Serie deutsche Geschichte…Königsberg: Tiere und Persönlichkeiten waren sein Metier…Maler und Grafiker Carl Steffeck

unter dem Suchwort: „Geschichte“ finden sich alle Teile dieser in loser Folge erscheinenden Serie

Vor 125 Jahren starb der Maler und Grafiker Carl Steffeck in Königsberg, wo er ab 1880 die Kunstakademie leitete

„Königin Luise mit ihren beiden ältesten Söhnen im Park von Luisenwahl“ Carl Steffeck - Maler ist das wohl berühmteste Bild der preußischen Landesmutter als Familienmutter. Es ist auch – zumindest für Freunde und Bewunderer der Ehefrau Friedrich Wil­helms III. und Mutter Friedrich Wil­helms IV. wie Wilhelms I. – das bedeutendste Werk Carl Steffecks. Am 11. Juli jährt sich sein Tod das 125. Mal.

Den älteren Königsbergern ist der Stadtpark Luisenwahl im Stadtteil Hufen sicher noch ein Begriff. Er ist nicht nur durch seinen Namen, sondern auch durch das Luisenhaus, das Luisendenkmal und die Aufenthalte der Königin in ihm eng mit der legendären Preußin verbunden. Von letzteren zeugen zahlreiche Bilder, die einst der Maler Carl Constantin Heinrich Steffeck malte. Als besonders typisch gilt das Gemälde, das die Landesmutter mit ihren beiden ältesten Söhnen im Park von Luisenwahl zeigt.

Carl Steffeck Carl Steffeck - Maler3 machte zunächst als Künstler in Berlin Karriere, ehe er im Alter als Direktor der Königsberger Kunstakademie fungierte. Er schuf viele Porträts, historische Gemälde und vor allem beeindruckende Tierbilder. Dazu gehörten treffliche Pferdeporträts, die ihm den Ruf eines Pferdemalers eintrugen und den Arbeiten von Franz Krüger, seinem vormaligen Lehrer, ebenbürtig sind. Mit seinem hinterlassenen Werk einschließlich der Luisenwahl-Bilder erreichte Steffeck eine beträchtliche Nachwirkung.

Der Künstler wurde am 4. April 1818 in Berlin geboren. Seine kunstinteressierten Eltern erkannten früh die zeichnerische Begabung des Jungen und förderten sie nach Kräften. So besuchte er schon als Gymnasiast die Berliner Kunstakademie. Mit Erfolg. 1837 wurde er in die Meisterklasse von Franz Krüger aufgenommen, dem legendären Pferdemaler, der ihn handwerklich und thematisch nachhaltig prägte. Von Krüger wechselte Steffeck ins Atelier von Carl Joseph Begas, einer anderen Künstler-Berühmtheit dieser Zeit.

Es folgten Studienaufenthalte in Paris und Italien. In Paris orientierte er sich an Paul Delaroche, der zu dieser Zeit als der gefragteste Geschichtsmaler galt, und Horace Vernet, der durch Darstellung der großen Schlachten Napoleons I. internationale Bekanntheit erlangte. Nach seiner Heimkehr nach Berlin arbeitete Steffeck als freischaffender Künstler. Seine Tier- und Historienbilder fanden Anklang. Mehr noch. Er genoss bald den Ruf eines Meisters sowie Schnellmalers und unterrichtete nun seinerseits Schüler. Zu den frühen Steffeck-Jüngern gehörte Max Liebermann, der dann selbst zu einer berühmten Malergröße aufstieg. Liebermann war es auch, der darüber berichtete, dass sein Lehrer für viele Porträts nur eine Sitzung brauchte: „Der Porträtierte konnte das Bild oft noch nass mit nach Hause nehmen.“

1848 erntete Steffeck für sein Bild „Albrecht Achilles im Kampf mit den Nürnbergern um eine Standarte“ den ersten größeren Lorbeer. Darin brachte der Maler alle seine Vorzüge in Abwandlung seiner bekannten ehemaligen Lehrer voll zur Geltung. In meisterlicher Vollkommenheit im Aufbau und in der Farbgebung vereinte er die Historien- und Pferdedarstellung. Fortan ging es bergauf. Die Auftragsmalerei stieg stetig. Immer mehr Schüler wollten von ihm unterrichtet werden. Zu seinen Schülern zählte nun auch Hans von Marees. 1859 wurde er zum Professor an der Königlichen Preußischen Akademie der Künste in Berlin befördert. Neben historischen Bildern wie „Der Sieger von Königgrätz“ und „Auf dem Schlachtfeld von Sedan“ entstanden jede Menge Reiterporträts wie „Kaiser Wilhelm I.“ und „Johann Gottfried Schadow“ sowie immer wieder Tiergemälde wie „Hunde“, „Der lauernde Fuchs“ und „Wettrennen“. Steffeck gehörte zur ersten Reihe der Berliner Künstler und wurde 1880 mit der Leitung der Königsberger Kunstakademie betraut.

Zu Königsberg hatte das geschichtsverbundene Königshaus eine besondere Beziehung. Der Maler verarbeitete jetzt diese Besonderheit in zahlreichen Bildern. Das reichte von einem Bilderzyklus aus der preußischen Geschichte für das Wilhelm-Gymnasium in Königsberg bis zum Gemälde „Königin Luise mit ihren beiden ältesten Söhnen im Park von Luisenwahl“, das 1886 entstand. Der höchste Punkt im Park war der Lieblingsplatz Luises bei ihren Aufenthalten in Königsberg, dort, wo ihr Sohn Wilhelm 1874 das Luisendenkmal errichten ließ.

Die Königsberger Jahre bekrönten die Erfolgsgeschichte von Steffeck. Er starb hier am 11. Juli 1890 an den Folgen eines Schlag­anfalls. Seine letzte Ruhe fand der Maler auf dem Französischen Friedhof in der Berliner Chausseestraße. Carl Steffeck - Maler2Den großen Grabstein ziert ein Porträt-Medaillon, das Fried­rich Reusch aus Königsberg schuf.

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Martin Stolzenau paz2015-27

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