Isabell as asuso

Madrid wählt rechts

Die konservative Regionalpräsidentin Ayuso hat sich in der Corona-Krise mit laschen Maßnahmen profiliert. Nun verdoppelt sie ihr Wahlergebnis und setzt die linke Zentralregierung massiv unter Druck.

„Heute beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte Spaniens“, rief sie Tausenden von Anhängern zu, die sich vor dem Parteisitz versammelt hatten. „Wir haben ein demokratisches Misstrauensvotum gegen Sánchez durchgeführt“, beteuerte der PP-Generalsekretär und spanischer Oppositionsführer Pablo Casado.

Die Menge schwenkte rot-gelb-rote Spanienfahnen und die blauen Parteiwimpel. „Freiheit! Freiheit!“, skandierten sie. 

Ayuso fehlen nur vier Abgeordnete zur absoluten Mehrheit. Alleine ist sie stärker als die drei linken Parteien zusammen. Damit ist sie im Parlament bei ihrer erneuten Wahl ins Amt als Regionalpräsidentin nicht einmal auf die 13 Abgeordnete der rechten Vox angewiesen. Wenn diese sich in zweiter Runde enthalten, hat Ayuso die einfache Mehrheit. Vox bekam 9,1 Prozent und legte damit um 0,25 Prozent und einen Abgeordneten zu.

Ein Triumph der Konservativen bei der Regionalwahl in Madrid setzt die linke Zentralregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez in Spanien mächtig unter Druck. Die regionale Regierungschefin und Spitzenkandidatin der Volkspartei (PP), Isabel Díaz Ayuso, errang bei der vorgezogenen Wahl 65 der insgesamt 136 Sitze – womit sie ihr Ergebnis von 2019 mehr als verdoppelte.

Die Einkommenssituation vieler Familien ist schwierig, es ist eine teure Region, man zahlt viel für eine Wohnung. Ich will sagen, es ist ein schwieriges Leben, aber es ist ein mitreißendes Leben. Weil wir in Madrid nach einem harten Arbeitstag, einem Tag voller Leid, uns in ein Straßenlokal setzen und ein Bier trinken können. Weil wir uns mit unseren Freunden und unserer Familie treffen – a la madrileña.“

Madrid mit Sonderweg beim Corona-Kurs

Da applaudieren auch die Besucher der Kneipen, die den Platz umgeben. Denn während in den meisten anderen spanischen Regionen strenge Regeln zur Eindämmung der Pandemie gelten, ist Madrid freizügig. Theater, Kinos und auch die Innenbereiche von Restaurants sind seit dem letzten Sommer wieder geöffnet. Und obwohl auch in Madrid eine nächtliche Ausgangssperre gilt, sagt die 42-jährige Politikerin:

„Und wir entscheiden um wieviel Uhr und mit wem wir uns treffen. Die spanische Regierung kann Madrid nicht kontrollieren, weil Freiheit nicht mit dem Sozialismus vereinbar ist und schon gar nicht mit dem Kommunismus.“

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