Tierschutz: 12,7 Millionen Brutpaare weniger: Zahl der Vögel in Deutschland sinkt stark

Das massive Vogelsterben muss aufgehalten werden

Deutschland hat in nur zwölf Jahren rund 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren – das entspricht einem Minus von 15 Prozent. Wie eine Auswertung des NABU zeigt, gibt es die stärksten Rückgänge beim Star, dem frisch gekürten Vogel des Jahres 2018.
„Aufgrund dieser dramatischen Zahlen muss man von einem regelrechten Vogelsterben sprechen. Während wir es schaffen, große und seltene Vogelarten durch gezielten Artenschutz zu erhalten, brechen gleichzeitig die Bestände unserer Allerweltsvögel ein. Sie finden einfach in unserer heutigen aufgeräumten Agrarlandschaft außerhalb von Naturschutzgebieten keine Überlebensmöglichkeiten mehr“, sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

 

Goldammer - Foto: NABU/Günter Lessenich

Goldammer – Foto: NABU/Günter Lessenich
Rund 20 Prozent der verlorengegangenen Vögel stellt allein der Star, frisch gekürter Vogel des Jahres 2018. Mit fast 2,6 Millionen Brutpaaren weniger, ist diese Art besonders betroffen. Die häufigen Arten Haussperling, Wintergoldhähnchen und Buchfink folgen auf den nächsten Plätzen. Neben dem Star finden sich mit Feldlerche, Feldsperling und Goldammer drei weitere Vögel der Agrarlandschaft unter den zahlenmäßig größten Verlierern.

„Sowohl bei den seltenen als auch bei den häufigen Arten, sind die Vögel der Agrarlandschaft am stärksten betroffen. In der Entwicklung unserer landwirtschaftlich genutzten Flächen ist auch der mutmaßliche Grund für diesen massiven Bestandseinbruch zu suchen“, sagt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.

Im betroffenen Zeitraum hat der Anteil an artenreichen Wiesen und Weiden oder Brachflächen drastisch abgenommen, wohingegen der Anbau von Mais und Raps stark zugenommen hat. Ein verblüffend ähnliches Muster wie bei der Entwicklung der Vogelzahlen zeigt sich bei der Zahl der Insekten: Eine veröffentlichte Studie in der Fachzeitschrift PLOS ONE hat die bisherige dramatische Befunde zum Insektenrückgang in Nordwestdeutschland bestätigt.

Seit den 90er-Jahren hat dort die Biomasse der Fluginsekten zwischen 76 bis 81 Prozent abgenommen. Durch die große Anzahl der untersuchten Standorte und Lebensräume kann die Studie als repräsentativ für ganz Deutschland erachtet werden. „Ein direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich, denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit Insekten“, so Lachmann.

 

Drastisches Vogelsterben in Deutschland - Foto: NABU

Drastisches Vogelsterben in Deutschland – Foto: NABU

Da stark anzunehmen ist, dass die intensive Landwirtschaft der maßgebliche Treiber für diesen massiven Insektenrückgang ist, besteht hier auch der größte Handlungsbedarf. Insbesondere der Einsatz hochwirksamer Insektizide wie Neonicotinoide muss verboten werden. „Dass der Insektenrückgang besonders in dem Zeitraum eingesetzt hat, in welchem auch diese Pestizide erstmalig auf den Markt kamen, ist sicherlich kein Zufall. Es könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie einen großen Anteil beim Insektensterben spielen“, sagt Till-David Schade, NABU-Referent für Biologische Vielfalt.
Der NABU fordert die Koalitionsparteien einer neuen Bundesregierung daher dringend dazu auf, die Notbremse zu ziehen, und eine grundlegende Reform der Agrarförderung auf EU-Ebene durchzusetzen. Öffentliche Gelder sollen nicht mehr mit der Gießkanne verteilt werden, sondern aus einem Naturschutzfonds an Landwirte für konkrete öffentliche Naturschutzleistungen gezahlt werden. „Nur so lässt sich das Verschwinden der Vögel vor unseren Augen aufhalten und rückgängig machen, bevor es zu spät ist“, so Lachmann.

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Das Aufstellen von sogenannten Insektenhotels nimmt einen hohen Stellenwert ein

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um uns herum stirbt unsere Heimat—Insekten, Vögel, wichtige Landflächen…

Das große Sterben: In Deutschland gibt es 80 Prozent weniger Insekten

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https://www.nabu.de/news/2017/10/23284.html

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Kategorien:Tierschutz, Vogelsterben

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sabnsn
2 Jahre zuvor

Wir haben uns auch Gedanken über den Rückgang der INSEKTEN-Population in Deutschland gemacht, was ja die Ursachen für das Vogelsterben ist. Und da sind wir zu anderen Schlussfolgerungen gekommen als allgemein dafür genannt werden. https://sabnsn.wordpress.com/2017/10/22/das-grosse-sterben/ https://sabnsn.wordpress.com/2017/10/24/wenn-erkenntis-auf-ein-dogma-trifft/ https://sabnsn.wordpress.com/2017/10/25/das-grosse-sterben-ii/ Man spricht davon, dass der Insektenbestand seit 27 Jahren um über 75 % zurückgegangen ist. Und da habe wir uns die Frage gestellt was jetzt andes ist als die Jahre davor. Wen man das zurückrechnet kommt man auf das Jahr 1990 bzw. 1989. Was auch interessant sein dürfte. Es fällt zusammen mit der Abwicklung des Ostblocks. Während zuvor noch alles in Ordnung schien.… Weiterlesen »

deutschelobby
2 Jahre zuvor
Reply to  sabnsn

das passt, wie wir hier sagen! nicht die Landwirtschaft und die üblichen Bösen sind die Hauptverantwortlichen. Die gab es bereits vor 50 Jahren… Schädlich auf jeden Fall, aber nicht federführend für das Massenaussterben von Vögel und Insekten. Die Jahreszahl der Forschung, Beginn ca vor 20 Jahren bis heute, deckt sich zu 100% mit was? du hast es bereits geschrieben: der Mobilfunk, das doch so geliebte „Haendy“ mit all den Giga-Sende-Masten einschließlich der Strahlung vom Satelliten. Dazu kommt das W-LAN-Netz!!! die immer weiter verbreiteten HOTSPOTS in freien Landschaften! Nur damit Blöd und Doof auf der Parkbank sitzend im Internet wühlen können!… Weiterlesen »

Schlachtenbummler1871
Schlachtenbummler1871
2 Jahre zuvor

Darum bin ich seit dem Frühjahr dabei unsere lieben Piepmätze auch im Sommer zu füttern. Im letzten Winter hatten wir bei uns kaum Vögel gehabt und mitlerweile hat sich der Bestand wieder merklich erhöht. Auch vogelarten, die im Winter kaum zu sehen waren, sind plötzlich in hoher Zahl und vorallem regelmäßig zu Gast in einem unserer Futterhäuser. Für mich steht deshalb fest, daß ich auch weiterhin das Jahr über durchfütter. Es macht auch einfach Spaß die gnazen Jungvögel zu beobachten wie sie die Welt erkunden oder wenn sie sich darum streiten wer ganz in der Öffnung im Brutkasten sitzen darf.… Weiterlesen »

feld89
feld89
2 Jahre zuvor

Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

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