Denn einen Zorn hat Jahwe gegen alle Nichtjuden, er bannt sie, gibt sie dem Schlachten preis. Jesaja 34,2

https://www.bibleserver.com/text/LUT/Jesaja34

Laut der hebräischen Bibel weissagte der judäische Prophet Jesaja – nach traditionell christlicher Zeitrechnung im Jahre 713 v. Chr. (vgl. Scofield Bible):

קִרְב֚וּ גוֹיִם֙ לִשְׁמֹ֔עַ וּלְאֻמִּ֖ים הַקְשִׁ֑יבוּ תִּשְׁמַ֚ע הָאָ֙רֶץ֙ וּמְלֹאָ֔הּ תֵּבֵ֖ל וְכָל־צֶֽאֱצָאֶֽיהָ:
בכִּ֣י קֶ֚צֶף לַֽיהֹוָה֙ עַל־כָּל־הַגּוֹיִ֔ם וְחֵמָ֖ה עַל־כָּל־צְבָאָ֑ם הֶֽחֱרִימָ֖ם נְתָנָ֥ם לַטָּֽבַח:
גוְחַלְלֵיהֶ֣ם יֻשְׁלָ֔כוּ וּפִגְרֵיהֶ֖ם יַֽעֲלֶ֣ה בָאְשָׁ֑ם וְנָמַ֥סּוּ הָרִ֖ים מִדָּמָֽם:

(Quelle: https://www.chabad.org/library/bible_cdo/aid/15965#lt=he)

In deutscher Übersetzung:

„Nahet euch, Völker, zu hören, und Nationen, merket auf. Es höre die Erde und was sie füllet, das Erdenrund samt allen seinen Sprößlingen. Denn einen Zorn hat der Ewige gegen alle Völker, einen Grimm gegen all ihr Heer, er bannt sie, gibt sie dem Schlachten preis. Und ihre Erschlagenen werden hingeschleudert, und ihre Leichen – aufsteigt ihr Modergeruch, und Berge zerrinnen von ihrem Blute…“ Jesaja 34, 1-3
(Die vierundzwanzig Bücher der Heiligen Schrift nach dem masoretischen Text, Übersetzt von Leopold Zunz, Sinai Verlag Tel-Aviv/ Israel 2008, S. 797; Hervorhebung hinzugefügt)

Worterklärungen zu Vers Jesaja 34, 2: 

„der Ewige“: Übersetzung fürJHWH“. In der christlichen Tradition lautet dieser Name „Jehova“ oder „Jahwe“. In der griechischen Bibel (Septuaginta) ist dieser Name als „kyrios“ („der Herr“) übersetzt, in der lateinischen Bibel (Vulgata) entsprechend als „Dominus“. Luther schreibt in seiner Übersetzung „HErr“.  Die Juden sprechen „JHWH“ im religiösen Kontext als „adonaj“ („der Herr“) aus, im profanen Kontext als „HaSchem“ („der Name“).

„Völker“: Übersetzung für „gojim„. Dieses Wort umfasst alle Nichtisraeliten bzw. Nichtjuden.

Goi (Plural Gojimjiddisch Goj, Plural Gojim) ist das hebräische Wort für einen Nichtjuden. Die hebräische weibliche Form für „gojische Frau“ ist Goja (Plural: Gojot; jiddisch: GojeGojte; Plural: GojesGojtes), die adjektivische jiddische Form ist gojisch). Ausnahmen werden lediglich zuweilen für die öffentlich bekennenden Judäophilen unter den „Nicht-Auserwählten“ gemacht.

Symbolische Bedeutungen des Wortes aus biblischer Zeit sind weiterhin „Heuschreckenschwarm“ und „alle Arten von Bestien“[1][2] sowie „Herden“[3] und „Tierschar“.[4]

Aus dem Metapedia-Artikel „Gojim“ (https://de.metapedia.org/wiki/Gojim)

„Heer“ steht für hebräisch „ṣaḇa’“ (sprich „tzawa“), welches meist Heer im militärischen Sinn oder einfach nur Schar, Menge bedeutet, daneben auch Heerdienst, schwerer Dienst, u.a. (Langenscheidt’s Pocket Hebrew Dictionary, by Dr. Karl Feyerabend, Berlin-München-Zürich 14th ed 1963; vgl. Elberfelder Studienbibel mit Sprachschlüssel und Handkonkordanz, 9. Gesamtaufl., Witten-Dillenburg 2015, S. 1742)

