Die erbärmliche Einseitigkeit der US-Berichterstattung deutscher Medien fand mit der Amtszeit des vierjährigen Dauerprügelknaben Donald Trump keineswegs ihr Ende: Was immer sein zur Erlösergestalt erhobener Amtsnachfolger Joe Biden nun ankündigt oder entscheidet, wird wohlwollend gewürdigt bis frenetisch gefeiert – als „heilend“, „versöhnend“, als Rückkehr zu Demokratie und Besonnenheit. Natürlich nur, solange die Entscheidungen ins Weltbild linksgrüner Mainstream-Journalisten mit globalistischer Agenda passt – oder dazu angetan sind, das Vermächtnis Donald Trumps zu beseitigen.

Kein Wort hingegen verlieren die Biden-Harris-Fanclubs in Deutschlands Redaktionsstuben, wenn der neue Präsident Entscheidungen fällt, die inhaltlich exakt auf Linie seines Vorgängers sind – einfach deshalb, weil die „Idee Amerika“, die Loyalität zur eigenen Nation und die Verpflichtung gegenüber dem eigenen Volk dort jenseits aller Parteidifferenzen unumstößlich ruht und jeder Präsident, ob Kennedy oder Trump, stets dieser höheren Verpflichtung dient. Europas Linke in ihrem manichäischen Gut-Böse-Denken haben dies bis heute nicht kapiert.

So ist es denn auch kein Wunder, dass Joe Biden vorgestern eine Executive Order unterzeichnete, die die von ihm ausgerufenene Kampagne „Buy American!“ zum Kernziel bundespolitischer Anstrengungen seiner Administration macht. Im Klartext: Die Amerikaner sollen amerikanische Produkte kaufen. Auch das Label „Made in America“ soll zu neuen Ehren gelangen und den Verbrauchern ihr patriotisches Konsumverhalten erleichtern. Die Regierung verstärkt massiv ihre Anstrengungen, Produkte und Dienstleistungen von US-Betrieben und amerikanischen Werktätigen zu bevorzugen.

Patriotisches Konsumverhalten

Ziel der Executive Order ist die Stärkung der Binnenwirtschaft als Folge der Pandemieschäden. Damit nicht genug: Mit seiner Anweisung bekräftigte Biden zudem die Bestimmungen des Jones Act, eines Gesetzes von 1920, das den Schiffsverkehr zwischen US-Häfen durch sogenannte Kabotageregelungen grundsätzlich auf Schiffe beschränkt, die in den USA hergestellt wurden, die US-Staatsangehörigen gehören und von US-Bürgern zumindest betrieben werden.

Man stelle sich vor, Donald Trump hätte diese Verfügung unterzeichnet: Mit Schaum vorm Maul hätte Elmar Theveßen im ZDF von Ultranationalismus gesprochen, von Unilateralismus und unsolidarischem Alleingang, von Abschottung und Absage an den Welthandel. Doch wenn Biden hier in seiner Wirtschaftspolitik EXAKT das weiterbetreibt, was einst Trump mit dem Slogan „America First“ proklamierte, dann schweigen sich die hiesigen Meinungsmacher aus. 

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