Die SPD hat die Benennung eines kleinen Areals im Bielefelder Stadtteil Quelle nach dem im Afghanistan-Krieg gefallenen Soldaten Martin Augustyniak verhindert. Die Benennung hätte dazu geführt, daß der Name im Kataster geführt wird und über den Navigator zu finden ist. Der Vorgang fand jedoch nicht die nötige Mehrheit in der Bezirksvertretung, berichtete das Westfalen-Blatt.

Der in Quelle aufgewachsene Augustyniak war bei dem Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 bei Isa Khel in der Region Kunduz gefallen. Die 34 Mann starke Einheit des Fallschirmjägerbataillons 373 wurde gegen 13 Uhr Ortszeit von etwa 70 bis 80 Taliban aus dem Hinterhalt überfallen. Der Hauptgefreite Martin Augustyniak, der Hauptfeldwebel Nils Bruns und der Stabsgefreite Robert Hartert verloren dabei ihr Leben.

SPD-Fraktion hatte bereits zugestimmt

Bereits im Januar 2019 wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung dafür gestimmt, dem Platz den Namen des Gefallenen zu geben, mehrheitlich auch mit den Stimmen der SPD. Ihr Fraktionschef Hans-Werner Plaßmann sagte jetzt aber, da sei ihnen wohl etwas entgangen.

Beim Beschluss in der Sitzung am 20. August stimmte seine Fraktion dann mehrheitlich gegen den Antrag. „Wir wollen keinen Heldengedenkplatz, wollen nicht, daß das ein Kultort wird“, begründet er den Sinneswandel. Der CDU-Bezirksvorsitzende Carsten Krumhöfner kritisierte das Abstimmungsergebnis. Es sei ein „Schlag ins Gesicht der Angehörigen“.

Vor einem Jahr war auf dem Platz bereits eine Bank aus Granit aufgestellt worden. Sie wurde von einem Grabmalunternehmen gestiftet und ist mit einer Gravur verziert. Am 01. April wurde außerdem, pünktlich zum zehnten Todestag des Soldaten, eine Infostele aufgestellt. Angehörige und Veteranenverband hielten die Benennung des Platzes für eine reine Formalie. (jv)

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