„Bann“: Das hebr. Verb „ḥaram“ (sprich „charám“) wird deutsch als „weihen“, „bannen“, „mit dem Bann belegen“ übersetzt. Das zugehörige Substantiv ist „ḥeräm“ („chéräm), „Bann“. Das Wort bezeichnet das, was verboten ist, weil es entweder verflucht ist und vernichtet werden soll oder weil es sehr heilig ist. Besonders im Zusammenhang mit der Eroberung des verheißenen Landes, bei Kriegen, in denen Jahwe Gericht vollzieht, sowie als Gelübde in Notfällen ist von ḥeräm, Bann die Rede. Israel weihte seine Kriegsbeute Jahwe, ein Loskauf war ausgeschlossen. Gebannt, das heißt vernichtet, wurde die Bevölkerung Kanaans, Sihon und Og, die Amalekiter, Teile Israels. (vgl. Elberfelder Studienbibel, S. 1592). „Bann … ist urspr ein Weiheopfer an Jahwe als den Kriegsgott. Nach altem Kriegsrecht wurden ihm die Einwohnerschaft und die Habe einer solche belagerten Stadt gelobt … und im Fall des Sieges dargebracht, welche es auf einen Sturm ankommen ließ… Menschen und Tiere wurden als Opfer hingemetzelt …, Sachen verbrannt …, Unverbrennliches, Metalle, verfiel dem Heiligtum … Wer etwas davon nahm, verfiel selbst dem Bann, d.h. dem Tode Jos 7 24ff; durch die Steinigung des Missetäters war die Gemeinde vom Jahwezorn befreit 11ff. …“ (Christian Gerritzen (hrsg.), Lexikon der Bibel …, Bechtermünz Verlag Eltville am Rhein 1990, S. 60).

„Schlachten“: Das hebräische Wort „ṭäḇaḥ“ (sprich „täwach“) bedeutet Schlachtung, Schlachten, das zum Schlachten bestimmte Schlachtvieh; von Menschen ausgesagt: Abschlachten. Dieses Substantiv kommt von dem Verb „ṭaḇaḥ“ (tawach), schlachten (Elberfelder Studienbibel, S. 1596).

In den Geschichtsbüchern des Alten Testaments werden zahlreiche Fälle von Bannvollstreckung berichtet, manchmal auch detailliert beschrieben, so im 4. Buch Mose (Numeri), Kap. 31, die „Bestrafung der Midianiter“. Hier eine paraphrasierte, drastische Rezitation von diesem biblischen Bericht:

Ist das Schlachten im Namen Gottes auf das Alte Testament beschränkt? Nein, denn auch laut der „Offenbarung“, dem letzten Buch des Neuen Testaments, wird in der Endzeit vieles und großes Schlachten stattfinden. So lesen wir u.a. von dem apokalyptischen Reiter auf dem feuerroten Pferd:

„ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und (die Menschen dahin zu bringen), dass sie einander schlachteten“ (Offb 6, 4).

Im Laufe der sogenannten Posaunengerichte, danach in den Gerichten der Zornschalen wird jeweils ein großer, wohl der größte Teil der Menschheit getötet.

Download (2)

In Kapitel 9 wird prophezeit, dass ein Reiter in blutgetränktem Gewand (Christus) auf einem weißen Pferd, gefolgt von weißbekleideten Truppen auf weißen Pferden aus dem Himmel herabsteigt, um die Nationen (griechisch éthne, gemeint sind alle nichtisraelitischen Völker, die Gojim) zu schlagen. Das „Tier“ und den falschen Propheten wirft der siegreiche Reiter in den mit Schwefel brennenden Feuersee, die Könige der Erde und alle ihre Truppen, die zum Krieg gegen ihn versammelt sind, werden getötet, und die Vögel werden von ihrem Fleisch gesättigt. Danach bricht das Tausendjährige Friedensreich an. Nach dessen Ablauf vollzieht sich ein letztes Schlachten:

„Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden und wird hinausgehen, die Nationen (éthne, gojim) zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. Und sie zogen auf die Breite der Erde und umzingelten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt; und Feuer kam aus dem Himmel herab und verschlang sie. Und der Teufel, der sie verführte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo sowohl das Tier als auch der falsche Prophet sind; und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offb 20, 7-10)

In den Abschlusskapiteln sehen wir, dass nach allem Schlachten noch „Nationen“ übrig geblieben sind. Es sind diejenigen, die sich Jahwe und Israel unterworfen haben:

„Und die Nationen werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der Erde bringen ihre Herrlichkeit zu ihr (dem neuen Jerusalem)… Und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu ihr bringen.“ (Offb 21, 24.26)

.