Gedenken/Erinnerung: In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942…Köln vor 75 Jahren: erster 1000-Bomberangriff…alliierter Bombenschlag gegen zivile Bevölkerung…Verstoß gegen geltendes Kriegsrecht…Deutsche haben niemals gegen Zivilisten Mordanschläge vorgenommen…

In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 erfolgte der erste 1000-Bomberangriff auf eine deutsche Stadt. Bei der sogenannten Operation Millenium der britischen Luftstreitkräfte wurden in Köln 469 Menschen getötet, davon 411 Zivilisten. 5027 Menschen wurden verwundet und 45.132 obdachlos. 1455 Tonnen Bomben, darunter rund zwei Drittel Brandbomben, zerstörten über 12.000 Gebäude und entfachten ungefähr 2500 Brände. Das einzige getroffene militärische Ziel war übrigens eine Flak-Stellung. Nur dank der Weitläufigkeit vieler Straßen und der gut organisierten Feuerwehr konnte ein Feuersturm, wie z.B. 1945 in Dresden, verhindert werden.

Der erste 1000-Bomberangriff bildete aber nur den Auftakt zu einem insgesamt dreijährigen Bombenterror in Köln, an dessen Ende über 90 Prozent der Innenstadt in Schutt und Asche lagen und im linksrheinischen Stadtgebiet nur noch rund 10.000 Menschen hausten. Einen nachhaltigen Eindruck von der gigantischen Verwüstung kann man in diesem Filmdokument des ehemaligen Stadtführers Heinz Meichsner bekommen:

Erklärtes Ziel der gesamten britischen Bombenkampagne seit 1942 war übrigens nicht die Zerstörung der militärischen oder industriellen Infrastruktur Deutschlands, sondern die Terrorisierung der Zivilbevölkerung zur „Brechung der Moral“, also Demoralisierung oder Entfachung von Aufständen. Diese unter Fachwissenschaftlern seit Jahrzehnten unumstrittene Erkenntnis wurde lange Zeit in den deutschen Medien als „revisionistisch“ bzw. „rechtradikal“ gebrandmarkt. Inzwischen hat sich diese historische Wahrheit aber sogar in politisch unverdächtigen, populär-wissenschaftlichen Publikationen durchgesetzt. So ist auch auf dem sicher nicht rechtslastigem Onlinelexikon Wikipedia zur Vorgeschichte der Operation Millenium schwarz auf weiß zu lesen:

Das britische Luftfahrtministerium hatte am 14. Februar 1942 die Area Bombing Directive („Anweisung zumFlächenbombardement“) herausgegeben. In dieser Anweisung wurde dem neuen Oberkommandierenden desBomber Command der Royal Air Force (RAF), Sir Arthur Harris, mitgeteilt, er könne seine Streitkräfte ab sofort ohne jede Beschränkung einsetzen. Die Einsätze seien auf die Moral der feindlichen Zivilbevölkerung zu konzentrieren – insbesondere auf die der Industriearbeiter.

Der RAF-Stabschef Luftmarschall Sir Charles Portal schrieb am 15. Februar: „Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke laut Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“

Die Umsetzung begann mit dem Nachtangriff auf Essen am 8. und 9. März 1942 sowie weiteren Luftangriffen auf das Ruhrgebiet.

Dieser Strategie der Flächenbombardierung lag die Annahme der sogenannten Trenchard-Doktrin zugrunde, das Bombardieren von Wohngebieten – anstelle militärischer Anlagen – würde den Kampfwillen der Zivilbevölkerung schwächen. Diese beruhte auf Vorstellungen über den strategischen Luftkrieg aus dem Ersten Weltkrieg. Man hoffte, Aufstände oder Revolution gegen das Regierungssystem in einem gegnerischen Staat auszulösen und aus der Destabilisierung des Gegners einen kriegswichtigen Vorteil ziehen zu können. Dies erwies sich jedoch als Trugschluss und führte eher zum Gegenteil, nämlich einer Solidarisierung der Bevölkerung mit seinem Regierungssystem gegenüber dem Angreifer.

Bildquelle oben: Bundesarchiv, Bild 121-1339 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de,

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