscht über die Reaktion der Schulleitung. Dass er die Schule nicht über seine politische Einstellung informiert habe, sei sein gutes Recht, argumentiert der Pädagoge. Er könne die Bereiche Schule und Politik gut trennen, so Pauli. In seinen drei Wochen an dem Gymnasium habe er „nie etwas politisiert“. Das muss man im offenen und toleranten Deutschland scheint´s auch gar nicht tun, um heutzutage seinen Job zu verlieren.

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