Spätestens seit der ARD-Sendung „Hart aber fair“ zum Thema „Gendergerechte und rassistische Sprache“ vom vergangenen Montagabend ist er in aller Munde – der „Mohrenkopf“. Die Rede ist sowohl vom gleichnamigen Kieler Restaurant als auch von dessen Inhaber, des Nigerianers Andrew Onuegbu. Der ist „stolz darauf, ein Mohrenkopf“ zu sein – womit er den selbsternannten Jagdhunden auf der Hatz nach „Rassisten“ ihren Knochen nimmt. Jetzt knurren sie.

Ob Zigeunersauce, Negerkuss oder Melchior, der Weise aus dem Morgenland in der Ulmer Weihnachtskrippe (COMPACT berichtete): Für die sich moralisch überlegen dünkenden Bessermenschen, die zunehmend der deutschen Sprache den Krieg erklären, lauern Diskriminierung und Rassismus in Deutschland in jedem Satz. Sie haben aber, buchstäblich, ihre Rechnung ohne den Wirt gemacht, den die von ihrer politischen „Korrektheit“ Überzeugten nicht in ihm sehen wollten: Weil er schwarz ist.

„Antirassisten“ wollten Onuegbus „faschistischen Chef“ sprechen

Und das kam so: Eines Tages statteten eine weiße Gutmenschin und ihr schwarzer Mann seinem Lokal einen Besuch ab, wie Andrew Onuegbu anekdotenhaft bei Plasberg erzählt, und fragten, warum er für einen „Nazi“ arbeite. Sie verlangten, seinen „faschistischen Chef“ zu sprechen – und nicht IHN. Um ihn für die Benennung der Gaststätte „Zum Mohrenkopf“ zur Rechenschaft zu ziehen. Ein Schwarzafrikaner als Boss kam in dem Weltbild der beiden nicht vor – trotz seiner mehrmaligen Richtigstellung. Als es dem Duo endlich dämmerte, wen es vor sich hatte, beharrte es darauf, der Name müsse „sofort“ verschwinden: „Das darf man in Deutschland nicht mehr verwenden! Das ist rassistisch!“ Woraufhin Onuegbu konkretisierte: „Das, was Sie gerade hier gemacht haben, das nennt man puren Rassismus. Denn Sie haben nicht geglaubt, dass ein schwarzer Mann der Inhaber sein kann.“

Foto: Homepage Restaurant „Zum Mohrenkopf“

Obwohl er bereits seit Jahren immer wieder dazu aufgefordert werde, seinem Restaurant einen anderen Namen zu geben, beharrt der 47-Jährige darauf – da er sich mit ihm identifiziere: „Ich bin als Mohr zur Welt gekommen und stolz darauf!“ Außerdem sei der Begriff laut seiner Recherchen im Mittelalter „positiv besetzt, stand in Deutschland für gute Küche“. Früher speisten dort Fürsten, die Eingangstüren zierten Mohrenkopfsymbole als Qualitätszeichen.“ Aufgrund dieses geschichtlichen Hintergrunds habe er den Namen bewusst gewählt, als er 2007 das Restaurant in der Sandkuhle in Kiel eröffnete. So begrüßten ihn seine Gäste aus Afrika etwa mit „Mohrenkopf“. Allgemeinhin „sehen wir Afrikaner das gelassen“.

Nicht die Opferrolle einnehmen, nicht überall Diskriminierung und Benachteiligung befürchten

Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk RND bezeichnet der aus Biafra stammende Koch mit Abitur, der 1992 nach Deutschland kam, sein Handwerk in den besten Häusern hierzulande erlernte, die derzeitige Namensdebatte als „übereifrig“. Sie beruhe auf Unwissenheit und falschen Forderungen. Und so rät er schwarzen Personen, nicht die Opferrolle einzunehmen, überall Diskriminierung und Benachteiligung zu befürchten.

Und an seine weißen Mitmenschen richtet Onuegbu den Appell: „Ich möchte als Schwarzer nicht erklärt bekommen, wann meine Gefühle verletzt werden. Das ist auch eine Form von Rassismus.” Vor dessen Narrativ die Mohren-Apotheke in der Holtenauer Straße in Kiel, die Mohrenstraße in Berlin oder das Hotel „Drei Mohren“ in Augsburg eingeknickt sind: Sie alle werden oder sind bereits umbenannt. Abgeleitet aus dem Lateinischen „Maurus“, bezeichnete der Begriff zunächst die Bewohner Mauretaniens (Marokkos), später dann Menschen mit dunkler Hautfarbe. Das Wort „Mohr“ ist seit dem Mittelhochdeutschen (11. bis 14. Jahrhundert) belegt, war damals eine neutrale Personenbezeichnung für dunkelhäutige Afrikaner. Bis die „Antirassisten“ kamen…

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https://www.compact-online.de/neues-feindbild-fuer-antirassisten-ein-schwarzer-der-seinen-mohrenkopf-verteidigt/

 


 

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